21.10.2019 - 14:30 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Gruselkomödie in der Versöhnungskirche

Markus Veith spielt ein Stück von Edgar Allan Poe. Eine Kirche wird dabei zum Theaterplatz.

Mit wenig Kulissen, Geräuschen, Beleuchtung und grandioser Schauspielleistung schuf der Schauspieler Markus Veith eine düstere, gruselige Atmosphäre und brachte so in herausragender Weise die Geschichten Edgar Allan Poes auf die Bühne in der Versöhnungskirche.
von Udo WeißProfil

Wer den Schriftsteller kennt, der weiß, dass seine Storys Schauer und Gänsehaut erzeugen und von tiefgründig schwarzem Humor durchzogen sind. Diese düstere, gruselige Atmosphäre brachte Markus Veith in seiner Einmann-Komödie "Einst um eine Mittnacht" nach Edgar Allan Poe grandios auf die Bühne.

Der Schauplatz war in diesem Fall der Altarraum der evangelischen Versöhnungskirche, der mit Vorhang und wenig Kulissen zur "Rotlicht-Arena" wurde. Als Rabe, der nachts durchs Fenster flog und im Gedicht sein "Nimmermehr" krächzte, führte Markus Veith das Publikum auf humorvoll-gruselige Weise in schaurige, beklemmende Sphären des Schriftstellers Poe, über den Veith reimte: "Meister Poe hat sich oft ins Dunkel geflüchtet. Dort hat er die Wurzeln des Alptraums gezüchtet." Schreie, Wind, dröhnender Herzschlag, Donner, Katzengeschrei und Geister untermalten die gespenstische Stimmung, die Veith mit Gestik, Mimik und vollem Körpereinsatz ausgestaltete.

Bemerkenswert ist, dass er nur Reime zur Darstellung der Geschehnisse spricht. So auch die Geschichte "Der schwarze Kater", dem sein Besitzer eines der grünen Augen herausschnitt, sie erdrosselte und an eine Trauerweide hängte. Nachdem er nachts andauernd Katzengeschrei gehört hatte, nahm er das Tier vom Baum, zündete es an und schleuderte es davon. "Es war nicht einfach, der Versicherung den Brand des Hauses klarzumachen", lautete Veiths lapidarer Kommentar dazu.

Einiger Kulissen bediente er sich bei der Geschichte "Das verräterischere Herz", in der eine alte, nervige Witwe um die Ecke gebracht wird. In der Pause konnten sich die angesichts der großartigen Vorstellung zu wenigen Gäste mit Getränken erfrischen, bevor Veith zu zwei weiteren Gruselgeschichten von Edgar Allan Poe einlud, "Die Maske des roten Todes" und "Der Untergang des Hauses Usher".

Nach Veiths erfolgreichem Debüt vor drei Jahren mit Wilhelm Busch gastierte er erneut im Rahmen des Kunstherbsts. Mit den düsteren Gruselgeschichten des Altmeisters des Horrors hat Veith einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

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