27.03.2020 - 14:31 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Polizei attestiert für Neunburg vorm Wald "sehr gute Sicherheitslage"

2019 hat die Neunburger Polizei alle Hände voll zu tun. Dieser Fall hätte beispielsweise grausam enden können: Ein Mann will sich in einem Büro bei lebendigem Leib verbrennen. Dank geistesgegenwärtiger Ordnungshüter geht es glimpflich aus.

Ein maskierter und bewaffneter Mann überfällt im vergangenen August eine Tankstelle an der Amberger Straße in Neuburg vorm Wald und flüchtet mit Bargeld. Gut eine Stunde später wird ein 20-jähriger Neunburger unter dringendem Tatverdacht festgenommen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Den nervenzerreißenden Vorfall schildert der neue Sicherheitsbericht der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald, der jedes Jahr in einem informativen Geheft veröffentlicht wird. Vorgestellt wurde die Übersicht vom neuen Dienststellenleiter Markus Schmitt, zu den Verfassern gehören Robert Brandstätter, Markus Schlegel und Tobias Ruhland.

Markus Schmitt, der vorher in Burglengenfeld eingesetzt war, wurde erst vor wenigen Wochen als Nachfolger von Bernhard Hager in sein Amt als Neunburger Polizeichef eingeführt. Bei diesem Anlass stellte Polizeipräsident Norbert Zink „die sehr gute Sicherheitslage im Bereich der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald“ fest, zu dem auch die Gemeinden Bodenwöhr, Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen und Thanstein gehören. Hier leben auf einer Fläche von 300 Quadratkilometern rund 17 000 Menschen.

Schon in seinen einleitenden Worten zum Sicherheitsbericht 2019 spricht Schmitt davon, dass im Landkreis Schwandorf die Anzahl der Straftaten leicht angestiegen sei, von 5609 (2018) auf 5703 im Jahr 2019. „In diesen Zahlen sind nicht die Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht in Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik beinhaltet“, macht er deutlich.

Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald, mit der Stadt Neunburg, den Gemeinden Bodenwöhr, Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen und Thanstein, sei die Anzahl für das Jahr 2019 mit 443 Straftaten nahezu unverändert zum Vorjahr mit 434 Taten.

Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Bereich der Stadt Neunburg fiel leicht von 294 Straftaten auf 289 Taten. Die Aufklärungsquote beträgt hier 77 Prozent. Die Zahl der Diebstahlsdelikte sank weiterhin von 51 auf 45 Straftaten. 20 Prozent der schweren und 47 Prozent der einfachen Diebstähle wurden geklärt.

Es wurden 50 Sachbeschädigungen angezeigt. Im Vergleich waren es 2018 nur 32. Die Aufklärungsquote lag bei 46 Prozent. Vermögens- und Fälschungsdelikte blieben mit 23 Taten weit unter der Zahl von 2018 (69). Die Aufklärungsquote sank aber auf 74 Prozent.

Die Zahl der Roheitsdelikte – also gefährliche, einfache und fahrlässige Körperverletzung, sowie Nötigung, Bedrohung, Freiheitsberaubung, Zwangsheirat und Stalking – ist von 65 auf 93 Taten stark angestiegen – eine Zunahme um 43 Prozent. Von 30 Rauschgiftfällen im Inspektionsbereich wurde zwölf Mal in Neunburg gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen.

Zu den spektakulären Fällen gehörte neben der angedrohten Selbstverbrennung, die sich am Nachmittag des 4. Juli 2019 zutrug, ein Tankstellenüberfall am 19. August. Damals betrat ein 20-jähriger, maskierter Neunburger die Total-Tankstelle in und forderte von der 22-jährigen Angestellten unter Vorhalt einer Pistole die Herausgabe von Bargeld. Mit dem erbeuteten Geld im unteren vierstelligen Bereich flüchtete der Täter anschließend aus dem Verkaufsraum. Im Rahmen einer Tatortbereichsfahndung, bei welcher neben einer größeren Anzahl an Polizeistreifen auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, konnte ein möglicher Tatverdächtiger nach nicht einmal einer Stunde ausgemacht und festgenommen werden. Der Beschuldigte wurde in das Amberger Gefängnis in Untersuchungshaft eingeliefert.

Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald, ist die Anzahl für das Jahr 2019 mit 443 Straftaten nahezu unverändert zum Vorjahr mit 434 Taten.

 Markus Schmitt, Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar

Markus Schmitt, Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar

Delikte in den umliegenden Gemeinden:

Dieterskirchen

Im Gemeindegebiet von Dieterskirchen wurden heuer 21 statt im Jahr zuvor 13 Taten gezählt, unter anderem vier Rauschgiftdelikte mit Cannabis. Die Aufklärungsquote beträgt 71,4 Prozent.

Bodenwöhr

Im Gemeindegebiet Bodenwöhr blieb die Anzahl der Straftaten mit 98 nahezu unverändert. Die Aufklärungsquote beträgt 76,5 Prozent. Bei den Eigentumsdelikten blieb die Anzahl mit 23 statt 24 Anzeigen fast gleich – darunter drei Pkw-Diebstähle und sieben Diebstähle an/aus Autos. 34,8 Prozent der Delikte wurden aufgeklärt. Die Roheitsdelikte gingen nochmals von 16 auf 14 Fälle zurück. Für den Bodenwöhrer Bereich waren 13 Rauschgiftfälle zu bearbeiten. Die Vermögens- und Fälschungsdelikte lagen bei 23 Strafanzeigen (davon 20 Betrügereien). Die Sachbeschädigungen reduzierten sich von acht auf sechs Fälle.

Schwarzhofen

Im Gemeindebereich Schwarzhofen kam es zu einem Anstieg von 11 auf 24 Straftaten, was ein niedriges Niveau bedeutet. Die knappe Hälfte der Taten waren Betrügereien. Die Aufklärungsquote lag mit 87,5 Prozent sehr hoch.

Neukirchen-Balbini

In der Marktgemeinde Neukirchen-Balbini sind nur zwei Straftaten in der Kriminalstatistik registriert: Eine Körperverletzung und eine Sachbeschädigung.

Thanstein

In der Gemeinde Thanstein sank die Anzahl der Straftaten von 15 auf 10. Die Aufklärungsquote beträgt genau 50 Prozent. Geahndet wurde unter andrem eine Verletzung des Briefgeheimnisses.

Spektakuläre Tat im August 2019

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