14.12.2018 - 11:04 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Klappe auf, Algen weg

Der Blaualgen-Stopper aus Bautzen kommt an – zumindest beim Neunburger Stadtrat. Jetzt soll der Bürgermeister Kontakt aufnehmen zum Umweltministerium, eine Lösung für die Algenplage am Eixendorfer Stausee scheint in Reichweite.

Die Idylle trügt: Bei genauem Hinsehen entpuppt sich das Wasser im Eixendorfer See wegen der grünlichen Blaualgen als wenig einladend. Jetzt nimmt der Stadtrat Kurs auf eine neue technische Methode: ein in Bautzen erprobter Blaualgen-Stopper soll her.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Einstimmig hat der Stadtrat bei seiner Sitzung am Donnerstag den nächsten Schritt hin zu einer favorisierten technischen Lösung des Algenproblems auf dem Eixendorfer Stausee gebilligt. Bürgermeister Martin Birner wurde ermächtigt, sich beim zuständigen Bayerischen Umweltminister und den nachgeordneten Behörden für ein System einzusetzen, das sich heuer in der Talsperre in Bautzen als erfolgreich herausgestellt hat. Unter Einbeziehung des Helmholtz-Instituts soll geprüft werden, ob ein Entnahmeturm auch für den See auf Neunburger Hoheitsgebiet in Frage kommt.

"Der Entnahmeturm ist im Gutachten untergegangen", erinnerte Bürgermeister Martin Birner an die von Stadtrat Walter Drexler schon seit Jahren geforderte technische Lösung. Doch nun sei man auf eine Konstruktion aufmerksam geworden, die in Bautzen den ersten algenfreien Sommer bescherte. Zusammen mit dem Fischereivereins-Vorsitzenden hatten sich Birner und Drexler daraufhin nach Sachsen aufgemacht und vor Ort Informationen eingeholt.

"Nach 25 Jahren Runder Tischer zu dem Thema ist jetzt eine Lösung greifbar", informierte Drexler das Gremium. Der See im Osten sei wegen einer ähnlichen Wassertiefe mit dem Eixendorfer Stausee vergleichbar, er verfüge ebenfalls über eine Vorsperre. Und so funktioniert der Blaualgen-Stopper: Über einen vertikalen Schacht wird Wasser aus genau jenen warmen Schichten entnommen, in denen die Algen so gut gedeihen. "Die Algenblüte ist einfach ausgeblieben", schwärmt Drexler, "und selbst auf der 500 Hektar großen Fläche hat ein einziger Entnahmeturm ausgereicht". Kostenpunkt: 700.000 Euro.

Weitere Infos zum Thema:

Neunburg vorm Wald

"Der Regierungspräsident hat angekündigt, er kommt mit nach Bautzen und schaut sich das an", ergänzte Bürgermeister Birner bei der Stadtratssitzung und hatte auch lobende Worte für den Runden Tisch und die Bemühungen seitens der Landwirtschaft parat. Neben diesen mittel- bis langfristigen Maßnahmen peile man jetzt diese neue, kurzfristige Chance auf eine Verbesserung an. "Auch in Bautzen gab es jeden Sommer diese dicke grüne Pampe", zog Drexler Parallelen, "ich bin zuversichtlich das wir mit dem Entnahmeturm jetzt ganz nah dran sind an einem Ausweg". Im Stadtrat gab es nach der Einblendung von Bildern, Berichten und Audio-Beiträgen aus Sachsen keinen Zweifel mehr an diesem Weg. Ohne Diskussion und Gegenstimme passierte der Vorschlag das Gremium.

Ein Besuch in Bautzen hat die Neunburger Delegation mit Walter Drexler (Zweiter von links) Bürgermeister Martin Birner und Fischereivereins-Vorsitzendem Michael Throner von dem Entnahmeturm überzeugt. Sebastian Fritze von der Landestalsperren-Verwaltung Sachsen (links) lieferte Details.

Nach 25 Jahren Runder Tischer zu dem Thema ist jetzt eine Lösung greifbar.

Stadtrat Walter Drexler

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.