21.05.2018 - 14:56 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Stadt strebt für Wohnprojekt Gründung einer Genossenschaft an Für Wohnanlage "brennen"

Kein Problem wäre es, die geplante Seniorenwohnanlage in der Nähe des Marienheims von einem Investor bauen zu lassen. Doch die Stadt möchte die Bürger mit einbeziehen und versuchen, eine Wohngenossenschaft zu gründen.

Beim Informationstreffen erläuterten (von rechts) Verwaltungsleiter Peter Hartl, Bürgermeister Martin Birner und Wirtschaftsprüfer Andreas Pritschet die Möglichkeiten für eine Wohngenossenschaft. Bild: pko
von Helga ProbstProfil

Das Interesse an dieser Seniorenwohnanlage ist noch größer geworden und deshalb fand ein zweites Informationstreffen im Gasthaus Sporrer statt. Bis Ende Mai werden die Alternativen geprüft sein und eine Entscheidung fallen.

Die Initiatorin der Wohnanlage in Neunburg war Stadträtin Marianne Deml, die mit zahlreichen Senioren den aufschlussreichen Informationen von Andreas Pritschet, dem Mitglied des Vorstandes des Verbandes der Wohnungswirtschaft (VdW) Bayern aus München, folgte. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater dieses Prüfungs- und Interessenverbandes erläuterte zuerst, was eine Genossenschaft ist. Das Konstrukt sei vergleichbar mit einem Verein, wenngleich viel anspruchsvoller.

Mitglied mit Stimme

Der erste Paragraf einer Wohngenossenschaft lautet Förderung der Belange der Mitglieder durch zur Verfügung stellen von bezahlbarem Wohnraum. Zweitens gelte die Steuerbefreiung für Vermietung an die Wohngenossenschaft, wenn nur an Mitglieder vermietet wird. "Ein Mitglied hat eine Stimme", erklärte Pritschet das Prinzip der Mehrheitsentscheidung. Den laufenden Geschäftsbetrieb regeln der Vorstand und der Aufsichtsrat. In der Regel gelte die Begrenzung der Haftung für die Mitglieder, nur mit dem Geld, das sie eingezahlt haben.

Der Beitritt erfolgt durch Zeichnung von Aktien. Für einen Austritt kündigt das Mitglied und erhält genau so viel Geld zurück, wie es einbezahlt hat. Die Vorteile seien ein dauerhaftes Wohn- oder Nutzungsrecht der Wohnungen, wenn man eine erhalten hat. Die Mitgestaltung der Anlage durch die Mitglieder und Mitsprache beim Konzept und der Größe des Wohnraumes in der Planung, zählte der Fachmann auf. "Zur Gründung braucht es eine Kerngruppe, die dafür brennt, es voranbringt und sich engagiert", fasste Pritschet die Vorgehensweise zusammen. "Wir brauchen Visionen", lautete die Aufforderung an die Anwesenden.

Keine einfache Variante

Die Senioren machten aber klar, dass sie sich in ihrem Alter nicht mehr mit solch einer Aufgabe belasten möchten, sondern gerne fertige Wohnungen kaufen oder mieten möchten, ohne weitere Verpflichtungen damit zu haben. Bürgermeister Martin Birner bedankte sich für die professionelle Vorstellung des Modells Genossenschaft, das sicher keine einfache Variante für die Wohnanlage sei. Er forderte die Anwesenden noch einmal dazu auf im Bekanntenkreis zu fragen, ob jemand bereit wäre mit bis zu acht Leuten die benötigte Kerngruppe zu bilden, um doch noch eine Genossenschaft gründen zu können. "Wir wollten euch nichts Fertiges vorsetzen", erklärte der Bürgermeister.

Bis Pfingsten sei noch Zeit, sich bei der Stadt zu melden, dann werde er gemeinsam mit Geschäftsführer Peter Hartl Alternativen ausloten und dann zu einer weiteren Informationsveranstaltung einladen.

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