Zum politischen Frauenfrühstück im Gasthaus Sporrer in Neunburg vorm Wald hießen stellvertretend für den Kreisverband Schwandorf Sonja Probst und Jutta Rösch die Gäste willkommen. Einleitend gab Probst mit einem Zitat von Irmtraud Morgner einen Denkanstoß zum Thema Quote: „Der schlimmste Fehler der Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn“.
Durch eine Quote und gute Vorbilder fühlten Frauen sich ermutigt ihre Stärken einzusetzen, betonten die Organisatorinnen laut einer Pressemitteilung. Für die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik sei dies ein großer Mehrwert.
"Große Frauen haben uns den Weg hierher geebnet", bedankte sich Bundestagsabgeordnete Tina Winklmann bei Vordenkerinnen. Ein Erbe, das es zu verteidigen und weiterzuentwickeln gelte. Die Gesellschaft solle und müsse diesen Weg gemeinsam gehen, so Winklmann. Die anwesenden Frauen hörten gebannt zu, als es um die Geschlechter-Datenlücke (Gender-Data-Gap oder GDG) ging. Diese Lücke gibt Aufschluss über fehlende Forschungsdaten bezogen auf die Geschlechter. In weiten Teilen der Forschung und damit des täglichen Lebens gibt es kaum Daten zu den Auswirkungen auf weibliche Körper. Zum Beispiel wurden Handys oder das Klavier für männliche Hände konzipiert.
Mit ihrem Blickwinkel aus der Landwirtschaft und auf die bäuerlichen Familienverhältnisse bereicherte Kreisbäuerin Sabine Schindler die Diskussion. Die Rolle der Frau und Mutter sei in der Landwirtschaft eine andere als in anderen Wirtschaftszweigen, sagte Schindler. Beruf und Familie ließen sich hier hervorragend miteinander verbinden. „Als Erlebnisbäuerin mit Baby auf dem Arm und dem Familienverbund im Rücken hatte ich sehr viele Möglichkeiten“, so die Kreisbäuerin. Im männlich geprägten Bauernverband ist es ihre Aufgabe, dafür zu plädieren, weiblichen Lebensrealitäten Raum zu schaffen.
Einen weiteres Ungleichgewicht brachte Theresa Eberlein, frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bayern, zur Sprache: Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Bis zum 6. März arbeiten Frauen theoretisch unbezahlt, während Männer schon ab dem 1. Januar entlohnt werden (vgl. www.lpb-bzw.de/equalpayday). Die Lohnkluft beträgt laut statistischem Bundesamt sechs Prozent. Mit 21 Prozent beim Gender Pay Gap sei Bayern Schlusslicht in Deutschland. Eberlein, gelernte Fachinformatikerin, Bauingenieurin und Sozialarbeiterin, gab folgendes zu bedenken: Früher war der Beruf der Fachinformatikerin weiblich geprägt und schlecht bezahlt. Je mehr Männer diesen Beruf ergriffen, umso mehr stieg der Lohn. "Heute ist es ein gut bezahlter Beruf". So verhalte es sich in vielen klassisch weiblichen Berufen, insbesondere Care-Berufe würden schlechter bezahlt.













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