Neunburg vorm Wald
31.10.2019 - 08:23 Uhr

Schaufel und Pickel schon in der Hand

Für ein Dorfgemeinschaftshaus lassen die Bürger von Kleinwinklarn ihre Muskeln spielen. Das zeigt Wirkung und hebt so manchen Deckel von den Fördertöpfen.

Die Container stehen schon parat für den Abbruch: Das alte Schulhaus wird durch ein Dorfgemeinschaftshaus ersetzt, in dem auch die Feuerwehr Platz hat. Und die Bürger von Kleinwinklarn wollen tatkräftig mitanpacken. Bild: pko
Die Container stehen schon parat für den Abbruch: Das alte Schulhaus wird durch ein Dorfgemeinschaftshaus ersetzt, in dem auch die Feuerwehr Platz hat. Und die Bürger von Kleinwinklarn wollen tatkräftig mitanpacken.

Als "Meilenstein in der Ortsentwicklung" würdigte Bürgermeister Martin Birner bei der Stadtratssitzung die Dorferneuerung in Kleinwinklarn, die den Rahmen liefert für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, Fördermittel inklusive. Ursprünglich hatte man für das auf rund 1,6 Millionen Euro veranschlagte Projekt europäische Mittel über das Progamm ELER im Visier, war dann aber auf die Initiative "Innen vor Außen" umgeschwenkt. Dafür war allerdings ein Dorferneuerungsverfahren notwendig.

Da im Flurneuordnungsverfahren ohnehin Vermessungsarbeiten im Dorf fällig waren, hatte die Stadt im Dezember 2018 die Erweiterung des Verfahrenszwecks beantragt. In Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und Stadtplaner Gerhard Plöchinger wurden die Pläne noch um drei Maßnahmen erweitert: Ortsmitte und Spielplatz sowie ein Dorfplatz werden neu gestaltet, auch der Einmündungsbereich Rosenweg/Dorfstraße bekommt ein neues Gesicht. Im September fiel deshalb der Beschluss für eine umfassende Dorferneuerung. Die Stadt rechnet mit einer Förderung in Höhe von 64 Prozent, laut Bürgermeister Birner könnten dann etwa 350 000 Euro an Kosten auf die Stadt zukommen.

Platz für Feste

Dafür musste allerdings auch die ursprüngliche Entwurfsplanung noch einmal überarbeitet werden. Statt der anvisierten Gastherme gibt es eine Pellets-Heizung. Auf Wunsch der Dorfgemeinschaft wird im Keller ein zusätzlicher Lagerraum errichtet, die aufwendige Treppe als Hauptzugang entfällt, Parkplätze sind auf dem derzeit vorhandenen Spielplatz vorgesehen und können auch für Feiern im Freien genutzt werden.

Der Spielplatz wird nach Süden verlegt, und neue Geräte sollen auch kommen. Nicht zuletzt sind nun zwei zusätzliche Parkplätze an der Nordseite und ein überdachter Vorraum für das gemeinschaftlich genutzte Nebengebäude vorgesehen. Und zwei bis drei Bauplätze könnten durch noch für Kleinwinklarn abfallen, das gibt laut Architekt die Restfläche des Eimer-Anwesens her. "Die Förderung ist komfortabel, dass sie nicht maximal ist liegt an der Finanzkraft der Gemeinde", gab Plöchinger zu bedenken.

"Hier wurde auf alle Wünsche eingegangen", zeigte sich SPD-Stadtrat Erich Schmid zufrieden und verkündete stellvertretend für die Bürger des Ortsteils: "Alle haben schon Schaufel und Pickel in der Hand für den ersten großen Arbeitseinsatz.". "Die Container stehen schon da", informierte Plöchinger. Durch Eigenleistung könne man die Kosten beim Abbruch um die Hälfte senken. Angetan von den Änderungen war Stadtrat Martin Scharf, was hier herausgekommen sei könne sich sehen lassen. "Wenn man sieht, wie sehr das Dorf beteiligt war, wird das auf alle Fälle ein super Projekt", urteilte für die CSU Fraktionssprecher Alexander Trinkmann.

In den Startlöchern

"Das Programm ist mehr als ausgereift, die Änderungen haben Hand und Fuß", bestätigte Bauoberrat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung. Die Devise "Innen statt Außen sie in der Politik angekommen, bei der Umgestaltung freier Flächen im Innenbereich stehe man in den Startlöchern. Er riet zu einer möglichst zügigen Ausschreibung, um Mehrkosten zu verhindern.

Einstimmig billigte der Stadtrat die Pläne und stimmte auch der Kostenvereinbarung mit der Teilnehmergemeinschaft zu. Für die drei zusätzlichen Maßnahmen wird mit einer Summe von rund 725 000 Euro brutto gerechnet, bei einem aktuellen Fördersatz von 44 Prozent. Die nicht benötigten Flächen in der Größenordnung von 1750 Quadratmetern sollen als Bauplätze vermarktet werden.

Für das Abbruchmaterial vom alten Schulhaus haben die Kleinwinklarner im Übrigen auch schon Verwendung: Es wird zur Verfüllung des Dorfweihers in der Ortsmitte genutzt.

Das Programm ist mehr als ausgereift, die Änderungen haben Hand und Fuß.

Bauoberrat Martin Stahr über die Pläne fürs Dorfgemeinschaftshaus

Bauoberrat Martin Stahr über die Pläne fürs Dorfgemeinschaftshaus

 
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