12.05.2019 - 13:55 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Riegel, Schnecke, Stube

Die Genossenschaft „9 Bürger“ plant ein Wohnprojekt für Senioren, die das Alter gemeinschaftlich gestalten möchten. Das Haus soll dabei unterstützen, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Die Genossenschaft "9 Bürger " nimmt die drei Siegermodelle in Augenschein.
von Helga ProbstProfil

Für das Projekt "Alterswohnen am Ufertal" wurde ein Planungswettbewerb ausgerufen. Vorgabe war eine konsequent barrierefreie Gestaltung. Am Samstag wurde das Ergebnis im Pfarrheim präsentiert. Es gab keinen Sieger, sondern gleich drei gleichberechtigte erste Plätze mit gelungenen Entwürfen.

Von den zehn Teilnehmern an dem Architektenwettbewerb wurden sechs Arbeiten eingeliefert. Unter den Bewerbern befand sich kein örtliches Architekturbüro. Die Vorprüfung erfolgte durch die Dörnges Architekten AG in Regensburg. Dabei zählte die Entwurfsidee und das städtebauliche und architektonische Grundkonzept. Wichtig waren auch die Grundriss-Organisation und die Erfüllung des Raumprogramms. Die Barrierefreiheit, die Erschließung und die Parksituation wurden ebenfalls bewertet, genauso wie die Einhaltung der Abstandsflächen und die Flächenberechnung.

Zwölfköpfige Jury

Die drei Vorschläge, die ins Finale kamen, wurden jetzt von einer zwölfköpfigen Jury ausgewählt. Genau hingeschaut haben unter anderem vier Architekten und drei Bauherrenvertreter. In Neunburg diskutierten die in der Auswahl stehenden Entwürfe die drei gleichberechtigten Vorstandssmitglieder der Genossenschaft: Marianne Deml, ihr Sohn Architekt Markus Sowa-Deml und Alois Wild. Der Aufsichtsrat aus Bürgermeister Martin Birner, Andreas Hartl und Andreas Thammer war ebenfalls Teil dieses Auswahlgremiums.

Die Stadt stellt in der Ufertalstraße in der Nähe des Marienheims ein gut 3900 Quadratmeter großes Grundstück auf Erbpacht zur Verfügung. Hier sollen die 20 Wohnungen entstehen, für die die Genossenschaft die Bauträgerschaft übernommen hat. Die Gesamtkosten werden auf rund 3,1 Millionen Euro geschätzt. Interessenten können für 750 bis 780 Euro pro Quadratmeter Anteile zeichnen, zahlen noch laufende Betriebskosten. Die Wohnungen dürfen nur selbst bezogen werden und das Eigenkapital geht beim Auszug an den Bewohner zurück.

"Mieter im eigenen Haus"

Als "Mieter im eigenen Haus" bezeichnete Marianne Deml diese Zwischenform des altersgerechten Wohnens, dem sie viele Vorteile abgewinnen kann. Jetzt wird die Jury die drei Preisträger, die jeweils 7300 Euro erhalten, auffordern einige Nachbesserungen vorzunehmen und dann entscheiden, wer das Rennen macht. Alle Interessierten können sich von den Entwürfen in der Schwarzachtalhalle vom 22. bis 26. Mai ein Bild von den Vorschlägen machen (siehe Kasten). Zur Diskussion standen drei Projekte in Holzbauweise. Das Büro Michael Feil Architekten aus Regensburg reichte das Model eines Riegelbaus ein, der sich dem gegebenen Gelände mit seinem Anstieg anschmiegen soll. Als "Atrium" mutete hier der ansprechende, überdachte, öffentlichen Vorraum an, der zu zufälligen Begegnungen zwischen den Bewohnern führen soll. Beim Entwurf von Bel - Sozietät für Architektur BDA, Köln, stehen sich ein dreigeschossiges Haus und ein Schuppen gegenüber, der für vielfältige Aktionen genutzt werden kann.

Die klassischen Elemente des gedeckten Vorplatzes (die bayerische "Gred"), die Hausbank und eine halböffentliche "Stube" vereinten die Architekten und Ingenieure der ARGE Zickert Hartinger Ludes aus München. Ihr Entwurf fügt sich in Form einer Schnecke ins Grundstück ein.

Ein außergewöhnlicher Vorschlag war der Bau in Schneckenform, der in die nähere Auswahl kam.
Ausstellung in der Schwarzachtalhalle:

Präsentation der Sieger

Die „9-Bürger-Genossenschaft“ präsentiert die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs im Foyer der Schwarzachtalhalle. Eröffnung der Ausstellung ist am Mittwoch, 22. Mai, um 17 Uhr im Zuge der Aktionswoche „Zu Hause daheim“ des Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Die Vorstellung der drei Siegermodelle übernehmen Bürgermeister Martin Birner und Architekt Markus Sowa-Deml, Die Ausstellung ist geöffnet 23. bis 25. Mai von 17 bis 19 Uhr und Samstag, 26. Mai, von 8 bis 18 Uhr. (pko)

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