18.09.2018 - 13:02 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Maroder Kanal trübt das Ergebnis

Fast eine viertel Million Euro Verlust verbuchen die Stadtwerke im Vorjahr. "Hauptschuld" trägt die Kanalreparatur in der Austraße. Die Zeit der konstanten Gebühren ist demnächst vorbei und es soll nur noch zwei Kläranlagen geben.

von Helga ProbstProfil

Bei der öffentlichen Sitzung des Werkausschusses im Sitzungssaal des Rathauses legte Werkleiter Willi Meier die vorläufigen Zahlen des Jahresabschlusses 2017 des Eigenbetriebes Stadtwerke vor. Was sich im Geschäftsjahr 2016 bereits abzeichnete und worauf die Werkleitung bereits hingewiesen hatte, bestätigte sich 2017: Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich auf 247 000 Euro gegenüber 133 000 Euro im Vorjahr. Der Plan 2017 ging von einem Verlust von 49 950 Euro aus. Doch weniger Umsätze von 45 000 Euro und Mehrkosten von 159 000 Euro ergaben die Differenz vom Plan- zu den Ist-Zahlen von minus 204000 Euro.

Niedrigere Personalkosten und Einsparungen beim sonstigen betrieblichen Aufwand hatten die Tendenz nur mildern, aber nicht verhindern können, lautete die Erklärung zu den Zahlen. „Der höhere Materialaufwand wurde zum Teil von der Kanalreparatur in der Austraße verursacht“, erklärte Meier. Anstelle der Erneuerung wurde der Kanal dort an drei Stellen saniert und diese Ausgaben (70 000 Euro) mussten zum Unterhalt dazugerechnet werden. Ein Neubau hätte aber 170 000 Euro gekostet, so dass trotzdem von einer Einsparung geredet werden könne, so der Stadtwerkeleiter.

„Sehr erfreulich ist, dass wir 16 Jahre lang konstante Gebühren hatten“, so Meier. Jetzt werde aber dringend eine Anpassung benötigt. Es sei ein privates Sachverständigenbüro mit der Neukalkulation beauftragt worden, die bis Ende des Jahres vorliegen sollte. Die elf Mitglieder des Werkausschusses nahmen das vorläufige Jahresergebnis 2017 nach einigen Nachfragen zur Kenntnis; ebenso den Bericht der Werkleitung zum bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2018. Demnach liegen die Stadtwerke bei den Erträgen auf dem Vorjahresniveau. Es könne wieder mit einem Fehlbetrag von 250 000 Euro gerechnet werden, "wenn nichts Außergewöhnliches passiert". Die Erfüllung von Betriebsaufgaben sei aber zu keiner Zeit gefährdet, versicherte der Werkleiter.

Winfried Legl vom Ingenieurbüro Weiß erläuterte die Änderungen der abwasserrechtlichen Bestimmungen, die seit März gelten und die Auswirkungen auf die örtliche Situation. „Jetzt gelten höhere Anforderungen für die Einleitung von Schmutz- und Niederschlagswasser für öffentliche Entwässerungsanlagen“, nannte Legl zwei Milligramm pro Liter als Grenze für die Einleitung von Phosphor. Das Abwasserkonzept des Büros Weiß sieht vor, nur noch die Kläranlagen Neunburg und Kemnath zu betreiben. Die Kläranlagen Kleinwinklarn, Diendorf, Seebarn, Penting und Mitterauerbach müssten saniert und nachgerüstet werden. Vorausgesetzt, die Verbindungsleitungen werden mit 150 Euro pro Meter gefördert, stimmte der Werkausschuss einstimmig dieser Maßnahme zu. Es wurde auch grünes Licht für die Beantragung eines vorzeitigen Baubeginnes gegeben.

Die Kläranlage Neunburg habe freie Kapazitäten und könne das Schmutzwasser der aufgelösten Kläranlagen aufnehmen. Das sei günstiger als die Nachrüstungen in den Ortsteilen, war sich der Planer sicher. „Die Vorschriften haben sich verschärft“, wusste Bürgermeister Martin Birner. Es werde leichter, wenn ein Angestellter nur noch in zwei Kläranlagen täglich Messungen vornehmen müsse. Die Betriebskosten, der Zeitaufwand und die gefahrenen Kilometer würden deutlich gesenkt.

Der Bürgermeister informierte abschließend, dass Mitarbeiter Steve Kremel den Abschluss zum geprüften Abwassermeister mit großem Erfolg abgelegt hat und dafür mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet worden ist. Er werde jetzt in die organisatorischen Abläufe eingebunden.

Jahresabschluss:

Weniger Umsatzerlöse: Geplant: 1,78 Millionen Euro; Ist: 1,74 Millionen Euro; Abweichung: minus 45 450 Euro

Materialaufwand: Geplant: 407 650 Euro; Ist: 626 600 Euro; Abweichung: plus 218 950 Euro.

Löhne und Gehälter: Geplant: 444 000 Euro; Ist: 375 000 Euro; Abweichung: minus 69 000 Euro.

Abschreibungen: Geplant: 599 500 Euro; Ist: 651 300 Euro; Abweichung: plus 51 800 Euro.

Sonstiger betrieblicher Aufwand: Geplant: 319 000 Euro; Ist: 276 000 Euro; Abweichung: minus 43 000 Euro (pko)

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