12.05.2021 - 12:22 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Kein Asphalt auf dem innerstädtischen Wanderweg in Neunburg

Die Asphaltierung des innerstädtischen Wanderweges in Neunburg vorm Wald ist vom Tisch: Die Stadtratsmehrheit ist dagegen, um die Attraktivität des Goldsteig-Premiumweges nicht aufs Spiel zu setzen.

Der innerstädtische Wanderweg von der Schwarzachtalhalle zur Krankenhausstraße wird nicht asphaltiert
von Helga ProbstProfil

Die Fortschreibung des Straßenbauprogramms 2021 bis 2025 und die Arbeiten im Zuge des Straßenunterhalts wurden in der Stadtratssitzung einstimmig genehmigt. Fast 2,3 Millionen Euro werden dafür im Haushalt 2021 bereitgestellt. Nichts wird aus einer Asphaltierung des innerstädtischen Wanderweges: Sie fand nur fünf Befürworter.

15 Stadträte waren dagegen, um die touristische Attraktivität des Goldsteig-Premiumweges nicht zu verlieren. Der Antrag kam von den Freien Wählern, die eine saubere, sichere Oberfläche für den wichtigen Verbindungsweg von der Krankenhausstraße bis zur Neukirchener Straße forderten.

„Wenn es trocken ist, treten neben Staubentwicklung durch Radfahrer, keine nennenswerten Probleme auf“, begründete Martin Scharf, Fraktionssprecher der Freien Wähler Stadtratsfraktion den Antrag. „Bei schlechtem Wetter bilden sich Pfützen und im Winter Eisplatten“ lautete es weiter. Für Rollstuhlfahrer und Rollatorenbenutzer führe das zu großen Problemen und die Grundschulkinder kämen mit nassen, verschmutzten Schuhen in der Ledererstraße an. Der Weg von der Schwarzachtalhalle zur Krankenhausstraße werde sehr stark frequentiert und bald für ein neues Baugebiet verlängert. Diese werde mit Sicherheit geteert werden, war Scharf überzeugt. Er bat seine Stadtratskollegen eindringlich für den Antrag zu stimmen.

Tourismusfachfrau Alexandra Beier, Leiterin des Tourismuszentrums Oberpfälzer Wald in Nabburg, warnte davor, in den Premiumwanderweg einzugreifen. Neunburg habe das Glück, dass der Goldsteig ganz durch den Ort führe. Das bedeute viele Vorteile für die Geschäfte und die Gastronomie. Die Wanderung auf einem gesandeten Weg sei angenehmer. Die Geschwindigkeit der Radfahrer nehme auf Asphalt zu. Dann wäre die Nutzung für die Fußgänger und Schüler zunehmend gefährlicher, erklärte Beier.

Tanja Kraus sprach sich für die SPD-Fraktion gegen die Asphaltierung aus. „Es sollen keine Flächen mehr versiegelt werden“, so die Stadträtin. Der Wanderweg soll ungeteert bleiben, sagte Alexander Trinkmann (CSU). Auch wenn das eine Forderung des Bürgerhaushalts sei, greife der nur, wenn kein anderer Haushalt zuständig sei. Trinkmann mahnte außerdem, ans Geld sparen zu denken. Die Asphaltierung der drei Teilstücke Unterführung Schwarzachtaler Straße bis Schwarzachtalhalle, von da bis Söltlstraße und dann bis Krankenhausstraße würden fast 300 000 Euro kosten. Mit 22 000 Euro könnte die Strecke ohne Asphaltierung ausgebessert werden.

Herbert Wartha (SPD) und Walter Drexler (FW) waren der Meinung, dass „dieser Dreckfleck in der Stadt weg muss“. Vehement gegen die Asphaltierung des einmaligen Wanderweges direkt vor der Haustüre vieler Neunburger plädierte Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl. Die Seebarner würden das mit einem Schildbürgerstreich vergleichen. Mehrheitlich wurde der Antrag schließlich abgelehnt.

Neben diesen diskutierten Strecken ist die Stadt Baulastträger eines Straßennetzes von 178 Kilometern Länge. Viele Straßen sind überaltert und beschädigt. Aktuell stehen für 2021 folgende Maßnahmen an: In Kemnath bei Fuhrn muss noch die Bushaltestelle bei der Kirche eingerichtet werden, gebaut wird an der Gemeindeverbindungsstraße Wilbersdorf zum Plattenberg, drei Baugebiete werden erschlossen und die Krankenhausstraße saniert. Das Durchlassbauwerk Oberauerbach und die Stichstraße im Baugebiet „Kleine Seigen“ stehen ebenfalls heuer an. Für Straßenerneuerungen werden 1 954 000 Euro und für Straßenunterhaltsmaßnahmen 315 000 Euro in den Haushalt 2021 eingeplant.

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