13.03.2019 - 15:54 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Ausbildung in Zukunftsberufen

Mädchen in technischen Berufen? Bei F.EE kein Thema. Einer hört das besonders gern: Ralf Holtzwart, der Chef der bayerischen Arbeitsagentur. Und so spart er bei einem Besuch nicht mit Lob für die Neunburger Firma.

Firmenchef Hans Fleischmann (links) und Personalleiter Udo Starck (oben, Mitte), führten Ralf Holzwart (Zweiter von links) und Markus Nitsch (rechts daneben) von der Arbeitsagentur durch die Werkshallen von F.EE. Begleitet wurden sie unter anderem von zwei Auszubildenden (vorne, rechts) und deren Ausbildungsleitern (dahinter).
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil
Auszubildende Lilian Beier: "Ich bin durch ein Praktikum mit der Firma in Kontakt gekommen."

Die F.EE-Gruppe:

Die F.EE-Gruppe ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich Automatisierungstechnik, Maschinenbau, Software und Energietechnik mit Sitz in Neunburg vorm Wald. Zu den Kunden der Unternehmensgruppe zählen die Automobil- und Zulieferindustrie, mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen sowie Energieversorger und Kommunen. Die Gründung erfolgte 1982, die Zahl der Mitarbeiter beträgt 1075 und der Umsatz 170 Millionen Euro im Jahr. Seit 1990 ist die Firmenzentrale in Neunburg vorm Wald.

Automatisierung und Digitalisierung: Zwei große Themen in der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Arbeit, denn sie verändern die Produktionsprozesse in Unternehmen. Arbeitsgänge, für die einst die Körperkraft mehrerer Mitarbeiter nötig war, können heute von einer einzigen Maschine übernommen werden. Doch nicht immer gehen deswegen Arbeitsplätze verloren. "Gerade durch Zukunftstechnologien entstehen auch Arbeitsplätze und werden gesichert", ist Ralf Holtzwart (Nürnberg) überzeugt. Er muss es wissen, denn Holtzwart sitzt als bayerischer Landeschef der Bundesagentur für Arbeit sozusagen an der Quelle der Information. Für ihn und seinen Schwandorfer Kollegen Markus Nitsch ist F.EE aus Neunburg vorm Wald als Spezialist für Automatisierungstechnik ein wichtiges Beispiel in dieser Diskussion.

F.EE-Gründer Hans Fleischmann ließ es sich nicht nehmen, die Gäste anlässlich der "Woche der Ausbildung" selbst durch sein Unternehmen zu führen. Dabei konnten sie sehen, wie moderne Industrieroboter programmiert werden, Automatisierungsanlagen konstruiert und gefertigt werden und welche komplexe Technik in den Maschinen steckt.

Wichtig: Praktikum

Die Firma F.EE hat einen imponierenden Aufstieg hinter sich. Vor 29 Jahren holte Geschäftsleiter Hans Fleischmann nach seinen eigenen Worten "die Automatisierungstechnik nach Neunburg". Los ging es damals mit drei Mitarbeitern - heute sind es tausend. Neue Beschäftigte kamen anfangs ausschließlich durch die betriebliche Ausbildung zu F.EE. Als dann die duale Ausbildung aufkam "brachte das nochmal so richtig Schwung". Sie, so sieht es Fleischmann, "bringt uns früh in Kontakt mit potenziellen späteren Fachkräften". Unter diesen Fachkräften sind außergewöhnlich viele Frauen, wie Personalleiter Udo Starck sichtlich stolz erzählte: "In machen Ausbildungsjahrgängen bis zu 50 Prozent."

Eine von ihnen ist Lilian Beier, die beim Besuch der Arbeitsagentur-Spitze an der Seite von Firmengründer Fleischmann durch den Betrieb geht. "Ich kannte F.EE durch mein Umfeld und habe dann ein Praktikum bei der Firma gemacht", berichtet sie. Auf diese Weise kam sie, aber auch viele andere, zu einer Lehrstelle. Zwischenzeitlich ist sie im zweiten Lehrjahr als Elektronikerin für Automationstechnik.

Auch Alexander Richter lernt bei F.EE. Das besondere bei ihm: Er hat Abitur gemacht und sich dann gegen ein Studium und für eine Ausbildung entschieden - in seinem Fall zum Feinwerkmechaniker. "Wir haben hundert Auszubildende im Unternehmen," informierte Personalleiter Starck - was einer Quote von zehn Prozent entspricht. Das imponierte den Besuchern von der Arbeitsagentur, die, wie Holtzwart schmunzelnd verriet, "nur" auf eine Ausbildungsquote von acht Prozent kommt.

Unsicherheit besprechen

Dass junge Menschen mit ihren Fragen beim Übergang von Schule und Berufsleben nicht auf sich alleine gestellt sind, betonte der Schwandorfer Agenturleiter Nitsch: "Mit einer guten Ausbildung haben sie auch in der Zukunft Chancen auf dem Arbeitsmarkt."

Da sich nicht jeder Jugendliche am Ende der Schulzeit sicher sei, welchen beruflichen Weg er gehen möchte, "ermuntere ich jeden Schüler, sich bei der Agentur für Arbeit zu melden und einen Beratungstermin auszumachen". Im ungezwungenen Gespräch könnten Interessen und Fähigkeiten besprochen und Wege aufgezeigt werden.

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