22.05.2019 - 15:35 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Mit Hass im Netz richtig umgehen

Die Schüler der Mittelschule Neunburg beteiligen sich an dem bundesweiten Projekt "#netzrevolte", sie komponieren einen Rap und erstellen Graffiti. Dieses Engagement wird nun gewürdigt.

Stolz nahmen Schulleiterin Irene Träxler (Fünfte von links) und die Schüler den Preis für ihre Arbeit entgegen. Bürgermeister Martin Birner (rechts) gratulierte ihnen und den verantwortlichen Lehrern Christine Schießl (Sechste von links), Mario Schiegerl-Höldrich (Siebter von links) und Christian Schießl (Fünfter von links).
von Udo WeißProfil

Wieder einmal gibt es an der Neunburger Mittelschule Grund zum Jubeln: Das von Christine Schießl geleitete Projekt "#netzrevolte" ist mit dem Ehrenamtspreis der Versicherungskammer-Stiftung in Höhe von 5000 Euro prämiert worden. Diesen Preis überreichte der Schirmherr der Aktion, der Bayrische Innenminister Joachim Herrmann, in München an die Preisträger.

Rektorin Irene Träxler versprach, das Geld für den Ausbau und die Vertiefung der Medienkompetenz an der Schule zu verwenden und für die Vermittlung demokratischer Werte. Als erste und einzige Schule in Bayern beteiligte sich die Mittelschule in Neunburg vorm Wald an dem bundesweiten Projekt, das von der Stiftung "Lernen durch Engagement - Service Learning in Deutschland" umgesetzt wird. Mit "#netzrevolte" lernen Schüler, wie sie mit Hass im Netz umgehen können. Das Projekt verbindet demokratische mit digitaler Bildung und stärkt die Handlungs- und Urteilsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Die Schüler setzen sich mit digitalen Medien und Phänomenen wie Fake-News, Hatespeech und Diskriminierung im Netz auseinander und engagieren sich in selbst gestalteten Projekten für die Vielfalt und Gleichwertigkeit in der Gesellschaft.

Ohne Grenzen

Die Achtklässler der Ganztagsklasse haben zusammen mit den Schülern der Deutschklasse zum Thema "Freiheit - Toleranz - Vielfalt" im Projektnachmittag Graffiti erstellt und hatten dabei Unterstützung von Alexander Rosol aus Regensburg. Mit Rapper Felix Merl (FEEL.ikx) aus Leonberg haben sie einen Rap komponiert, dessen Text sie selber geschrieben haben. Darin geht es um den Zusammenhalt ohne Grenzen, Länder und Farben: "Wir reichen uns die Hände, denn wir sind alle Menschen", heißt es im Refrain. Der Rapper-Gruppe gehören auch ein äthiopischer, ein syrischer Schüler und eine Schülerin aus Mazedonien an.

Um auch anderen Schülern mit Migrationshintergrund die Menschenrechte durch den Rap nahe zu bringen, wird der Text in arabisch, rumänisch, bulgarisch und mazedonisch übersetzt und gesungen. In einem Seminar zum Thema "Hate Speech", in dem es auch um die Werte der Demokratie ging, wurde der Grundstein für das Projekt gelegt. Nach gründlicher Recherche suchten die Jugendlichen Beispiele für Menschenrechtsverletzungen. Wichtig war, sich Gedanken darüber zu machen, was jeder Einzelne dagegen tun kann.

Der Rap auf Youtube

Weitere Ideen

Um Hass im Netz die Stirn zu bieten und Demokratie und Toleranz in einer digitalen Welt hervorzuheben, sind an der Schule bereits weitere kreative Ideen geplant, die von Lehrern und Schülern engagiert umgesetzt werden, verbunden mit dem Wunsch: Nachmachen erwünscht. Mit diesem Projekt ist die Schule nun auch für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Bildungskonferenz in Wackersdorf zum Thema Digitalisierung

Schwandorf
Aufsehenerregende Graffiti mit Themen wie „Toleranz“, „Vielfalt“ und „Freiheit“ waren Teile des preisgekrönten Projekts der Mittelschule.
Hintergrund:

Der Preis

Gemeinnützigem Engagement Anerkennung auszusprechen und finanzielle Unterstützung zu geben: Das ist das Ziel des Ehrenamtspreises der Versicherungskammer Stiftung. Er wird jährlich mit neuem Schwerpunkt ausgeschrieben und dabei in verschiedenen Kategorien mit Preisgeldern dotiert.

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