22.03.2021 - 16:52 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Kein Hussenkrieg, kein Altstadtfest

Für Großveranstaltungen ist Planungssicherheit gefragt: Der Stadtrat macht nun Nägel mit Köpfen: Die Neunburger Events werden für ein Jahr ausgesetzt und durch kleinere Formate ersetzen.

Das Neunburger Altstadtfest war stets eine beliebte Tanzbühne. Daraus wird heuer nichts.
von Externer BeitragProfil
Auf Burgfestspiele und Altstadtfest muss heuer verzichtet werden. Als Ersatz soll es kleinere Veranstaltungen geben, die kurzfristiger geplant werden können.

Der Neunburger Stadtrat hat sich in seiner Sitzung eingehend mit dem Thema „städtische Veranstaltungen unter Pandemie-Zeiten“ befasst. Zur Diskussion standen hierbei die Burgfestspiele „Vom Hussenkrieg“ und das Altstadtfest. Darauf muss verzichtet werden.

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Jede dieser Veranstaltungen bildet ein Highlight im städtischen Veranstaltungskalender. Unter normalen Umständen würden die Vorbereitungen in allen Bereichen bereits seit Monaten auf Hochtouren laufen. Bisher konnten viele Planungen noch zurückgestellt werden. Jetzt – wenige Monate vor den Veranstaltungen – müssen jedoch Entscheidungen getroffen werden, um allen an den Veranstaltungen Beteiligten Planungssicherheit zu geben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Neunburg vorm Wald. Inzwischen steht fest: Die Stadt wird ihre traditionellen Großveranstaltungen für ein Jahr pandemiebedingt aussetzen und stattdessen an neuen, kleineren, aber dafür an die Pandemiesituation angepasste Veranstaltungsformate für den Sommer 2021 arbeiten.

Lange Vorlaufzeit

Denn die Pandemie lässt derzeit keinen Raum für langfristige Planungen. Gerade für Großveranstaltungen braucht es aber ausreichend Vorlaufzeiten. Schließlich müssen Bands, Infrastruktur, Marketing und vieles mehr frühzeitig gebucht und organisiert werden.

Die Entscheidung zum Aussetzen der Veranstaltungen machte sich der Stadtrat keinesfalls leicht. Im Vorfeld wurden alle Veranstaltungen bis zum Sommer 2021 einer genauen Prüfung auf eine mögliche Umsetzung unterzogen. Ausgangspunkt für die Beratungen bildeten die Hygieneschutzmaßnahmen, die Prognosen hinsichtlich der Impfungen und Auswirkungen möglicher Mutationen. Zudem wurden die städtischen Gesundheitsbeauftragten Dr. Christoph von Wenz zu Niederlahnstein und Maximilian Lang um ihre fachliche Einschätzung gebeten. Parallel wurde ebenso der Austausch mit anderen Gemeinden gesucht. So konnte sich der Stadtrat ein umfangreiches Bild zur Gesamtsituation machen.

Das sachliche, einstimmige Ergebnis: Größere Menschenansammlungen werden im Sommer 2021 noch nicht möglich sein. Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasenschutzes werden weiterhin von zentraler Bedeutung sein. Diese Ergebnisse ließen letztlich nur einen Beschluss zu: Die Großveranstaltungen Burgfestspiele „Vom Hussenkrieg“ und Altstadtfest werden für das Jahr 2021 ausgesetzt. „Als Stadtrat stehen wir in der Verantwortung die Gesundheit unserer Bürger bestmöglich zu schützen. Dieser Verantwortung stellte sich der gesamte Stadtrat geschlossen zum Wohle der Gesundheit aller“, so Bürgermeister Martin Birner zur Entscheidung. Zum Schutz aller und vor dem Hintergrund einer noch unklaren Anzahl an geimpften Menschen bis zum Sommer, wäre das Risiko für die Bürger letztendlich zu hoch. „Es geht aber nicht nur darum, Veranstaltungen alternativlos abzusagen. Die Pandemie birgt auch die Chance neue, kreative Wege zu gehen, die das kulturelle Leben in Neunburg vorm Wald fördern“, betont Bürgermeister Birner.

Kreative Pläne

Die Stadt Neunburg vorm Wald möchte deswegen mit neuen Ideen das Gefühl vergangener Kultursommer nach Neunburg vorm Wald holen. Die Weichen dafür stellte der Stadtrat mit seinem Beschluss bereits. Die Stadtverwaltung arbeitet nun die vorgeschlagenen neuen Veranstaltungsformate weiter aus, die den Hygieneschutzmaßnahmen aus dem vergangenen Sommer gerecht werden.

So sind beispielweise Picknick-Konzerte mit Live-Stream, Sommerserenaden und kleine Kinonächte in Planung, die vor allem mit kürzerer Planungsdauer umgesetzt werden können. Parallel dazu sollen die Themenmärkte mit verkaufsoffenem Sonntag soweit möglich ausgerichtet werden, um Einzelhandel und Gastronomie, die von der Krise besonders betroffen sind, zu unterstützen. Damit setzt der Stadtrat schon heute ein klares Signal für die einheimische Wirtschaft. Ein Hygienekonzept für die Märkte wurde von der Stadt bereits im letzten Jahr erarbeitet.

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