30.12.2019 - 19:35 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Bischof sendet Sternsinger aus

Mit ihren wallenden bunten Gewändern ziehen knapp 1000 Könige und Sternträger aus der Diözese Regensburg durch die Hauptstraße von Neunburg vorm Wald. Bischof Rudolf Voderholzer dankt für den Einsatz für Kinder in Not..

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Der bundesweite Auftakt zur 62. Aktion "Dreikönigssingen" wurde am 28. Dezember in Osnabrück gefeiert. Auf Diözesanebene fand die Aussendung durch den Bischof von Regensburg am Montagnachmittag in Neunburg vorm Wald statt. Bei klirrende Kälte und Sonnenschein zogen rund 950 Könige und Sternträger von der Schwarzachtalhalle zur Pfarrkirche St. Josef. Begleitet wurden sie von ihren erwachsenen Betreuern und der Stadtkapelle Neunburg. Unter dem Motto "Frieden! Im Libanon und weltweit" machen sich ab sofort bis 6. Januar 2020 rund 13 000 Kinder und Jugendliche im Bistum Regensburg auf den Weg, um Geld für Kinder in Not zu sammeln.

Pfalzgrafen, aber keine Könige

Diözesanbischof Rudolf Voderholzer begrüßte jeden Einzelnen vor der Kirchentüre mit einem "Grüß Gott" oder "Servus". "Sind das alles noch die Pentinger", meinte er zu einer Gruppe und schüttelte wenig später den 40 Ministranten aus der Pfarrei Bodenmais die Hand. Das Kirchenschiff war im Nu besetzt, ebenso die alte Kirche und die Seitengänge. "Pfalzgrafen und andere Herrschaften sind in dieser Kirche ein- und ausgegangen. Doch so viele Könige hat es hier noch nie gegeben", sagte Stadtpfarrer Stefan Wagner eingangs. Neben dem Bischof wirkten bei der Feier des Wortgottesdienstes auch Domkapitular Thomas Pinzer, Domvikar und Jugendpfarrer Christian Kalis, Pastoralreferentin Susanne Albang und Pfarrvikar Benny Joseph Kochumundammalayil mit. "Miteinander wollen wir Werkzeuge des Friedens sein. Miteinander wollen wir aufstehen für den Frieden", hieß es in einem tiefgründigen Beitrag der örtlichen Ministranten. Die Jugendlichen erinnerten an die Not im Libanon, wo nach Schätzungen über eine Million Flüchtlinge aus Syrien leben. Im Fokus stehen die Kinder mit ihrer Angst, die Kinder auf der Flucht, die Kinder in Lagern, oft ohne Schule und Bildung.

Freizeit und Ferien opfern

"Stern über Bethlehem zeig uns den Weg", klang es aus über 1000 Kehlen. "Wir sind im Singen eine Gebetsgemeinschaft", betonte Bischof Rudolf Voderholzer und freute sich, dass das Treffen wieder einmal im "Herzen der Oberpfalz" stattfindet. Er verließ den Altarraum und suchte die Nähe der jungen Christen. Auch er sprach die Not im Libanon, dem Partnerland der Aktion 2020, an. Hier wirke der Bürgerkrieg nach. Doch auch in vielen anderen Gegenden der Welt müssten Kinder arbeiten und könnten nicht zur Schule gehen. "Während dort Kindersoldaten oft schreckliche Dinge tun oder mit ansehen müssen, haben wir in Europa schon seit fast 75 Jahren Frieden", erinnerte Voderholzer. Er dankte den Sternsingern der Diözese, dass sie Freizeit und Ferien opfern, um anderen Kindern zu helfen und deren Situation etwas erleichtern. "Vergelt's Gott für eure Solidaritätsaktion. Und passt auf, dass ihr nicht krank werdet!"

Wichtig sei es für viele Menschen in den Pfarreien aber auch, dass die Sternsinger die Botschaft von Weihnachten bringen und den Segen an die Türen schreiben. Das übernahm der Bischof dann auch gleich an der Kirchentüre von St. Josef. Das Ensemble "Creazione unisono" unter der Leitung von Jürgen Zach umrahmte die Feier mit ausdrucksstarken Liedern. Nach dem Segen zogen alle wieder zur Schwarzachtalhalle zurück. Dort warteten Brezen und heißer Tee in einer Sammeltasse (diesmal mit dem Bild von St. Josef). Aber auch Gruppenfotos mit dem Bischof waren begehrt. Übrigens: Am 7. Januar 2020 empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Sternsinger aus ganz Deutschland in Berlin. Die Abordnung der Diözese Regensburg kommt aus Lam (Bayerischer Wald). Zum 64. Dreikönigssingen in 2021/22 findet die bundesweite Aussegnung in Regensburg statt.

Seite 7 und 23Bildergalerie: www.onetz.de/

1800 Projekte:

Hilfe für den Libanon und weitere 100 Länder

Die Sternsinger freuen sich über offene Türen. Als Dank für eine Spende schreiben sie die Buchstaben "C+M+B 2020" an die Haustüre. Dies wird entweder als die Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet, öfter aber als Segensbitte: Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus). Das Thema Frieden am Beispiel des Libanon steht im Mittelpunkt der Aktion Dreikönigssingen 2020. Im Libanon leben etwa 4,5 Millionen Libanesen und rund 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge. Dazu werden weitere 1800 Partnerprojekte in über 100 Ländern unterstützt.

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