Neunburg vorm Wald
05.07.2018 - 17:53 Uhr

"Neunburg-Standard" für alle Schulen

Die Neunburger Mittelschule ist eine feste Größe in der Oberpfälzer Schullandschaft. Mehrere Preise in jüngster Zeit und die Teilnahme am Modellversuch "Digitale Schule 2020" haben auch den Regierungspräsidenten neugierig gemacht.

Schulleiterin Irene Träxler führte, gemeinsam mit Bürgermeister Martin Birner (Zweiter von links), Regierungspräsident Axel Bartelt (Mitte) und Regierungsschuldirektor Johann Hilburger (rechts) durch das Schulhaus und zeigte verschiedene Stationen des digitalen Lernens. weu
Schulleiterin Irene Träxler führte, gemeinsam mit Bürgermeister Martin Birner (Zweiter von links), Regierungspräsident Axel Bartelt (Mitte) und Regierungsschuldirektor Johann Hilburger (rechts) durch das Schulhaus und zeigte verschiedene Stationen des digitalen Lernens.

(weu) Am Donnerstag besuchte Axel Bartelt, Regierungspräsident der Oberpfalz, die Neunburger Mittelschule. Mit hohen Erwartungen angereist, verließ er die Bildungsstätte nach einigen Stunden begeistert und mit großer Wertschätzung. Zuvor hatten Schulleiterin Irene Träxler und ihr Team sowie Bürgermeister Martin Birner als Vorsitzender des Schulverbandes auch Regierungsschuldirektor Johann Hilburger in der Aula begrüßt.

"Ich möchte mir heute gerne ein Bild von moderner Schule und von unserer Vorzeigeschule machen", sagte Regierungspräsident Bartelt bei seiner Ankunft, "unser Ziel muss es sein, in Zukunft den Standard der Neunburger Schule an allen Schulen einzuführen". Die Schüler fit zu machen für die Herausforderungen der Zukunft, sei die Devise der Mittelschule, begann die Schulleiterin ihre ausführliche Präsentation, in der sie ihre Schule vorstellte. Multifunktionsräume (PCB-Raum), Klassenzimmer mit White Board, optimale Räume und Ausstattung gehören ebenso dazu wie gut eingerichtete Werkräume, Küchen und Sportstätten. Eine moderne Verwaltung, Erlebnispädagogik sowie Werte- und Demokratieerziehung sind ebenfalls Teil des Schulalltags.

Besuch im Unterricht

Nur gemeinsam sei so eine große Sache zu schultern, und so sprach die Schulleiterin ein großes Lob an ihre Kollegen aus. Auch aktuelle Projekte mit der Stiftung Bildungspakt wie "Talente finden und fördern (Taff)", die Kooperation mit Jahn Regensburg sowie Offene Ganztagsangebote sprach sie an. Sehr beeindruckt zeigte sich der Regierungspräsident beim Schulhausrundgang, bei dem er die optimal ausgestatteten Lernräume, aber auch den zur Entspannung einladenden Innenhof besichtigte.

Natürlich gehörten auch einige Unterrichtsbesuche zum Programm. Lehrer Stefan Haberl, ein absoluter Fachmann im digitalen Bereich, präsentierte den Gästen die Erstellung eines Erklär-Videos (Tutorials) und erklärte Hard- und Software. Daniel Simml erklärte die Vorteile des Programms "Bettermarks" im Mathematikunterricht. "Toll, was ihr hier mit I-Pads macht, aber wie sieht es mit Kopfrechnen und Prozentrechnen aus", war eine berechtigte Frage des Regierungspräsidenten. Mit Fragen wie "Wo ist der Vorteil der neuen Medien?" und "Habt ihr mehr Spaß oder bessere Noten?" wandte er sich an die Schüler. In der dritten Stunde zeigte Markus Binder mit seiner Klasse die Erstellung einer Präsentation für eine Buchvorstellung.

Für digitale Medien rüsten

Nach dem Film "Digitale Schule 2020", der zusammen mit der Stiftung Bildungspakt gedreht wurde, erläuterte Projektkoordinator Johann Graßl das Pilotvorhaben und sprach über die Auswirkungen auf Lernen und Schule. "Medienbildung ist Unterricht mit und über digitale Medien", führte er aus. Als verantwortungsbewusste Schule wolle man praktische und grundsätzliche Fragen von Medien in der Schule thematisieren, kritisch hinterfragen und programmatische Lösungen finden.

Rund 500 000 Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren für die Digitalisierung der Schule ausgegeben, ließ Bürgermeister Birner im abschließenden Gespräch wissen. Fördergelder stehen wohl im Raum, aber direkte Hilfe für den Schulversuch habe es bis jetzt nur durch personelle Unterstützung gegeben. Der Regierungspräsident zeigte sich in seinem Fazit in höchstem Maße beeindruckt von Schule, Lehrerschaft und Schülern.

Schule als Aushängeschild:

Schule mit Vorbildfunktion

Die Mittelschule Neunburg ist die einzige Schule der Oberpfalz, die für das Modellprojekt "Digitale Schule 2020" der Stiftung Bildungspakt Bayern ausgewählt wurde. Den Ausschlag dafür gab, dass die Schule bereits über breite Erfahrungen im Einsatz mit digitalen Medien verfügt und sich durch Innovationsbereitschaft auszeichnet. Modellhaft soll hier gezeigt werden, wie der Mehrwert digitaler Medien für die Unterrichtsentwicklung, aber auch für Organisations- und Personalentwicklung genutzt werden kann. Die Erfahrungen aus diesem Projekt, das im Schuljahr 2016/17 mit dem Vorbereitungsjahr begonnen hat und auf drei Jahre ausgelegt ist (2017/18 bis 2019/2020), werden in die Digitalisierungsstrategie an Schulen einfließen. Unterstützung erhalten die Modellschulen durch Zusammenarbeit mit Netzwerkschulen mit dem Schwerpunkt Unterrichtsentwicklung. Inhalte und Zielsetzung des Projekts sind die Erarbeitung von Konzepten für Medien in die Unterrichtsprozesse sowie die Umsetzungsmöglichkeiten einer Aufgaben- und Prüfungskultur mit digitalen Medien. Schließlich hat die Modellschule auch Vorbildcharakter für die Entwicklung an anderen Schulen. (weu)

Regierungspräsident Bartelt  ließ sich auch von Schülern Details erklären. weu
Regierungspräsident Bartelt ließ sich auch von Schülern Details erklären.

Unser Ziel muss es sein, in Zukunft den Standard der Neunburger Schule an allen Schulen einzuführen.

Regierungspräsident Axel Bartelt

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.