24.01.2020 - 15:55 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Minister Sibler würdigt Einsatz um Kunst und Kultur

Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betont bei seinem Besuch in Neunburg die Bedeutung von Theater, Lyrik, Musik und Co. Hoffnung macht er in der Frage, ob die Städtische Musikschule ihren Status behalten darf.

CSU-Ortsvorsitzender Thomas Albang und Bürgermeister Martin Birner (von rechts) überreichten an Staatsminister Bernd Sibler (Dritter von links) Chips und Gummibärchen aus Neunburg als Geschenk. Über den Besuch des Ministers freuten sich (von links) Landrat Thomas Ebeling, MdL Alexander Flierl und Martina Engelhardt-Kopf.
von Udo WeißProfil

Auf Einladung des CSU-Ortsverbandes war der CSU-Staatsminister am Donnerstag in den Landkreis gekommen. "Die Attraktivität des ländlichen Raums wird durch viele Kunst- und Kulturschaffende geprägt“, nannte Landtagsabgeordneter Alexander Flierl vor Partei-Vertretern und weiteren Zuhörern das Thema des Abends. Er sprach besonders Kunstverein, Musikgruppen, Festspielverein, Museum und Akademie an. „Aus dem Haushalt des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst landet mancher Euro auch in unserem Landkreis“, betonte Landrat Thomas Ebeling. Bei der Neunburger 1000-Jahr-Feier habe auch der Landkreis die Kultur unterstützt.

In seinem Impulsreferat räumte der Minister ein, dass die Stadt Neunburg mit Chips und Gummibärchen, die Bürgermeister Martin Birner überreicht hatte, seine Wünsche "voll erfüllt" habe. Dies nutzte er für ein Plädoyer für die Landwirte. Schwarze-Peter-Strukturen und Vorwürfe wie „Landwirte sind Brunnenvergifter“ würden nicht weiterhelfen. Man müsse miteinander an Lösungen arbeiten.

Im weiteren Verlauf spannte Sibler einen Bogen über die verschiedenen Bereiche von Kunst und Kultur. Mit der Schwarzachtalhalle sei in Neunburg ein Raum dafür geschaffen worden. Leseförderung durch Büchereien und Musikförderung durch wohnortnahe Angebote seien unverzichtbar. Bildende Kunst, die sich oft erst auf den zweiten Blick erschließe, rege zu Gedankenaustausch und fairem Diskurs an, „was durch manche Partei nicht mehr möglich ist“. Dieses Jahr würden etwa 140 kulturelle Maßnahmen eine Förderung erhalten. Theater und Lyrik seien auch Bereiche, in denen neue gesellschaftliche Probleme zum Tragen kommen. „Somit ist Kunst auch immer ein Spiegel der Gesellschaft“, schloss Sibler seinen Vortrag. Sein Dank galt allen Ehrenamtlichen, die sich für Kunst und Kultur einsetzen.

CSU-Ortsvorsitzender Thomas Albang leitete anschließend zur Fragerunde über, in der sich zuerst Barbara Nutz, Leiterin der Städtischen Musikschule Neunburg, mit einem "dringenden Anliegen" zu Wort meldete. Sie berichtete von der Vorgabe des Verbandes der Bayerischen Sing- und Musikschulen, zu einer bestimmten Quote festangestellter Lehrkräften. Da aber manche Instrumente wie Zither oder Hackbrett nur von wenigen Schülern gelernt werden, lohne sich dafür die Einstellung eines Lehrers nicht. Eine Nichterfüllung der Quote hätte für Neunburg den Ausschluss aus dem Verband und die Aberkennung des Titels "Musikschule" zur Folge. Festanstellungen würde enorme finanzielle Belastungen mit sich bringen. „Wir dürfen nicht mit großen Städten wie München verglichen werden“, forderte Nutz und bat um Fürsprache.

Bernd Sibler sicherte zu, sich für eine Regelung für die Neunburger Musikschule einzusetzen und meinte: „Vielleicht kann man den einen oder anderen Musiklehrer einstellen, dann finden wir einen Weg.“ Dieselbe Problematik wurde auch von Vertretern der Musikschule Schwandorf vorgebracht. Stadträtin Marianne Deml machte sich in einem Redebeitrag für die Neunburger Einrichtung stark, „damals die erste Musikschule im Landkreis". Die Gründung sei einst eine „weitreichende Entscheidung“ gewesen.

Peter Wunder nutzte noch die Gelegenheit, sich bei Bernd Sibler für die Unterstützung des Jahrtausendkonzerts im Jahr 2017 zu bedanken. Ehrenbürger Theo Männer brachte die schlechte Verkehrsanbindung des KZ-Gedenkfriedhofs am Plattenberg vor und bat um eine Verbesserung des Zufahrtweges, auch vielleicht mit Gehweg. Obwohl das Kultusministerium dafür zuständig sei, wollte sich der Minister "die Sache anschauen“.

Kunst drückt oft gesellschaftliche Fragen aus und ist damit ein Spiegel der Gesellschaft.

Staatsminister Bernd Sibler

Staatsminister Bernd Sibler

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.