Neunburg vorm Wald
30.07.2018 - 12:52 Uhr

Nicht ohne Kontrolle

Ist ein Jugendtreff noch zeitgemäß? Mit dieser Frage sind die Ehrenamtlichen überfordert, die sich um ein Konzept für das Mehrgenerationenhaus "Alte Fronfeste" kümmern. Jetzt geht ein hilfesuchender der Blick Richtung Hochschule.

Die alte Fronfeste sieht schon recht stattlich aus. Jetzt wurden aber Zweifel laut am Nutzungskonzept. Bugl
Die alte Fronfeste sieht schon recht stattlich aus. Jetzt wurden aber Zweifel laut am Nutzungskonzept.

(bl) Bei der Stadtratssitzung wartete der Jugendbeauftragte von Neunburg, Harald Klatzka, mit einem Antrag auf, der eine Reihe von offenen Fragen deutlich machte. "Bevor wir den Jugendtreff zu Grabe tragen, sollten wir und das wohl überlegen", warnte Klatzka. Allerdings gebe es keine verlässlichen Zahlen bezüglich Bedarf, die Zielgruppe der Jugendlichen sei neu zu ermitteln. Außerdem müsse der Organisatorische Ablauf der Nutzung der Fronfeste geregelt werden.

"Wir sehen die Stadt als Träger der Einrichtung in der Verpflichtung, die Nutzung der Fronfeste festzulegen", heißt es in dem entsprechenden Antrag. Sollte das Haus im Sinne seiner Bestimmung als Mehrgenerationen-Begegnungsstätte aktiv mit Leben erfüllt werden, so sei es unabdingbar dafür entsprechendes Fachpersonal einzustellen. Zunächst kam dabei ein Sozialpädagoge in Betracht. Bei der Sitzung kristallisierte sich nun heraus, dass möglicherweise auch Studierende sich des Themas in einer Bachelor-Arbeit annehmen könnten.

"Etikettenschwindel"

Schon bevor dieser Punkt auf die Tagesordnung kam hatte es vonseiten der SPD Kritik gehagelt an dem "seit drei Jahren eingeforderten Konzept" für das mit 1,8 Millionen Euro sanierte Gebäude. "Es kann doch nicht angehen, dass wir dieses Haus mit enormen Mitteln sanieren und bis heute nicht die Verantwortlichen für dieses Haus, seine Ausnutzung und die dafür erforderlichen Bestimmungen auf den Tisch gelegt haben", klagte Stadträtin Margot Weber. Sie bezog sich auf eine Vorbesprechung, in der es hieß, man sehe für den Jugendtreff und die Begegnungsstätte "Jung und Alt" keinen Bedarf. Das sei "Etikettenschwindel in hohem Ausmaß", empörte sich Weber und forderte eine Fachkraft, die die Jugendarbeit wieder aufbauen soll. Diese könne auch die Integrationsarbeit für Flüchtlinge übernehmen. Außerdem gelte es, die nicht in Verbänden organisierten Senioren auf Angebote zu Hilfe und Geselligkeit hinzuweisen. Der Fachkraft obliege dann auch die Organisation und Kontrolle über das Haus.

Bedarf abklären

"Schelte vorbei", hieß es dann von Weber, und als es um die Abstimmung ging waren sich alle Stadträte einig: Der Antrag des Jugendbeauftragten wurde zur Kenntis genommen, der Bürgermeister vor einer finalen Entscheidung mit folgenden Punkten beauftragt: Mit der ILE Schwarzach Regen soll abgeklärt werden, wie es mit einer hauptamtliche Kraft aussieht. Davon tangiert ist auch das Konzept für eine Haus- und fachärztliche Versorgung bzw. ein Altenhilfekonzept. Der Bedarf für ein Jugendtreff oder einen "Dialog der Generationen" soll mit Hilfe einer Studienarbeit geklärt werden. Die Entscheidung dafür fiel einstimmig.

Es kann doch nicht angehen, dass wir dieses Haus mit enormen Mitteln sanieren und bis heute nicht die Verantwortlichen für dieses Haus, seine Ausnutzung und die dafür erforderlichen Bestimmungen auf den Tisch gelegt haben.

Stadträtin Margot Weber (SPD)

 
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