26.03.2019 - 18:34 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

In einer der sichersten Regionen

Für den Neunburger Polizeichef Bernhard Hager ist das vermutlich der wichtigste Satz aus seinem Bericht: "Wir leben in einer der sichersten Regionen der Oberpfalz."

Zum Sicherheitsgespräch trafen sich der Neunburger Inspektionsleiter Bernhard Hager (Vierter von links) und seine Kollegen Tobias Ruhland (Zweiter von links) und Markus Schlegel (Vierter von rechts) mit Bürgermeistern oder deren Vertretern, unter ihnen der Neunburger Bürgermeister Martin Birner (Zweiter von rechts).
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wenn es um die Polizeistatistik im Raum Neunburg vorm Wald geht, ist Aufgeregtheit nicht angebracht. "Bei uns ist die Zahl der Straftaten sogar zurückgegangen", freute sich Hager und er weiß, dass die Orte Neunburg, Bodenwöhr, Dieterskirchen, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen und Thanstein eine erfreuliche Ausnahme zur allgemeinen Tendenz bilden. Denn sowohl in Bayern, wie auch in der Oberpfalz und selbst im Landkreis Schwandorf ist von 2017 auf 2018 ein, wenn auch leichter, Anstieg der Straftaten zu verzeichnen.

Nur mehr 434 Fälle

"Anders bei uns", versicherte Hager, "denn hier sind die Fälle von 500 auf 434 zurückgegangen - also um 66 oder 13 Prozent". Der Erste Polizeihauptkommissar hat dabei eine Region mit knapp 17 000 Menschen im Blick, die in sechs Gemeinden leben. Bodenwöhr, eine von ihnen, war heuer als Ort für das Sicherheitsgespräch ausgesucht worden, und Zweiter Bürgermeister Albert Krieger stellte dafür den Saal im Rathaus zur Verfügung.

Was die allgemeine Entwicklung anbelangt, so gab es praktisch nur gute Nachrichten aus dem Mund von Hager und seinen beiden Kollegen Markus Schlegel und Tobias Ruhland. "Die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Neunburg v.W. belegt mit 77,2 Prozent einen Spitzenplatz", informierte der PI-Leiter, und sie ist damit besser als im Durchschnitt des Landkreises Schwandorf.

Mehr Rauschgiftdelikte

Und es wird sogar noch besser: "Bei ganzheitlicher Betrachtung der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung im Schutzbereich der Polizeiinspektion Neunburg darf ich feststellen, dass wir nach wie vor in einer der sichersten Regionen der Oberpfalz leben." Was aber nicht heißt, dass die Uniformierten nichts zu tun hätten. Sorgen macht den Beamten, dass die Zahl der Rauschgiftdelikte angestiegen ist - anders als bei den Diebstählen und den Körperverletzungen, wo Rückgänge zu verzeichnen waren.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte hingegen ist von 24 auf 39 Taten gestiegen, also um 62,5 Prozent. Cannabis, Crystal-Speed, sogenannte "Kräutermischungen" - damit hat es die Polizei in und um Neunburg zu tun. "Heroin oder so, das ist eher Regensburg", sagte Hager. Bemerkbar würden sich die verstärkten Kontrollen durch geschulte Beamte machen, denn: "Rauschgiftdelikte sind in erster Linie Kontrolldelikte."

Dealer festgenommen

So einen Fall schilderte Tobias Ruhland: In der ersten Jahreshälfte 2018 verkaufte ein 22-Jähriger aus Bodenwöhr Rauschgift im Wert von mehreren Tausend Euro. Die Polizeiinspektion Neunburg und die Kriminalpolizeiinspektion Amberg erwirkten einen Durchsuchungsbeschluss. In der Wohnung wurden neben verschiedenen verbotenen Waffen auch 150 Gramm Marihuana sichergestellt. Außerdem wurden mehrere Ermittlungsverfahren gegen weitere Beschuldigte wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Was aus dem Bericht der Beamten herausstach, war ein ganz anders gelagerter Fall in Bodenwöhr. Dort haben sich zwar die Fälle von Körperverletzungen halbiert, aber einer endete trotzdem mit dem Tod des Opfers. Genaueres wollte Hager mit Rücksicht auf die Ermittlungen nicht sagen.

Kriminalstatistik in Stadt und Gemeinden:

Die meisten der 434 Straftaten, mit denen die PI Neunburg vorm Wald zu tun hatte, trugen sich in Neunburg selbst zu: 294 Delikte, also minus 7,25 Prozent zum Jahr davor. An zweiter Stelle kommt Bodenwöhr. Dort ging die Anzahl der Straftaten von 143 auf genau 100 zurück.

Der Rest fällt fast nicht ins Gewicht: Dieterkirchen 11 Straftaten (im Jahr zuvor 16), Neukirchen-Balbini 6 (4), Dieterskirchen 13 (13) und Thanstein 15 (10). Von den 39 Rauschgiftfällen im Inspektionsbereich ereigneten sich 22 in Neunburg v. W.

Die Aufklärungsquote ist überall gut und schwankt zwischen 54 Prozent in Schwarzhofen und 80 Prozent in Neunburg.

Nirgends spielten Flüchtlinge eine große Rolle, obwohl es 110 zentral oder dezentral lebende Asylbewerber im Bereich der PI Neunburg gibt. In Zahlen ausgedrückt lautet das so: Unter den im vergangenen Jahr ermittelten 264 Tatverdächtigen waren nur 18 Asylbewerber; nur vier Prozent aller Fälle, mit denen die Polizei beschäftigt war, hatten mit der Asylthematik zu tun.

Der typische Straftäter im Raum Neunburg ist männlich, deutsch und über 21 Jahre alt. Mit anderen Worten: Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um 190 Deutsche und 74 Nichtdeutsche – meist also andere Europäer, Türken oder ähnliche. 225 Täter waren männlich und 39 weiblich.

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