10.07.2018 - 16:16 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Mit Sack und Pack einquartiert

t

(sns) Die Begrüßung durch Bürgermeister Martin Birner im Rathaussaal war herzlich. Vor 100 Jahren - 1917 bis 1918 waren 128 Bürgerinnen und Bürger im Ersten Weltkrieg mit Sack und Pack und Vieh in Neunburg vorm Wald und Katzdorf einquartiert worden. Birner dankte den damaligen Bewohnern für ihre Gastfreundschaft und dem damaligen Flüchtlingskommissar Stadtpfarrer Johann Baptist Koller für sein Organisationstalent.

Seit 2017 hat Ehrenbürger Theo Männer Kontakt mit Bürgermeister André Lehmes, dessen Vater im Jahr 1917 in der Katzdorfer Wallfahrtskirche getauft wurde. Daher wuchs das Interesse, mit einigen Bürgern die Orte ihrer damaligen Evakuierung zu besuchen. Lehmes dankte in seinem Grußwort allen für die Gastfreundschaft. Er sei glücklich darüber, nach diversen Recherchen mehr über die gemeinsame Geschichte zu erfahren. Nach dem Austausch von Geschenken trugen sich die Gäste in das Goldene Buch der Stadt Neunburg ein.

Der Besuch war geprägt von einer Stadtführung, beginnend in der Bahnhofstrasse bis hin zum ehemaligen Ostbahnhof. Hier zeigte Männer den Gästen die einzelnen Häuser der Quartiergeber. Eine Museumsführung sowie der Besuch des Festspiels schloss sich an, bevor eine Wanderung nach Katzdorf mit Besuch der Wallfahrtskirche Maria Dolorosa den Besuch abschloss. Alle waren sich einig, die Freundschaft weiter zu vertiefen - ein Gegenbesuch ist geplant.

Köstlach:

Köstlach ist eine französische Gemeinde im Departement Haut-Rhin in der Region Grand Est, dem heutigen Elsass. Die Gemeinde zählt 508 Einwohner und liegt an der Schweizerischen Grenze, etwa 26 Kilometer südwestlich von Basel. Köstlach war schon in gallo-römischer Zeit (52 v. Chr. bis 486) besiedelt, wie die Ruinen von römischen Thermen und andere archäologische Funde beweisen. Die Pfarrei von Köstlach wurde 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Ortschaft gebrandschatzt. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte die Gemeinde als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Die Kirche Saint-Léger (St. Leodegar) wurde im 12. Jahrhundert erbaut und wegen eines Brands im Dreißigjährigen Krieg erneuert. Teile der romanischen Kirche blieben erhalten wie der Glockenturm und Teile des Gewölbes. (sns)

Bürgermeister André Lehmes (vorne Mitte) trägt sich beim Empfang der Delegation ins Goldene Buch ein, flankiert von Bürgermeister Martin Birner (vorne rechts) und Ehrenbürger Theo Männer (links).

Die angebahnte Verbindung zu Köstlach (im Hintergrund die Kirche) soll weiter vertieft werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp