Neunburg vorm Wald
18.11.2021 - 19:13 Uhr

Robert Maiers langer Atem für den Klimawald am Hirschberg

Was sind zehn Jahre? In einem Baumleben wenig. Robert Maier denkt in weitaus größeren Zeitabständen. In 40 Jahren hat er seinen Waldbestand bei Fuhrn fit für den Klimawandel gemacht. Das honoriert auch Forstministerin Michaela Kaniber.

Preisträger Robert Maier hat in 40 Jahren einen zukunftsfähigen Wald geschaffen. Preisträger Robert Maier, der bis zum Eintritt in den Ruhestand als Gärtner tätig war, hat in 40 Jahren einen zukunftsfähigen Wald geschaffen. Seine Landwirtschaft hat der 70-Jährige mittlerweile verpachtet, damit er sich ganz dem Wald und auch seiner Gastwirtschaft widmen kann. Bild: Lucas Heinz/exb
Preisträger Robert Maier hat in 40 Jahren einen zukunftsfähigen Wald geschaffen. Preisträger Robert Maier, der bis zum Eintritt in den Ruhestand als Gärtner tätig war, hat in 40 Jahren einen zukunftsfähigen Wald geschaffen. Seine Landwirtschaft hat der 70-Jährige mittlerweile verpachtet, damit er sich ganz dem Wald und auch seiner Gastwirtschaft widmen kann.

Robert Maier ist Herr über zehn Hektar Waldfläche. Schneebruchschäden haben ihm vor Augen geführt, dass er widerstandsfähigere Bäume pflanzen muss. Er tat es mit Weitsicht und Ausdauer: Dafür gab es nun den "Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung".

Das Rezept, das Robert Maier dafür hat, ist kein Hexenwerk: Maier ist mit dem Hof aufgewachsen. Die Liebe zur Waldarbeit kam erst mit 18 Jahren. In der landwirtschaftlichen Berufsschule wurden im Fach Waldwissen damals noch die Fichte und die Kiefer gepredigt. Doch vor 40 Jahren gab es einen massiven Schneebruch, erinnert sich der 70-Jährige.

Fichtenreste als Schutzschirm

Er holte sich Rat vom Förster. Wo früher Fichten und Kiefern dominierten, wurden sukzessive Douglasien, Lärchen, Buchen, Tannen und Eichen gesetzt. So entstand Richtung Hirschberg ein wesentlich widerstandsfähiger Mischwald. Es dürften etwa 25 000 Waldpflanzen sein, die Maier in den Boden gebracht hat. Er ließ die Fichtenreste als Schirm gegen Trockenheit und Frost stehen, um den Jungpflanzen eine gute Starthilfe zu geben. Der Wald, die Bestandspflege, ist bei den Maiers ein Familienprojekt geworden, bei dem alle mithelfen.

Erneut in den Landkreis

Der Wald in seiner jetzigen Form ist "fit für die Zukunft", so Forstamtsleiter Alwin Kleber. Zug um Zug können die Altbäume geschlagen werden, eine Arbeit, bei der sich Robert Maier inzwischen von der Waldbesitzervereinigung unterstützen lässt. Die Fläche, die der 70-Jährige pflegt, hat nicht nur eine wirtschaftliche Funktion, betont Kleber mit Blick auf Aspekte wie Luftreinigung, Erholungsfunktion und Biodiversität.

"Wir sind im Landkreis Schwandorf gut aufgestellt", fasst der Forstdirektor zusammen. Ein Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung, der seit 1997 im zweijährigen Turnus verliehen wird, ging das letzte Mal an die Kirchenstiftung Neukirchen bei Schwandorf. Diesmal holten ihn unter den Bewerbern aus der Oberpfalz Robert Maier und die Stadt Amberg.

Forstministerin Michaela Kaniber zeichnete in München insgesamt 14 private und kommunale Waldbesitzer sowie einen forstwirtschaftlichen Zusammenschluss aus. "Unsere bayerischen Waldbesitzer sind der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um den Aufbau klimastabiler Zukunftswälder geht. Der Staatspreis würdigt in besonderem Maß das langjährige und persönliche Engagement der Preisträger in ihren Wäldern", lobte Kaniber die Geehrten beim Festakt in der Münchner Residenz.

Die von einer Fachjury ausgewählten Preisträger aus allen bayerischen Regierungsbezirken erhielten je eine Staatsmedaille und ein Preisgeld von 1 000 Euro. Der Staatspreis steht in diesem Jahr unter dem Motto "Heute für den Wald von morgen!".

"Unsere Wälder zählen zu den Hauptbetroffenen des Klimawandels. Deswegen ist es so enorm wichtig, sie fit für die Zukunft zu machen. Die Preisträger sind dabei echte Vorbilder, denn sie leisten Großartiges beim Waldumbau", meinte die Ministerin. Durch das Pflanzen klimatoleranter Bäumchen, die Pflege ihrer Wälder und die Vermarktung des Öko-Rohstoffs Holz leisten die Waldbesitzer einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. "Gleichzeitig erhalten sie Bayerns grüne Lunge auch für kommende Generationen", stellte Kaniber fest.

Und was macht Robert Maier mit dem Preisgeld? "Ich freue mich riesig über die Anerkennung", erzählt er nach dem Festakt in München, an dem auch sein Sohn Markus und Forstdirektor Kleber teilnahmen. Doch das Geld, "das habe ich schon vorher ausgegeben", lacht er mit Blick auf die Investitionen in den Waldumbau.

Oberviechtach15.11.2021
Den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung verlieh Staatsministerin Michaela Kaniber an Robert Maier. Begleitet wurde er von Forstdirektor Alwin Kleber und Sohn Markus Maier (von links). Bild: Angelika Warmuth/exb
Den Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung verlieh Staatsministerin Michaela Kaniber an Robert Maier. Begleitet wurde er von Forstdirektor Alwin Kleber und Sohn Markus Maier (von links).
Hintergrund:

Die Mischung macht es

  • Preisträger: Robert Maier, Neunburg vorm Wald, Ortsteil Fuhrn
  • Waldfläche: zehn Hektar
  • Baumarten: 30 Prozent Fichte, 15 Prozent Kiefer, 15 Prozent Tanne, 15 Prozent Douglasie, fünf Prozent Lärche, 15 Prozent Buche, fünf Prozent Eiche
  • Amtsbezirk: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg-Schwandorf
  • Naturraum: Oberpfälzer Becken- und Hügelland und Vorderer Oberpfälzer Wald. Waldflächen direkt am Pfahl, einem geologischen Naturdenkmal. Auf selbst erstellten Tafeln informiert Robert Maier über seine Waldumbauaktivitäten.
 
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