24.08.2018 - 09:49 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Reif für neue Wurzeln

Neue Herausforderungen in einer traumhaften Umgebung: Mit dieser Prämisse geht der Neunburger Verwaltungschef Peter Hartl in Füssen auf Wohnungssuche. Einen Job hat er dort schon.

Der Neunburger Geschäftsleiter Peter Hartl fühlt sich wohl an seinem Schreibtisch im Neunburger Rathaus. Aber in Füssen warten neue Herausforderungen auf ihn - und die Berge sind dann auch ganz nah.
von Monika Bugl Kontakt Profil

(bl) Ein streng gehütetes Geheimnis war es im Rathaus nicht, dass es den Geschäftsleiter in die Berge zieht. "Der Bürgermeister kannte meinen Wunsch schon seit geraumer Zeit", berichtet Hartl. Trotzdem waren er und viele andere auch überrascht, dass es nun so schnell geklappt hat. Seit per Zeitungsanzeige ein Nachfolger gesucht wird, ist es endgültig publik, dass der 52-Jährige Abschied nimmt von seiner Heimatstadt.

"Ich wollte mein berufliches Umfeld und meinen Lebensmittelpunkt verändern und suchte eine neue Herausforderung ganz nach dem Motto: Dort arbeiten und leben, wo andere ihren Urlaub verbringen", erklärt Hartl seine Entscheidung. So entging ihm auch nicht, dass die Stadt Füssen im Allgäu einen neuen Geschäftsleiter sucht. "Eine interessante Aufgabe", dachte sich der Neunburger Verwaltungschef angesichts der 16.000 Einwohner zählenden Stadt in einer landschaftlich traumhaften, zentral gelegenen Gegend, als er im Frühjahr die entsprechende Stellenausschreibung entdeckte. Mit den landschaftlichen und touristischen Reizen des Voralpenlandes geliebäugelt hat er schon immer, und immer wieder einen Großteil seiner Freizeit mit Berg- und Wandertouren und Skilaufen in den Alpen verbracht.

"Der Aufgabenbereich ist dort nicht so viel anders als in der Pfalzgrafenstadt, nur halt in einer anderen Dimension und mit anderen Gewichtungen. Aber genau das ist gleichermaßen Herausforderung und macht mir Spaß", freut sich Peter Hartl auf seine neuen Aufgaben. In Füssen wird er neben der Geschäftsleitung im Rathaus auch den Zweckverband Allgäuer Land als Geschäftsführer betreuen, dem zehn Gemeinden angehören. Dabei handelt es sich um eine ähnliche Organisation wie "Das Plus der Oberpfalz" rund um das Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald. Ziel dieses Kooperation ist es, den Standort an der A 7 wirtschaftlich zu stärken, die kulturelle und touristische Attraktivität zu steigern, sowie durch die Ansiedlung von Betrieben und Unternehmen den Erhalt und die Neuschaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen zu fördern. Und ähnlich wie in Neunburg spielt natürlich auch dort die Stadtentwicklung eine große Rolle. "Die Gastronomie boomt, aber der der innerstädtische Einzelhandel hat auch dort Probleme, trotz starker Frequenz", zieht der 52-Jährige Parallelen zu den Neunburger Gegebenheiten in etwas kleinerer Dimension. Maximal bis 1. April, eventuell aber nur bis 1. Januar will er in Neunburg die Stellung halten, um für eine geordnete Übergabe zu sorgen.

Das künftige Gehalt war kein Grund für den Wechsel, betont der Verwaltungsleiter. „Die Region dort wird stark nachgefragt, das Leben ist natürlich auch teurer", hat er festgestellt und macht sich nun zügig auf Wohnungssuche bei einem - verglichen mit Kröblitz - anderen Preisniveau. Was die Menschen am neuen Wirkungsort betrifft, hat Hartl nur positive Eindrücke gewonnen. Und in Sachen Dialekt ist er auch nicht der einzige Außenseiter: "Der Kämmerer dort beispielsweise kommt ursprünglich aus Mittelfranken."

Für den Posten als Nachfolger in Neunburg stehen bereits potenzielle Bewerber in den Startlöchern. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 14. September 2018. Die Entscheidung danach soll zügig fallen. Wer den Anforderungen am besten gerecht wird und am geeignetsten erscheint, davon wird sich ein Gremium zusammen mit dem Bürgermeister, den Vertretern der Fraktionen im Stadtrat, dem scheidenden Geschäftsleiter und dem Personalrat ein Bild verschaffen. "Die letzte Entscheidung trifft dann der Stadtrat."

Zur Person:

Peter Hartl ist im Neunburger Ortsteil Luigendorf aufgewachsen und hat seine Verwaltungslaufbahn 1983 mit einer Ausbildung im Neunburger Rathaus begonnen. 1989 absolvierte er eine Weiterbildung für den gehobenen Dienst und wechselte dann 1993 zur Verwaltungsgemeinschaft Neunburg, wo er 1999 zum Leiter der Geschäftsstelle berufen wurde. Ab 2006 stand er an der Spitze der Verwaltung in Wernberg-Köblitz, bevor er im Februar 2013 diesen Posten in der Heimatstadt Neunburg übernahm. Nebenberuflich ist er seit 2002 auch noch für die Bayerische Verwaltungsschule als Lehrbeauftragter tätig. (bl)

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