30.07.2020 - 10:55 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Bauprojekt im Ufertal zu massiv

Hinter mehrere Projekte setzt der Bauausschuss Neunburg in seiner Sitzung den Haken. Nur der Antrag der Meißner Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, der im Ufertal zwei Gebäudekomplexe plant, wird einstimmig abgelehnt: Sie wären zu massiv.

Eine gestalterische Aufwertung: Das Ackerbürgerhaus "Am Bügerl" wird umgebaut und saniert.
von Helga ProbstProfil

Der Bauausschuss befasste sich bei der Sitzung im Rathaus ausgiebig mit dem Antrag der Meißner Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG. Es handelt sich um zwei Gebäudekomplexe. Zum einen sollte das bereits bestehende Haus für zwei Wohnungen umgebaut werden. Östlich davon wäre ein neues Gebäude mit einer Grundfläche von 20,6 Meter auf 8,61 Meter mit vier Wohnungen im Erdgeschoss und zwei Wohnungen im Obergeschoss geplant. Beide Häuser würden ein Flachdach erhalten. In der Front wären sieben Garagenstellplätze und zwei Stellplätze vorgesehen. Auf der Nordseite würde ein Müllplatz eingerichtet.

Petition der Nachbarn

Bauplanungsrechtlich liegt das Vorhaben im Innenbereich, muss sich hier aber in die bereits vorhandene Umgebungsbebauung einfügen. Im Umfeld sind zwar auch zweigeschossige Wohngebäude vorhanden. Hinsichtlich der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, machte sich Skepsis breit. Entlang der Ufertalstraße liegen relativ große Grundstücke mit über 1000 Quadratmetern, die nur sehr verhalten bebaut sind, lautete die Begründung. Zu dem Vorhaben ist eine Petition der Nachbarn eingegangen. Das gemeindliche Einvernehmen wurde aufgrund der massiven Bebauung, die sich nach Ansicht der Ausschussmitglieder nicht in die vorhandene Umgebungsbebauung einfügt, versagt.

Genehmigt wurde der Antrag auf Erweiterung des bestehenden Wohnhauses – eine zusätzliche Einheit entsteht durch die Aufstockung der bestehenden Doppelgarage – in Wutzelkühn. „Wir freuen uns, dass wieder eine junge Familie mitten in die Stadt zieht“, kommentierte Bürgermeister Martin Birner das nächste Vorhaben: Den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Ackerbürgerhauses „Am Bügerl 21“. Es werden teils Wände entfernt und an anderen Stellen wieder eingebaut, um im Erd- und ersten Obergeschoss nutzbaren Wohnraum zu schaffen. Auch der ehemalige Dachboden wird erneuert. Neben dem Haus wird eine Doppelgarage mit Wildkammer entstehen. Das Vorhaben fügt sich in die vorhandene Umgebungsbebauung ein und liegt im Bereich des Ensemble-Denkmalschutzes.

So sieht die Planung für den Jobplatz aus

Neunburg vorm Wald

Nichts sprach auch gegen den Abriss eines Altbaues in Hofenstetten. Hier entsteht eine Ferienwohnung. Genehmigt wurde auch der Ausbau des Dachgeschosses zu einer Wohnung mit Aufbau und Dachgauben in Neunburg. Die Voranfrage auf Bau eines Bungalows mit Doppelgarage in Kleinwinklarn wurde ebenfalls befürwortet. Keine Einwände meldete der Bauausschuss für den Neubau einer Maschinen- und Lagerhalle in Seebarn an. Der Antragsteller muss vorher noch eine Sondervereinbarung zur Wasserversorgung treffen. Die Stadt macht zur Auflage, dass der Grundstückseigentümer den benötigten Weg selbst herstellen muss.

Das gemeindliche Einvernehmen erhielt auch die Firma Trolli. In Neunburg werden Produktionsräume errichtet und Stärkeräume eingebaut. Bürgermeister Birner informierte, dass in Kröblitz alle Bauplätze verkauft seien und vier Bauanträge weitergeleitet werden konnten.

Rücksicht auf Geschäfte

Stadtrat Martin Scharf (FW) beschwerte sich, dass er von einem Außenstehenden erfahren habe, dass der Kreisverkehr am Jobplatz zeitlich verschoben worden sei. Birner bestätigte Überlegungen, die Maßnahme auf 2022 zu verlegen. Man wolle Rücksicht auf die dortigen Geschäfte nehmen, die nach dem Einbruch durch Corona nächstes Jahr nicht schon wieder durch eine Baustelle vor der Tür eingeschränkt werden wollten. Temporäre kleinere Arbeiten könnten aber in Angriff genommen werden.

Scharf kritisierte auch den „Schilderwald“ in der Hauptstraße. Dort sei die neue Beschilderung übertrieben worden. In kurzen Abständen würden die Hinweise auf die Sehenswürdigkeiten in der Stadt und auf das Rathaus mehrmals aufeinander folgen. Das sei zuviel, merkte auch Stadtrat Walter Drexler (FW) an.

Die vielen Schilder in der Hauptstraße wurden von seiten der Freien Wähler kritisiert.
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