20.09.2019 - 17:02 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gerätehaus-Neubau in der Warteschleife

Über 800 000 Euro für das neue Feuerwehrhaus in Kemnath bei Fuhrn - das erachtet die Mehrheit im Neunburger Stadtrat als zu teuer. Die fertigen Pläne müssen nun über den Haufen geworfen werden.

In unmittelbarer Nachbarschaft des alten Feuerwehrhauses soll das Neue entstehen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Dass der dritte Tagesordnungspunkt "Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses in Kemnath bei Fuhrn" der Stadtratssitzung in Neunburg vorm Wald die Architekten noch vor eine große Herausforderung stellen würde, war zunächst nicht abzusehen. "Vorstellung und Billigung des Entwurfs" stand schließlich auf dem Plan. Doch davon sind die Beteiligten nach der Sitzung weiter entfernt als zuvor.

Beauftragt mit der Planung eines neuen Feuerwehrhauses neben dem jetzigen Gebäude, ist das Architekturbüro Steidl in Neunburg vorm Wald. Architekt Johannes Steidl stellte den Entwurf vor. Ein zweiteiliger Bau soll es werden. In der vorderen Halle ist Platz für zwei Feuerwehrfahrzeuge. Das hintere Gebäude ist leicht abgesenkt und versetzt zur Garage und passt sich so an die Landschaft an. Dieses bietet Platz für einen Ruheraum, Spinde und separate Umkleideräume für Männer und Frauen. Die Planung hätte vorgesehen, dass dieser Teil mit Holz verkleidet ist, was in das Ortsbild von Kemnath passt. Die Fahrzeughalle soll weiß verputzt werden. Als Dach waren ursprünglich rote Biberschwanzziegel vorgesehen. Die Kosten liegen bei rund 810 000 Euro. Die Begeisterung des Architektenduos teilten nicht alle Anwesenden.

"Wir brauchen keinen architektonischen Schnick-Schnack, sondern einen Zweckbau", bemängelte beispielsweise die Zweite Bürgermeisterin und Feuerwehrbeauftragte Margit Reichl. Im übrigen findet sie die Holzverkleidung des hinteren Gebäudes "schrecklich". Dass diese vom Tisch ist, wurde schnell entschieden. Michael Steidl erklärte, dass im geplanten Feuerwehrhaus kein Luxus verbaut sei. "Einzig die Betondecke könnte durch eine günstigere Holzdecke ersetzt werden", meinte er. Doch das würde nur wenige tausend Euro einsparen. Ebenso sei noch ungeklärt, was mit der Zisterne passiere, die sich auf dem Grundstück befindet. Je nach dem, ob eine Platte darüber gebaut wird oder, ob sie komplett zugeschüttet werden muss, könne es teurer oder billiger werden. Das Zuschütten wäre die kostspieligere Variante. Auch das Bodengutachten stehe noch aus. Alles Unwägbarkeiten, die bereits in die Kosten eingeplant werden. Der Worst-Case sozusagen.

Geeinigt hat sich das Stadtratsgremium zwar nicht auf den Entwurf, allerdings darauf, dass die Planungen überdacht und auf mögliche Einsparungen überprüft werden sollen. Bei der nächsten Sitzung am 24. Oktober soll dann die Entscheidung fallen.

Aus dem Stadtrat:

Beim Rathaus fast einig

Im Bezug auf die Sanierung mit Anbau des Rathauses wurden sich die Mitglieder des Stadtrats einig. Architekt Michael Steidl präsentierte die Änderungen des Entwurfs, die vom Landratsamt und von der Denkmalschutzbehörde gefordert wurden. Die Fenster des Anbaus werden an die Sprossenfenster des Nachbarhauses angepasst. Das moderne Dach weicht einem Mansarddach und fügt sich damit in die historische Häuserzeile ein. Auch der historisierte Stil passt zum Stadtbild ein. Der Entwurf wurde mit 18 zu 2 Stimmen genehmigt. (anv)

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