05.04.2019 - 15:44 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Ob Stoiber, Söder, Aiwanger, oder Merkel, Wolfgang Krebs kann sie alle.

„Geh zu, bleib da!“ titelt das aktuelle Programm des Parodisten und Wortakrobaten Wolfgang Krebs, das er dem schönen Bayernland gewidmet hat. Im Kampf gegen die Landflucht treten zahlreiche „Prominente“ auf.

Gerne gab Wolfgang Krebs seinen Fans Autogramme im Foyer der Schwarzachtalhalle.
von Udo WeißProfil
Ob König Ludwig II, Stoiber, Söder, Aiwanger oder Merkel, Wolfgang Krebs gab jeder Figur das passende Gesicht und strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer.
Krebs als Meggy Montana.
Angela Merkel kam natürlich ebenfalls an die Reihe.
Gespräche mit Horst Seehofer seien für Söder so zielführend seien wie zwei Tage im Kreisverkehr, behauptet Wolfgang Krebs. .

"I bin der Schorsch Scheberl und da bin I dahoam", stellte sich der Vorsitzende aller 30 Vereine von "Untergamskobendings" vor und sorgte sich um Tradition und Gemütlichkeit seiner Heimat. Alle Menschen wollen in die großen Städte wie München, weil sie U-Bahn fahren wollen. Dagegen werde am Land Kuchen mit eigenen Eiern und ohne Thermo-Dings gebacken. "Wie kann es gelingen diese Entwicklung aufzuhalten?", fragte Krebs und ließ die verschiedensten Politiker zu Wort kommen. In der "Talhalle von Schwarzach" trat er in seiner Paraderolle als "Stoiber" auf und hielt eine leidenschaftliche Rede auf die Oberpfalz, die "50 nach Christus erstmals urkundlich erwähnt wurde". In Neunburg sei bereits "Hochkultur" gewesen, während man in München noch auf die Bäume geklettert sei. In unzähligen witzigen Wortverdrehungen, banalen Versprechern und Stottersätzen führte er die aktuelle Politik vor, ging auf die Koalition der CSU mit den "Freien Quälern" ein und zitierte Horst "Seevogel", der Ruhrgebiet und Bremen als "sichere Drittländer" bezeichnete. Schuld an dem Wahldebakel seien die nach Bayern eingewanderten Preußen, deshalb solle man eine Mauer hinter Aschaffenburg bauen und die Hessen sollen sie bezahlen. In eine völlig andere Rolle schlüpfte er als Allgäuer Schlagerstar Meggy Montana. Zum Schießen, wie er die "Goldkehle aus Nesselwang" performte und mit dem "Lied vom Bausparvertrag" das Publikum mitriss. In einer "Talkrunde", die "die untere sprechende Zahnreihe Joachim Gauck" moderierte, ging es um die innere Sicherheit. Der Kabarettist imitierte gekonnt Genscher, Beckstein, Papst Benedikt und Aiwanger. Als neue Person stand Hubert Aiwanger natürlich in der Schusslinie. Aus "Rottenburg an der Loober" kommend, seien die Freien Wähler als "Oopfel nicht weit vom CSU-Stomm" gefallen. Mit "Servusla" ließ Krebs Markus Söder auftreten, dessen Gespräche mit Seehofer so zielführend seien wie zwei Tage im Kreisverkehr. Clever und subtil schoss Krebs herrlich lustig und völlig korrekt politische Unkorrektheiten von der Bühne und versetzte dadurch das Publikum in Dauerlachmodus. Das Raumfahrtprojekt "Bavaria one" sei für Söder sehr wichtig, schließlich wolle er einige Leute auf den Mond schießen. Zum "Bauen auf dem Land ohne Baugenehmigung und im Außenbereich" gab König Ludwig II wertvolle Tipps als Baulöwe. Stoiber blickte in die Zukunft, wenn Essen in der gerade noch finanzierbaren Einraumwohnung auf der festlich gedeckten Waschmaschine stattfindet und der Chinese Schweinshaxe süß-sauer mit Stäbchen an die Senioren füttert. "Hi people!", begrüßte Krebs als Angela Merkel das Publikum. Nach gefühlten 70 Jahren als Kanzlerin sei sie auf Abschiedstournee. Sie verglich die bayrische Sprache mit Suaheli. "Dou iwe moust" habe sie in der Oberpfalz gehört, "Ich hab noch mal müss spül" in Unterfranken. Als messerscharfer Beobachter der politischen Szene und als genialer Kabarettist stellte er abschließend klar, warum ein Ganzjahres-Bierzelt auf dem Land tausendmal besser ist als die Münchner Wies´n. Frei nach dem Motto "Wir brauchen keine studierten Master, sondern Meister", verließ Krebs nach gut zwei Stunden Lachmuskelgymnastik mit seinem mehrköpfigen Typenkabinett unter frenetischem Applaus die Bühne, um im Foyer Autogramme zu geben.

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