08.08.2018 - 14:44 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Filmgenuss in lauer Sommernacht

Vorhang auf für den ersten Neunburger Kinosommer. Mit fünf sehenswerten Filmen wollen die Initiatoren die "Marke Neunburg" mit Leben erfüllen. Wetterleuchten am Nachthimmel verstärkt am Dienstag die Atmosphäre.

Die Festspiel-Tribüne hat ihre Feuertaufe als Open-Air-Kino bestanden. Zur Premiere wurde das Drama "Aus dem Nichts" gezeigt, bis Samstag wird jeden Abend ein weiterer Film gezeigt. Durch das sichere Dach wären auch Aufführungen bei schlechtem Wetter möglich.
von Udo WeißProfil

(weu) Zwar waren die Zuschauerreihen auf der Burghoftribüne längst nicht alle gefüllt, doch die Organisatoren waren mit der Resonanz zur Premiere durchaus zufrieden. Die Initiatoren dieses Events, Helmut Hartinger und Peter Schmid, erzählten zur Eröffnung, wie es zu der Idee gekommen war. Unter anderem habe man dem früheren Kino nachgetrauert, und außerdem sei es schon länger ein Anliegen gewesen, zusätzliche Angebote auf die Festspiel-Bühne zu holen. Zudem wollte man das Neunburger Logo, die „Marke Neunburg“, mit Leben erfüllen, so Schmid.

Sein Dank galt der Familie Mauerer, Betreiber des Kino-Centers in Nittenau, die die Abrechnung über die Filmverleiher übernimmt. Auch Wolfgang Gräßl und dem Technik-Team gelte der Dank. Letztlich seien es auch viele Sponsoren aus Neunburger Betrieben und Firmen gewesen, die den Kinosommer möglich gemacht haben. Bei der ArGe Jugend, die als Veranstalter auftritt, seien alle Fäden zusammengelaufen, wofür Schmid dem Vorsitzenden Georg Keil sowie Ulrike Meixner vom Tourismusbüro dankte.

Nachdem sich die Gäste mit Prosecco oder alkoholfreien Getränken sowie Chips und Gummibärchen eingedeckt hatten, ging der mit dem Golden Globe 2018 und dem Satellite Award 2018 für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnete Streifen „Aus dem Nichts“, der auch für den Oscar nominiert war, über die Bühne. Der Film mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ erzählt die Geschichte von Katja, dargestellt von der deutsch-amerikanische Hauptdarstellerin Diane Kruger, die für diese Leistung in Cannes den Preis für die beste Darstellerin erhielt.

Sie verliert bei einem Bombenanschlag Sohn Rocco und ihren Mann Nuri und es bricht die ganze Welt zusammen. Für sie ist klar, dass nur Nazis hinter diesem feigen Anschlag stecken können. Sie schöpft Hoffnung, als einem Neonazi-Paar der Prozess gemacht wird. In der Verhandlung spürt Katja allerdings, dass das Recht nicht immer auf der Seite der Opfer ist. Nach geschickter Darlegung von Zweifeln durch den Verteidiger müssen die Angeklagten mangels eindeutiger Beweise freigesprochen werden. Das schürt in Katja Rachegedanken. Sie reist dem Pärchen, das in Griechenland Urlaub macht, nach, bastelt die gleiche Bombe, die ihre Familie getötet hat. Sie findet das Paar, steigt mit der um den Leib geschnürten Bombe in dessen Wohnmobil und jagt sich gemeinsam mit den beiden in die Luft. Der Film von Regisseur Fatih Akin zieht die Zuschauer durch seine dichte Erzählweise einer erschütternden und hochaktuellen Geschichte von der ersten Minute an in seinen Bann.

Begleitet wurde die Aufführung von Wetterleuchten am dunklen Nachthimmel. Später kam auch noch heftiger Wind auf, so dass wegen der unsicheren Wetterverhältnisse auf eine Pause verzichtet wurde. Bürgermeister Martin Birner, der zu Gast war, zeigte sich erfreut über die tolle Idee des Kinosommers. „Die Atmosphäre war sehr gut“, betonte er nach dem Film. „Wie in Italien beim Freiluftkino“, schwärmten andere Besucher. Manche waren wegen der guten Idee der Open-Air-Aufführung in einer lauen Sommernacht gekommen, andere hatte der Film selbst in den Burghof gelockt. Damit kann die erste Aufführung im Kinosommer, der noch bis Samstag dauert, als Erfolg bezeichnet werden.

Weitere Informationen zum Neunburger Kinosommer

Die beiden Initiatoren Helmut Hartinger (links) und Peter Schmid begrüßten zu Beginn die Gäste und gaben eine Einführung.
Die nächsten Filme:

8. August: "Downsizing" (Science-Fiction-Komödie, ohne Altersbegrenzung); 9. August: „Alles steht Kopf“ (Animationsfilm ohne Altersbegrenzung); 10. August „Inception“ (Science-Fiction-Thriller, ab 12 Jahre); 11. August: „Call me by your Name“ (Romanze, ab 12 Jahren). Einlass zu den Vorstellungen jeweils 20 Uhr, Filmbeginn 21 Uhr. Vorverkauf im Café Auszeit, bei Mode Becher, im Rathaus und bei der Sparkasse zum Preis von 5,50 Euro/5 Euro, an der Abendkasse 6 Euro/5,50 Euro. (weu)

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