30.07.2018 - 15:27 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Im Gespräch mit Flüchtlingen

Asylbewerber schildern an der Gregor-von-Scherr-Realschule ihre Schicksale. Im Unterricht entsteht eine Fotocollage als Symbol gegen Hetze und Respektlosigkeit.

Das Projekt "Frieden stiften" informierte die Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Asylbewerber schildern an der Gregor-von-Scherr-Realschule ihre Schicksale. Im Unterricht entsteht eine Fotocollage als Symbol gegen Hetze und Respektlosigkeit.

"Frieden stiften" heißt die Initiative, die Elke Reinhart aus Schwarzhofen zusammen mit Realschullehrer Michael Widtmann (Neunburg) unter dem Schirm des Rotary-Clubs ins Leben gerufen hat. Das Ziel der ehrenamtlichen Initiative ist es, Vorurteile abzubauen, die vor allem in den sozialen Netzwerken kursieren. Das gleiche Motto träge auch ein Projekt an der Scherr-Realschule, das durch Unterstützung des Netzwerks "Integration SAD" ehrenamtlich organisiert und veranstaltet wurde.

Gemeinsam friedlich zusammenleben, einander respektieren und tolerieren, das ist leider nicht mehr selbstverständlich in unserer Gesellschaft, schreibt Lehrkraft Stefanie Brückner in einem Pressebericht dazu. Dabei sei es so einfach, einen Schritt aufeinander zuzugehen, Fragen zu stellen, um das Fremde vertrauter zu machen und Ängste abzubauen. Genau solche Fragen konnten die Schüler der zehnten Klassen den 13 Asylbewerbern und anerkannten Geflüchteten aus Syrien und Afrika stellen und bekamen sehr offene und ehrliche Antworten.

Die Schüler erfuhren viel über deren Heimat und hörten Erzählungen zu sehr dramatischen Erlebnissen. So schilderte beispielsweise der 25-jähriger Mohammed aus Syrien, dass sein Schulbus von Militärs des Assad-Regimes aufgehalten wurde und er eine Woche im Gefängnis saß. Der Grund für seine Verhaftung sei der Verdacht auf die Teilnahme an Demonstrationen gegen den Machthaber gewesen. Weil der junge Syrer kurz vor der Verhaftung seine Sim-Karte mit Video- und Bildmaterial des Aufstands aus dem Handy entfernt hatte, wurde er freigelassen. Drei weitere Jugendliche seien nach der Verhaftung nie wieder zurückgekehrt.

Die Schüler erstellten eine große Fotocollage, die in der Aula des Schulgebäudes als Symbol gegen Hetze, Ungerechtigkeit und Respektlosigkeit aufgehängt wurde; dabei halfen auch die Flüchtlinge mit. Ebenso schrieben einige Schüler einen Poetry-Slam-Text, der anschließend vorgetragen wurde. Von traurig-berührend, bis hin zu ironisch-lustig, bot sich dem Publikum eine sehr vielseitige Darstellung der Emotionen und Gedanken der Schüler zu den Themen Menschenrechte und Rassismus. Mit diesen Bildern und Worten wurde das Projekt abgeschlossen und hoffentlich mehr Empathie und Verständnis für Menschen in Not geschaffen.



Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.