12.02.2019 - 18:19 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Anziehender "Deppenmagnet"

Der „Deppenmagnet“ hat sich zum zweiten Mal die Ehre „in der Stadt in der Nähe vom Wald“ gegeben. Vor sechs Jahren trat Günter Grünwald schon mal in der Schwarzachtalhalle auf. Er hat das Publikum als „bestes überhaupt“ in Erinnerung.

Günter Grünwald ist auch ein Publikumsmagnet: In der Schwarzachtalhalle tritt er vor 700 Besuchern auf.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Mit diesem Kompliment "schleimte" sich der Kabarettist bei den 700 Besuchern in der ausverkauften Schwarzachtalhalle gleich mal ein, bevor er richtig loslegte. Wie soll man den Titel seines Programms verstehen? Günter Grünwald lässt offen, wer die Deppen sind, die er magnetisch anzieht. Wahrscheinlich meint er die Figuren, die er frei erfindet und über die er sich in einer Endlosschleife auslässt.

Grünwald und Tatoos

Dabei hat er eigentlich gegen nichts und niemanden etwas. Auch nicht gegen Tattoos. Aber dann redet sich "der Grünwald" doch in Rage, als er auf seinen Freund zu sprechen kommt, der sich von einem rumänischen Fliesenleger hat tätowieren lassen. Statt "Born to lose" stand "Born in Toulouse" auf seinem Rücken. Doch jetzt fängt der Irrsinn erst richtig an. Sein Freund geht zur Gemeinde und will seinen Geburtsort ändern lassen. Noch immer nicht genug. Marseille, meinte der Standesbeamte, ginge vielleicht, aber nicht Toulouse. Der "Deppenmagnet" ist voll im Betrieb.

Der "Pfannenrüttler"

In epischer Breite lässt sich der "Experte mit Kunstgeschichte-Studium" über die Werke von Salvador Dali aus, sinniert über das Bildmotiv "Ruderboot im Apfelstrudel" und malt sich aus, wenn eine nackte Frau ohne Sattel auf einem Schimmel durch die Gegend reitet. Der Magnet erhöht seine Anziehungskraft. Denn jetzt erscheint Jumbo, ein schwitzender, vollgefressener Restaurantkritiker. Er verschlingt "ein Schnitzel so groß wie die Bühne" und drei Kilogramm Pommes dazu. Im zweiten Gang folgt dann eine zwölf Meter lange Curry-Wurst. Beim TV-Koch Tim Mälzer gerät der "Deppenmagnet" vollends außer Kontrolle. Grünwald mimt den "Pfannenrüttler", der mit seinen "Ebola-Pratzen" die "Drecksvinaigrette" mit dem Salat vermanscht.

Weitere Kostprobe gefällig: Mit einem Gerät aus dem Baumarkt will der Komiker seinem Freund eine festsitzende Fischgräte aus dem Schlund ziehen. Der blanke Irrsinn zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm des "Mannes mit Germanistikstudium", der das "Doppel-S" immer noch nicht vom "scharfen S" unterscheiden kann. Hätte es bei den Nazis kein Doppel-S gegeben, wäre den Menschen viel erspart geblieben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.