06.08.2018 - 10:07 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

"Hussenkrieg 2.0" hat überzeugt

Finale im Festspielsommer: Eine umjubelte Vorstellung beendet das 36. "Hussenkrieg"-Jahr. Die Neuinszenierung von Cornelius Gohlke hat das Publikum überzeugt. Die Vertragsverlängerung mit dem Regisseur scheint in Reichweite.

Übliches Ritual nach der letzten "Hussenkrieg"-Aufführung: Die männlichen Darsteller rasieren sich ihre Bärte ab, die in den vergangenen Monaten wild wucherten. Auch (von rechts) Georg Keil (Ritter Marquart Stör), Michael Hellmuth (Pfalzgaf Johann) und Andreas Vitzthum (Hussitenanführer Rzitka) griffen zum Rasierapparat.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

(mp) Nachdem die Schminke abgewaschen war, die Scheinwerfer verlöscht und die Requisiten verstaut waren, bildete die Abschlussfeier im "Hussitenkeller" den letzten Akt des offiziellen Festspieljahres. Zunächst überreichte Helmut Mardanow, Vorsitzender des Festspielvereins, an Regisseur Gohlke und Assistentin Nina Töppel, die obligate Dankurkunde, die jeder Mitwirkende des "Hussenkrieg" erhält.

Unter das Ensemble hatten sich auch Schirmherr Thomas Stalla und Gattin Stefanie gemischt. Er habe den Mitwirkenden zwar keinem Regen ausgesetzt - "dafür sind wir schweißnass geworden", kommentierte Mardanow das heiße Klima. Sein Dank galt dem gesamten Ensemble - "jedes Rädchen ist wichtig" - und er hob besonders die Helfer bei Technik, Maske, Kostümen, Requisiten sowie die Vereinswirte hervor.

Im Vorjahr habe er an gleicher Stellung seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Neuinszenierung gut über die Bühne geht, erinnerte Mardanow. Am Samstagabend stand für ihn fest: "Der Neubeginn ist gelungen." Die Zuschauer seien begeistert gewesen, vom vielen Vorbeugen beim Schlussapplaus hätten manche Mitwirkende schon Rückenschmerzen gehabt, scherzte der Vorsitzende. Die Vorstandsmitglieder hätten sich bereits einstimmig dafür ausgesprochen, dass Cornelius Gohlkes Engagement verlängert wird. Er hoffte, dass die Stadtverwaltung bald die nötigen Gespräche in die Wege leitet.

"Die heutige Vorstellung war noch besser als die Premiere", lobte der Regisseur, der die letzte Aufführung als Zuschauer mitverfolgt hatte. Der Einsatz des Ensembles habe ihn beeindruckt - "die Energie ist nicht runtergegangen". Er würdigte die flüssigen Abläufe und die hochkonzentrierte Vorstellung. Es war ihm ein Anliegen, sämtlichen Mitwirkenden für die große Teamleistung zu danken.

Einen "Glückwunsch zur gelungen Neuinszenierung" sprach Schirmherr Thomas Stalla aus. Ihm war die Leidenschaft des Ensembles aufgefallen, mit der "einige neue Fans" gewonnen wurden. So hätten heuer 100 Mitarbeiter der Raiffeisenbank den "Hussenkrieg" gesehen, und sie seien alle begeistert gewesen. Er bedankte sich, dass er und seine Frau heuer ein Teil des Festspiels sein durften.

Den Dank der Stadt dafür, dass Festspielverein und Ensemble die "Herausforderung Neuinszenierung" angenommen haben, übermittelte Bürgermeister Martin Birner. Sowohl die erfahrenen Darsteller als auch die neuen Mitwirkenden hätten erst in ihre Rollen hineinfinden müssen. Dabei habe ihnen Regisseur Cornelius Gohlke ein Stück weit freie Hand gelassen - "und diese Freiheit hat gutgetan", so Birner. Auch ihm war die Steigerung im Vergleich zur Premiere aufgefallen. Birner schloss daraus: "Jeder Spieler hat an sich gearbeitet." Der Bürgermeister sagte dem Festspiel weiterhin die Unterstützung der Stadt zu und kündigte für September die Gespräch zur Vertragsverlängerung mit dem Regisseur an.

Zum Abschluss dankte Franz Binder, Verantwortlicher für die Organisation des Mittelaltermarkts, allen, die beim Auf- und Abbau sowie an den Markttagen selbst auf irgendeine Weise einen Beitrag zum Gelingen geleistet haben. Programm und Atmosphäre seien von den Gästen begeistert aufgenommen worden, und die Veranstaltung sei von Unfällen verschont geblieben.

Die heutige Vorstellung war noch besser als die Premiere.

"Hussenkrieg"-Regisseur Cornelius Gohlke

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