03.07.2020 - 13:44 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Neunburger Freibad bleibt geschlossen

Nach konträren Diskussionen steht nun fest: Das Neunburger Freibad wird in diesem Sommer nicht geöffnet. Nur zwei Stadträte stimmten in der Sitzung dagegen.

Das Rolltor wird heuer nicht hochgezogen. Der Stadtrat beschloss mehrheitlich, das Freibad nicht zu öffnen.

Jetzt ist die Öffnung des Freibad endgültig vom Tisch. Zum Schluss stimmten nur noch Verena Binder und Alexander Trinkmann in der Stadtratssitzung am Donnerstag fürs Aufmachen. In den Wortmeldungen zu diesem Punkt kamen die Sorge um die Gesundheit der Bürger, der eingeschränkte Badespaß wegen Corona und natürlich das große zusätzliche Defizit für die Stadt zur Sprache.

Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) sah sich als Mitglied des Aufsichtsrates der Freizeit GmbH „dem Wohle dieser Gesellschaft verpflichtet“ und stand hinter der Entscheidung des Freibadbetreibers. Sie kenne die finanzielle Situation und sage Nein zu einem zusätzlichen Defizit von geschätzten 250 000 Euro. Der finanzielle Aspekt sei aber nur eine Seite. Als Stadträtin sei sie auch den Bürgern verpflichtet und die andere Seite sei die Gesundheit. „Will sich der Bürger den momentanen Ansteckungsgefahren im Freibad aussetzen?“, fragte sich die Stadträtin. Man könne nicht den Willen jedes Bürgers erfüllen. Reichl war sich sicher, dass bei einer Petition gegen die Öffnung des Freibades genauso viele Stimmen zusammengekommen wären.

Die Finanzen

Am Dienstag überreichten die Befürworter 403 Unterschriften an Bürgermeister Martin Birner. Der sagte: „Leider und schweren Herzens wird die Öffnung des Erlebnisbades in der Saison 2020 aufgrund der Corona-Pandemie zum Schutz der Gesundheit und der Sicherung der Finanzen der Freizeit GmbH und der Stadt Neunburg nicht realisierbar sein.“ Die Petition „Das Neunburger Freibad öffnen!“ betreffe die städtischen Finanzen und wurde deshalb im Rahmen des Haushalts beraten. Die Öffnung könne die Stadt nicht ohne weitere Verschuldung oder Kreditaufnahme sicherstellen. „Es wurden zahlreiche wichtige Maßnahmen bereits zurückgestellt“, nannte Birner als wichtigen Grund.

Hier der Artikel über die Petition zur Freibadöffnung

Neunburg vorm Wald

„Das Anspruchsdenken der Bürger ist gestiegen“, stellte Stadtrat Martin Scharf (FW) fest. Die Aufnahme von Darlehen sei selbstverständlich und 250 000 Euro für die Freibadöffnung mache bei dem Schuldenstand der Stadt von über vier Millionen nichts aus, habe der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler in Diskussionen darüber gehört. Familien würden unter den momentanen Voraussetzungen auf einen Freibadbesuch verzichten, habe er auf Nachfragen erfahren. Viele würden Corona nicht ernst nehmen und der Schwimmbetrieb müsse deshalb streng überwacht werden, sprach sich Scharf gegen eine Öffnung aus.

Risiko zu hoch

Das Engagement der Bürger für eine Öffnung des Freibades schätzte Stadtrat Georg Schmid (CSU) hoch ein. Man könne sich aber nicht an anderen Freibädern orientieren, in Neunburg herrsche eine andere Situation. Die Öffnung komme einfach zu teuer für den eingeschränkten Badespaß. Viele Stimmen habe er auch gegen eine Öffnung gehört. „Das Risiko für die Gesundheit ist einfach zu hoch und die Einschränkungen sind nicht gut“, dankte Georg Schmid dennoch seiner Stadtratskollegin Binder für ihren Einsatz. Ihr Antrag, 150 000 Euro in den Haushalt für ein zusätzliches Defizit bei einer Öffnung des Freibades einzustellen, wurde ebenfalls mit 19:2 Stimmen abgelehnt. Die Öffnung des Erlebnisbades wird nicht mehr weiterverfolgt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.