26.05.2020 - 12:02 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Oberpfälzer Hilfsprojekt in Kenia leidet unter der Pandemie

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Die Corona-Pandemie bremst das Oberpfälzer Hilfsprojekt "Strahlende Kinderaugen in Kenia" aus. Die Neunburger Studentin Magdalena Schneider erzählt, wie sehr die Buben und Mädchen die Schule vermissen. Sie startet einen Spenden-Aufruf.

Während eines sechswöchigen Praktikums unterrichtete Magdalena Schneider (rechts) Kinder an der "Precious Hope School". Nun bittet die 22-jährige Neunburgerin um Spenden, damit die Bildungsarbeit in Kenia weitergehen kann.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Die Initiative "Strahlende Kinderaugen" aus Hemau (Landkreis Regensburg) setzt sich in dem ostafrikanischen Land seit 2014 für Bildung ein. Drei Jahre später eröffnete sie die "Precious Hope School" in Mtwapa, in der Nähe von Mombasa. Dort hatte die 22-jährige Magdalena Schneider, Studentin für das Lehramt an Grundschulen, 2018 ein sechswöchiges Praktikum absolviert. Sie lernte nicht nur das Schulleben kennen, sondern bekam auch tieferen Einblick in den Alltag der Buben und Mädchen.

Die soziale Lage der knapp 300 Schulkinder ist von Not und Armut diktiert. Laut einer Pressemitteilung kommen die Schüler der "Precious Hope School" aus der ärmsten Bevölkerungsschicht. Zwar prägt den dicht bevölkerten Küstenort Mtwapa auch der Tourismus, doch ebenso sind Slums, Armut, Gewalt und Prostitution zu finden. Die Schule vermittelt den Buben und Mädchen Hoffnung und Perspektiven: "Sie ist der Ort, wo sie Kind sein dürfen, und nicht nur Bildung, sondern auch kostenlos zwei Mahlzeiten am Tag bekommen", erzählt Magdalena Schneider. Für viele der Kinder sei das auch die einzige Möglichkeit, sich zu stärken. Die Studentin erinnert sich daran, wie schockiert sie war, als ihr ein Erstklässler während ihres Praktikums erzählte, dass er ein ganzes Wochenende nichts zu essen bekommen habe.

Doch ist die Schule wegen der Corona-Pandemie mittlerweile geschlossen. Schulleiter Jairus Orangi, der im Mai eigentlich zu einem Besuch in Deutschland erwartet worden war, und seine Mitarbeiter befürchten, dass die Kinder nun daheim zu wenig Essen bekommen. Ebenso könnten häusliche Gewalt und Missbrauch zunehmen. Wie die Initiative schildert, sei die Lage vor Ort prekär: Die Wirtschaft liege brach, wegen der schlechten medizinischen Versorgung sei die Angst vor Ansteckung ständiger Begleiter im Alltag, dazu seien die Preise für Lebensmittel zum Teil um ein Drittel gestiegen. Hinzu kommt, das aktuell auch noch gehäuft Malaria-Infektionen auftreten.

Essenslieferung mit dem Fahrrad: In der Corona-Pandemie bringt das Team der Schule Nahrungsmittel zu den Familien der Kinder.

Weil der Unterricht wegen der geschlossenen Schule ausfällt, besuchen der Schulleiter und sein Team nun zwei Mal wöchentlich die Familien und liefern Lebensmittel. Mit den beiden Kleinbussen der Schule, auf Fahrrädern und sogar mit gemieteten Eseln sind sie an insgesamt sechs Tagen die Woche unterwegs. Bei den Kindern lösen die Besuche laut Presse-Info jedes Mal große Freude aus. Sehnsüchtig werde dabei immer wieder nach dem Wiederbeginn des Unterrichts gefragt.

Für die Aktion "Strahlende Kinderaugen" ist die aktuelle Situation allerdings mit einem Anstieg der laufenden Kosten verbunden. Weil der Deutschland-Besuch von Schulleiter Orangi abgesagt werden musste, fallen auch zahlreiche Veranstaltungen aus, mit denen weitere Spenden generiert werden sollten. "Wir würden uns daher sehr freuen, wenn uns viele Leute monatlich oder einmalig unterstützen würden", übermittelt Magdalena Schneider die Bitte des deutschen Kenia-Teams. Angedacht sei auch, ein weiteres Transportmittel für die Kinder kaufen zu können.

Unterstützung hat die Hilfsaktion bereits aus der heimischen Wirtschaft erfahren

Dieterskirchen

Ihr Engagement für diese Hilfsaktion erklärt die 22-jährige Studentin mit den Erfahrungen ihres Praktikumsaufenthalts. "Wer einmal die Not vor Ort erlebt und die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen erfahren hat, der will, dass auch diese Kinder jeden Tag genug zu essen haben und eine Chance auf Bildung bekommen." Aus dem Landkreis Schwandorf war die Hilfsaktion in der Vergangenheit unter anderem durch die Gregor-von-Scherr-Realschule, die Handballer des 1. FC Neunburg und die Bäckerei Scheitinger aus Dieterskirchen unterstützt worden. Magdalena Schneider hofft nun, dass sich weitere Förderer finden.

Spendenkonto "Strahlende Kinderaugen in Kenia"

Bankverbindung: Raiffeisenbank Oberpfälzer Jura - Hemau; Iban: DE33 7506 9061 0000 0399 77.

Wer eine Spendenquittung benötigt (wird zum Jahreswechsel versandt) soll seine Adresse angeben.

Spendenlauf:

Die Hilfsaktion "Strahlende Kinderaugen" ruft Kinder und Erwachsene außerdem zu einem Spendenlauf für die "Precious Hope School" auf. Bei ihren Lebensmittel-Lieferungen haben Schulleiter Jairus Orangi und sein Team festgestellt, dass manche der Schüler auf dem Boden, ohne Decke, Kissen und Matratze schlafen müssen. Auch Moskitonetze, zum Schutz vor Malaria-Infektionen, fehlen.

Wer mitmachen möchte, sucht sich eine Laufrunde über 200, 400 oder 600 Meter aus. Sponsoren, beispielsweise aus dem Verwandten- oder Freundeskreis, sollen pro Runde mit einem frei wählbaren Beitrag unterstützen. Alleine oder in einer Kleingruppe wird dann 10, 15 oder 20 Minuten gelaufen, eine volljährige Person übernimmt die Aufsicht. Das Geld wird danach bei den Sponsoren eingesammelt und an die Hilfsaktion überwiesen. Der Laufzettel kann unter www.strahlende-kinderaugen-kenia.de/mitmachen/spendenlauf abgerufen werden.

Jairus Orangi, Leiter der "Precious Hope School", bei der Übergabe von Lebensmitteln.

Weitere Informationen über das Hilfsprojekt finden Sie hier

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