29.01.2020 - 00:01 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Hüter und Bewahrer der Stadtgeschichte

Jahrzehntelanges Engagement, angetrieben von einer Passion für Kultur und Heimatgeschichte – so lässt sich das Wirken von Theo Männer zusammenfassen. Am 29. Januar vollendet Neunburgs Ehrenbürger und Heimatpfleger das 80. Lebensjahr.

Die besten Wünsche für den Ehrenbürger, Heimatpfleger und Museumsleiter: Theo Männer feiert am 29. Januar seinen 80. Geburtstag.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Einen "Glücksfall für Neunburg" hat man ihn schon genannt, einen "Botschafter der Pfalzgrafenstadt" und "Bewahrer von Neunburgs Geschichte und Kultur". Der Vergangenheit seiner Heimatstadt hat sich der frühere Studienrat und Lehrer an der Gregor-von-Scherr-Realschule in besonderem Maße angenommen. Seit weit über 40 Jahren ist Männer mittlerweile Kreisheimatpfleger. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, wenn zahlreiche Relikte aus der Historie von Stadt und Umland vor dem Verfall oder dem Vergessen gerettet wurden.

Das Ziel, der Lokalgeschichte sowie dem Kulturleben vor Ort Auftrieb zu geben, verfolgte Männer als Initiator des Festspiels "Vom Hussenkrieg", das seit 1983 jeden Sommer aufgeführt wird. Als langjähriger Vorsitzender des Festspielvereins knüpfte er vielfältige Kontakte zu Städten in Deutschland und Tschechien. Gemeinsam mit Jiri Nawara (Tabor) legte er die Saat für die Gründung der "Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition". Die Handschrift von Theo Männer trug auch die Neunburger 1000-Jahr-Feier 2017. Unter seiner Ägide standen die Vorbereitungen des Stadtjubiläums, und ihm oblag die Schriftleitung der Stadtchronik.

Das Feld der Kommunalpolitik hat der Jubilar jahrzehntelang beackert: 1971 war er Gründungsvorsitzender der Jungen Union, zog 1972 erstmals in den Stadtrat ein. Bis 2002 saß Theo Männer für die CSU im Gremium, 24 Jahre war er Zweiter Bürgermeister. Als Beauftragter für die Altstadtsanierung fungiert er nach wie vor und scheut sich nicht, bei Denkmalschutzfragen mahnend den Zeigefinger zu erheben.

Jede Menge Herzblut hat Männer für das Schwarzachtaler Heimatmuseum fließen lassen. Unter seiner Leitung ist die Sammlung in den vergangenen Jahren ständig ausgebaut worden. Beim nun geplanten Umbau und der Neuausrichtung der Ausstellung bringt sich Theo Männer ebenfalls mit ein, auch wenn bei ihm längst nicht alle Skepsis gegenüber dem künftigen Museumskonzept ausgeräumt ist.

Unstrittig ist, dass sich Männer in hohem Maße um seine Heimat verdient gemacht hat. Die Stadt Neunburg hatte sein Engagement bereits im Jahr 2002 gewürdigt, als sie Theo Männer zum Ehrenbürger ernannte. Seit 2014 ist er außerdem Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Zum 80. Geburtstag wird die Stadt das Lebenswerk Männers am Freitag, 31. Januar, bei einem Empfang im Schlosssaal würdigen.

Sein eigener Geburtstagswunsch entspricht ganz dem Naturell des Jubilars: Er bittet, von persönlichen Präsenten Abstand zu nehmen, vielmehr sollen Spenden für die Renovierung des Kreuzweges in der Jakobskirche gegeben werden. Einmal mehr möchte der Heimatpfleger damit ein Stück Stadt- und Kirchengeschichte für die Zukunft bewahren.

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