13.05.2019 - 14:28 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Faune, Nymphen und Gott Pan

Mythische Geschichten als Hintergrund impressionistischer Musik: Das junge "duo suono" lässt im Schlosssaal Werke nicht nur französischer Komponisten hören.

Myriam Ghani (Flöte)und Asen Tanchev (Klavier) begeisterten beim Konzert der Freunde der Kunst im Schlosssaal von Neunburg.
von Udo WeißProfil

Eine französische Reise durch die vielfältigen Aspekte der Musik mit Komponisten des Impressionismus präsentierte das "duo suono" aus der Bundesauswahl "Konzerte Junger Künstler" an Flöte und Klavier im Schlosssaal. Anne Gierlach begrüßte im Namen der Freunde der Kunst die Gäste und erklärte. Der angekündigte Pianist Viktor Soos musste krankheitsbedingt absagen. Mit dem in Sofia (Bulgarien) geborenen und mit über 15 Preisen ausgezeichneten Pianisten Asen Tanchev habe man einen gleichwertigen Ersatz gefunden. Das Programm des jungen Künstlerduos Myriam Ghani und Asen Tanchev begann mit der "Fantasie op. 79 für Flöte und Klavier" des großen Lyrikers Gabriel Fauvré, einem Schüler Camille Saint-Saëns.

Juwel für Flöten

In dem kurzen Flötensolo von Claude Debussy, "Syrinx", das den Eintritt in die Moderne kennzeichnet, fand sich viel Traurigkeit, dem Thema entsprechend: Wie Myriam Ghani erläuterte, sei dies ein "kleines Juwel für Flöten". Gott Pan liebte und verehrte die Nymphe Syrinx, die allerdings die Liebe nicht erwiderte. Sie floh und kam an einen See mit Schilfrohr. Dort bat sie, in ein Schilfrohr verwandelt zu werden. Als Pan das sah, schnitt er eben dieses Rohr ab, zerteilte es in kleine Stücke, machte daraus eine Flöte und spielte mit der "Panflöte" das sentimentale Lied von der verlorenen Liebe. Bei zwei Improvisationen des französischen Pianisten und Komponisten Francis Poulenc, der eine Verbindung zwischen den Klangwelten der Spätromantik und der melodischen Moderne herstellte, konnte Pianist Asen Tanchev glänzen. Mit den drei Sätzen einer "Sonate für Flöte und Klavier" desselben Komponisten verabschiedeten sich die zwei Künstler mit Musik, die von vollendeter Harmonie und Zusammenspiel geprägt war, in die Pause. Hier wurden die Gäste vom Büfett der "Neunburger Freunde der Musik" verwöhnt, das keine Wünsche offen ließ.

Heitere Sonaten

Im zweiten Teil der "Impressionen aus Frankreich" widmeten sich die beiden Ausnahmemusiker dem großen französischen Impressionisten Claude Debussy. Das sinnliche Erlebnis eines Fauns, der eines Nachmittags aus seinem Schlaf erwachte, wurde auf eindrucksvolle Weise musikalisch mit der "Prelude à l´après-midi d´un faune", welches als Hauptwerk des musikalischen Impressionismus gilt, umgesetzt.

Unterschiedliche Stimmungen traten bei der "Sonate op. 94 für Flöte und Klavier" von Sergej Prokofjew hervor. Die vordergründig heiter wirkende Sonate trägt dennoch einen Hauch von Tragik in sich. Mit viel Applaus würdigten die Gäste das Konzert der beiden preisgekrönten jungen Künstler Myriam Ghani und Asen Tranchev. Anne Gierlach bedankte sich bei Barbara Nutz, der Leiterin der Musikschule, für die "tolle Location", bei Roman Sorgenfrei für die Organisation und natürlich beim Förderverein der Musikschule für die exzellente Verköstigung.

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