02.07.2018 - 15:56 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Schmerzhaft zum Profi

Der Verband gibt die Marschroute vor, die Neunburger Volkshochschule kann da nur folgen - auch wenn es weh tut. Was auf die Einrichtung nun zukommt, war Thema bei Sitzung des Hauptausschusses.

Das künftige VHS-Programm könnte etwas dicker ausfallen, wenn auch die Angebote aus dem Städtedreieck dazukommen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

(bl) "Die Vorgaben tun uns weh, unter dem Strich wird es teurer": Mit dieser Prognose konfrontierte Wilhelm Narnhammer, Vorsitzender des Vereins Volkshochschule im Landkreis Schwandorf, die Mitglieder des Neunburger Hauptausschusses. Die Volkshochschule Neunburg, ist seit 1990 Mitglied im Landkreis-Verein, zu dem auch Nabburg, Nittenau und Oberviechtach gehören, allerdings nicht die Kreisstadt. Die vier treten gegenüber dem Dachverband als Einheit auf. Doch nun werden in einem Punkt die Vorgaben des Bayerischen Volkshochschulverbands nicht erreicht. im vergangenen Jahr kam man nur auf 20 291 Doppelstunden, 30 000 wären erforderlich gewesen.

Aus diesem Grund sieht man sich nun gezwungen, eine Kooperationen mit einer der großen Volkshochschulen einzugehen. Infrage kommen als Partner Schwandorf oder die VHS im Städtedreieck. Das haben die Beteiligten bereits in Workshops erarbeitet. Als Alternative bliebe ein Austritt aus dem Landesverband, der in Neunburg allerdings als nachteilig bewertet wird: Da gebe es kein bekanntes Logo und kaum Fördermittel aus der Erwachsenenbildung. Nabburg überlege dennoch auszutreten, berichtete Narnhammer dem Gremium.

Trotz dieser unklaren Situation gelte es nun aber, einen Förderantrag zu stellen, erklärte der Landkreis-VHS-Vorsitzende, der im Zuge des Strukturwandels auch an einen Rückzug aus der ehrenamtlichen Tätigkeit denkt. "Ich komme auf 100 Stunden im Jahr, das muss im Verbund jemand anders übernehmen", meinte er und äußerte Zweifel dran, dass sich angesichts einer Vergütung von jährlich 720 Euro ein Nachfolger findet.

Narnhammer plädierte dafür, dass Anmeldungen weiterhin vor Ort möglich sein sollen, ebenso Barzahlungen. Neunburg werde dazu ein eigenes Verwaltungsprogramm brauchen und auch sein eigenes Programm erstellen. Ab 2019 komme noch Qualitätsmanagement hinzu. "Für die Bürger wird sich nichts ändern", beruhigte der Neunburger VHS-Vorsitzende Markus Wondrascheck. Aber auf die Mitglieder komme viel mehr Arbeit zu, private Computer seien schon aus Datenschutzgründen dabei passé. Der Verband lege mehr Wert auf professionelles Vorgehen, ehrenamtliches soll in den Hintergrund treten. "Und es wird nicht billiger", fügte Wondrascheck hinzu. So rechnet man pro Einwohner mit einem Euro, während es bisher 50 Cent waren.

"Leider bleibt uns hier nichts anderes übrig, als einen Dienstleiter einzukaufen", schloss Bürgermeister Martin Birner und votierte ebenso wie alle anderen Ausschussmitglieder für den vorgeschlagenen Verbund mit dem Städtedreieck - zumindest solange die Verbindung auf Landkreisebene noch eine Zukunftsvision sei.



Die Vorgaben tun uns weh, unter dem Strich wird es teurer.

Wilhelm Narnhammer über die Umstrukturierung der VHS

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