10.08.2018 - 11:55 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Ausschuss fügt sich Landratsamt

Im zweiten Anlauf hat die Baufirma Steininger grünes Licht für den Bau eines Mehrfamilienhauses an der Austraße erhalten. Noch im April war das Projekt im Bauausschuss abgelehnt worden – zu Unrecht, wie das Landratsamt sagt

Auf diesem brachliegenden Grundstück an der Austraße plant die Firma Steininger die Errichtung des Mehrfamilienhauses.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

(mp) Nachdem sich das geplante Gebäude – Grundfläche rund 267 Quadratmeter, neun Wohneinheiten – in die nähere Umgebungsbebauung einfügt, könne der Antrag aus Sicht des Landratsamtes nicht abgelehnt werden. Die Stadt Neunburg solle ihre Entscheidung überdenken, ansonsten würde die Behörde das Einvernehmen ersetzen.

„Unverändert“ bewertete Stadtrat Anton Scherr die Situation. Er befürchtete, dass die künftigen Bewohner des Anwesens und Besucher den Rettungsweg zur Mittelschule zuparken könnten. Die Firma Steininger habe das Recht den Bau durchzuziehen, verdeutlichte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl. Marianne Deml begrüßte das Vorhaben Steiningers und verwies auf den Bedarf für Mietwohnungen in Neunburg.

Die ursprüngliche Planung habe für das Vorhaben pro Wohnung einen Stellplatz sowie einen Besucher-Parkplatz vorgesehen, nun kämen zusätzlich fünf weitere Stellflächen entlang der Austraße hinzu, informierte Bauamtsleiter Georg Keil. Vor diesem Hintergrund schlug Ausschussmitglied Harald Klatzka vor, noch einmal über eine städtische Parkverordnung nachzudenken, dann könnte man solchen Diskussionen in Zukunft aus dem Weg gehen.

Mit 9:1 Stimmen erteilte der Ausschuss dem Projekt schließlich das Einvernehmen. Im Beschluss wurde allerdings festgeschrieben, dass die Austraße als Rettungs- und Feuerwehrzufahrt „unbedingt und dauerhaft“ freizuhalten ist. Der Bauwerber habe auf dem Grundstück mindestens fünf weitere Pkw-Stellplätze für Besucher auf eigene Kosten zu errichten. Insgesamt sollen zumindest 15 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Um Stellplätze ging es auch im Tagesordnungspunkt, mit dem die Parkplatzsituation in der Schwarzachtaler Straße verbessert werden soll. „Jetzt reichen die Parkplätze nicht einmal für die Bewohner“, schilderte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl. Vor allem abends, morgens sowie an Sonn- und Feiertagen würde auf Gehwegen geparkt.

Mit 10:0 votierte der Ausschuss dafür, auf dem Grundstück Flurnummer 1040/41 – im Kreuzugsbereich zum Ahornweg - zwölf Parkplätze mit einer Breite von mindestens 2,70 Meter zu errichten. Es wird mit Kosten von rund 38 000 Euro gerechnet, verwendet werden soll versickerungsfähiges Rasenpflaster. Ein bisheriger Fahrbahnteiler wird mit Granitpflaster geschlossen, um die Zufahrt zu erleichtern. Der Bau ist für 2019 vorgesehen.

Nicht in den Geltungsbereich der Veränderungssperre für den geplanten Bebauungsplan „Ehemaliges Bahnareal“ fällt das Vorhaben von Werner Steininger. Er möchte eine Lagerhalle an der Bahnhofstraße künftig als Lkw-Unterstellhalle mit Reparaturwerkstatt nutzen. Der Ausschuss erließ eine Ausnahme von der Veränderungssperre und genehmigte das Vorhaben. Die Räte forderten eine genaue Betriebsbeschreibung, damit die geplante Bebauungsplanaufstellung nicht erschwert wird.

Genehmige Bauanträge:

Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Nebengebäude in Fuhrn durch Petra Steinbach und Lukas Obendorfer; Neubau Kälberstall in Kemnath bei Fuhrn durch Josef Wendl; Dachsanierung, Erweiterung Zwerchgiebel und Schleppgaube und Erneuerung Holzbalken durch Jörg und Elisabeth Maderer im Ufertal; Einbau Bibliothek in Nebengebäude durch Theodor Nees in Mittermurnthal; Neubau Gerätehalle und Carport durch Jürgen Donhauser in Gütenland; Neubau Einfamilienwohnhaus durch Franziska Pongratz in Baumhof; Neubau Unterstellhalle für Geräte und Maschinen durch Hermann Birner in Unteraschau.

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