24.10.2019 - 18:16 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

"Schwimminseln" gegen Blaualgen

Um einen Beitrag zur Verbesserung der Gewässergüte im Eixendorfer See zu leisten, hat das Wasserwirtschaftsamt Weiden einen Pilotversuch gestartet. Zwei „schwimmende Inseln“ mit Röhricht sind nun am Westufer befestigt.

Bürgermeister Martin Birner ließ sich am Westufer des Eixendorfer Stausees von Martin Schlegel, Ludwig Reitinger und Thomas Stangl (von links) über das Pilotprojekt "schwimmende Röhrichtinseln" informieren, die die Gewässergüte des Sees verbessern sollen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wie kann mit Maßnahmen direkt am Eixendorfer See mitgeholfen werden, die Wasserqualität zu verbessern - vor allem mit Blick auf die regelmäßigen Blaualgenblüten? Diese Frage stellte das Wasserwirtschaftsamt Weiden unter Beteiligung der Städte Neunburg vorm Wald und Rötz als Grundlage für das "Ökon-Gutachten".

Für Manuel Schlegel, den Abteilungsleiter für den Landkreis Schwandorf am Weidner Amt, ist klar: "Eine nachhaltige Verbesserung ist auf lange Sicht nur durch die Verminderung der Nährstoffeinträge aus dem Oberlauf möglich." Gleichwohl versuche das Wasserwirtschaftsamt, mit Maßnahmen direkt am See ebenfalls dazu beizutragen, die Situation zu verbessern. "Für die Verbesserung der Gewässergüte stehen insbesondere die Anlage von Röhrichtpflanzungen oder das Einbringen von 'schwimmenden Inseln' im Fokus", betonte Schlegel, als er dieses Projekt im Beisein seiner Kollegen Thomas Stangl und Ludwig Reitinger Bürgermeister Martin Birner erläuterte.

Die Fachleute wissen, dass die Pflanzen durch ihr Wachstum Nährstoffe aus dem Wasser binden können und somit den Blaualgen eine gewisse Menge ihrer Nahrungsgrundlage entziehen. Gemeinsam wurde am "Runden Tisch" im Juni dieses Jahres festgehalten, dass erste Maßnahmen nach Möglichkeit noch im Laufe des Jahres 2019 umgesetzt werden sollen.

In der "Rentnerbucht"

Mit Hochdruck habe sich laut Schlegel die vom Wasserwirtschaftsamt beauftragte "Ökon Gesellschaft für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung mbH" aus Kallmünz in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro für Bauwesen, Wasserwirtschaft, Wasserbau und Grundbau "SKI GmbH+Co. KG" aus München dieser Fragestellung gewidmet und eine Lösung gefunden.

Mittwoch und Donnerstag dieser Woche erfolgte deswegen im Bereich der "Rentnerbucht" am Westufer des Sees der Einbau zweier sogenannter "schwimmender Inseln" mit insgesamt knapp 60 Quadratmetern Fläche. Die Röhrichtanpflanzungen wurden bereits durch den Lieferanten "BGS Ingenieurbiologie und -ökologie GmbH" vorkultiviert und können damit ab sofort, spätestens jedoch mit der nächsten Vegetationsperiode, mit ihrer "Arbeit" beginnen.

Die Inseln selbst bestehen aus einer Trägermatte aus Kunststoff mit entsprechenden Auftriebskörpern, ähnlich einem Schwimmponton. Sie bestehen aus mehreren miteinander gekoppelten Modulen, sind jeweils insgesamt circa 25 Meter lang und 1,2 Meter breit und werden mittels mehrerer Steinsäcke als Gewichtsanker an Ort und Stelle gehalten.

Ziel: nachhaltige Lösung

Da es dem Wasserwirtschaftsamt Weiden und den beauftragten Planern vor allem um eine nachhaltige Lösung geht, die längerfristig Bestand haben und ihre Wirkung entfalten soll, steht bei dem "Pilotversuch" die Beantwortung folgender Fragen im Vordergrund: Wie genau kommen die Inseln mit den Wasserspiegelschwankungen im See zurecht? Überdauern sie Hochwasserereignisse und kommen sie im Niedrigwasserfall mit geringeren Wasserständen zurecht? Wie überstehen sie den kommenden Winter mit der regelmäßig dicken Eisschicht auf dem See? Und vor allem: Wieviel Nährstoffe entziehen die Pflanzen dem Seewasser und damit den Blaualgen?

Untersuchungen geplant

Um Antworten zu erhalten, werden die Inseln im Laufe des kommenden Jahres entsprechend beobachtet und betreut. So werden die im Spätsommer oder Herbst nächsten Jahres entnommenen Pflanzen auf ihren Nährstoffgehalt hin untersucht und ermöglichen somit Rückschlüsse auf ihren Beitrag zur Verbesserung der Gewässerqualität.

Die weißen Skizzen in den rot-grünen Kreisen stellen als Draufsicht die schmalen, langen Schwimminseln dar, von denen es am Westufer seit dieser Woche zwei Stück gibt.
Röhricht:

Röhricht ist ein Biotop und eine Pflanzengesellschaft im Flachwasser- und Uferrandbereich von Gewässern. Es besteht aus großwüchsigen, schilfartigen Pflanzen, die an einen ständig überfluteten Boden angepasst sind.

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