Das "Smarte Gesundheitsnetzwerks Schwarzach-Regen“ muss sich nach anderen Finanzierungsquellen umschauen. „Es bestand von vorneherein nur eine Fifty-Fifty-Chance“, ist sich Anna-Sophie Birchner bewusst. Dennoch ist die Managerin des „Smarten Gesundheitsnetzwerks Schwarzach-Regen“ enttäuscht über die Förderabsage des Bundesbildungsministeriums. Jetzt muss sie sich nach anderen Finanzierungsquellen umschauen.
Das „Smarte Gesundheitsnetzwerk Schwarzach-Regen“ (SGN) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Gesundheitsversorgung in der Region der "Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Schwarzach-Regen" nachhaltig zu sichern. Durch den demographischen Wandel steige gerade im ländlichen Raum der Bedarf an medizinischer Versorgung, sagte ILE-Sprecher Martin Birner bei der Beteiligtenversammlung in Grafenkirchen (Gemeinde Pemfling). Der Neunburger Bürgermeister verspricht sich vom Gesundheitsnetzwerk eine Bündelung der Kräfte zur Entwicklung innovativer Modelle für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.
45 Bewerber
Grundlage für die Gründung des „Smarten Gesundheitsnetzwerkes Schwarzach – Regen“ war das Förderprogramm „WIR – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die Projektpartner sammelten Ideen für innovative Lösungen für die drei Handlungsfelder „Medizinische Fachkräfte anziehen“, „Medizinische Versorgung verbessern“ und „Gesund leben und wohnen“. An den Workshops beteiligten sich 80 Gesundheitsakteure. Sie machten Vorschläge zur gesundheitlichen Versorgung der Menschen in den Netzwerk-Gemeinden und reichten sie zur Bewertung ein. Gemeinsam mit 44 weiteren Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet.
„Wir werden trotzdem weitermachen“, kündigt Anna-Sophie Birchner an. Die 32-jährige Koordinatorin mit Masterstudium „Gesundheitsförderung und Prävention“ ist seit November 2020 bei der ILE beschäftigt und wurde bis zum Ende der Konzeptphase vom Bundesbildungs- und Forschungsministerium bezahlt. Nun übernimmt das Amt für ländliche Entwicklung die Finanzierung der Personalstelle.
Alternative Programme
Anna-Sophie Birchner stellte bei der Beteiligtenversammlung alternative Förderprogramme vor. Aus den bayerischen Fördertöpfen „Heimat.Digital“, „Gesundheitsregion plus“ und „Selbstbestimmt leben im Alter“ fließt ebenso Geld wie aus den Bundesprogrammen „REGION.innovativ“ und „T!Raum“. Nicht zu vergleichen allerdings mit der Millionen-Förderung aus dem Bildungsministerium. Dessen sind sich die Projektpartner bewusst.
Dem Bündnis „Smartes Gesundheitsnetzwerk“ gehören neben den zehn ILE-Gemeinden aus den Landkreisen Schwandorf und Cham auch das „Gesundheitszentrum Ostoberpfalz“ in Neunburg v.W. und das „Fraunhofer Institut" an. Außerdem ist die OTH Deggendorf mit im Boot. "Das zarte Pflänzchen soll weiter gedeihen", erklärt Netzwerk-Vorsitzender Martin Birner. Der Neunburger Bürgermeister weist auf den steigenden Bedarf bei der Gesundheitsversorgung in der Fläche hin und betont: "Die mit der Wissenschaft und der Forschung aufgebauten Ressourcen müssen weiterentwickelt werden".
Einzige Bewerbung aus Bayern
- Unter den 44 Bewerbungen wählt eine Jury 23 Projekte aus und gewährt für die Umsetzung der Konzepte im Laufe von sechs Jahren eine Förderung von bis zu 15 Millionen Euro pro Vorschlag.
- Das „Smarte Gesundheitsnetzwerk Schwarzach-Regen“ war die einzige zugelassene Bewerbung aus Bayern, bekam aber nicht den Zuschlag zur Finanzierung der Umsetzungsphase.















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