01.04.2020 - 17:11 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Spektakuläre Fälle für die Polizei

Das war vielleicht eine Ernte! 24 Kilogramm Hanf ergab der Grünschnitt, nachdem im vergangenen Jahr eine Drogenplantage konfisziert wurde. Dieser und andere Fälle finden sich im Sicherheitsbericht der Polizeiinspektion Neunburg beschrieben.

Im Sicherheitsbericht der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald wird auch an die Entdeckung einer Drogenplantage an der Schwarzach im Oktober vergangenen Jahres erinnert. Dabei wurden 33 Marihuana-Pflanzen mit einer Höhe von bis zu zwei Metern aufgefunden - angebaut von einem 65-Jährigen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald hat in diesen Tagen ihren jährlichen Analyse zur Sicherheitslage vorgestellt (wir berichteten), die unter dem Strich positiv ausfiel. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Inspektion, in dem ungefähr 17 000 Menschen leben, wurden 2019 insgesamt 443 Straftaten gemeldet. Nach dem deutlichen Rückgang auf 434 Straftaten im Jahr 2018 blieb die Anzahl der Delikte annähernd gleich. Es gab lediglich eine leichte Steigerung um neun Fälle oder zwei Prozent.

Ein Thema auch im Raum Neunburg vorm Wald sind Rauschgiftdelikate. Deren Gesamtzahl sank von 39 auf 30 Straftaten im vergangenen Jahr. Es handelte sich dabei um 25 allgemeine Verstöße mit Betäubungsmitteln, fünf Mal wurden Betäubungsmittel gehandelt, angebaut oder geschmuggelt. In allen Fällen des Handels ging es um Cannabis. Insgesamt betraf es in 18 Fällen Cannabis, sechs Mal Crystal-Speed und zwei Mal Speed, ein Mal LSD und ein Mal sonstige Betäubungsmittel.

„Entsprechend geschulte Beamte bringen eine Aufhellung dieses Dunkelfeldes, da Rauschgiftdelikte in erster Linie Kontrolldelikte sind“, heißt es im Bericht, der einen besonderen Fall aus Zangenstein näher erläutert. Dort wurde im Oktober 2019 eine Rauschgift-Plantage entdeckt. "Polizei erntet 24 Kilo Hanf", lautete damals eine Überschrift.

Ein zur Tatzeit 65-jähriger Mann hatte im Laufe mehrerer Monate Marihuana auf einer kleinen Insel in der Schwarzach angebaut. Es handelte sich dabei um 33 Pflanzen mit Höhen zwischen eineinhalb und zwei Metern im Gesamtgewicht von 24 Kilogramm. Nach der Entdeckung der Pflanzen wurden die Wohnräume des Tatverdächtigen durchsucht, wobei weiteres Rauschgift mit einer Gesamtmenge von fast einem Pfund Marihuana sichergestellt wurde. Nach der vorläufigen Festnahme wurde der Beschuldigte nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Amberg und den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Im weiteren Sinn mit Rauschgift hat auch ein anderer Vorfall zu tun, der sich in Bodenwöhr am Hammersee abspielte. Anfang Juli kam es dort Hammersee- Pavillon zu einer gefährlichen Körperverletzung, nachdem zwei ortsansässige Angler von einer größeren Gruppe junger Leute angegriffen wurden. Neben dem Angriff auf die beiden Angler, die nach kurzem Widerstand verletzt die Flucht ergriffen, wurden auch Angelutensilien im Wert von mehreren Tausend Euro zerstört und im Hammersee versenkt.

Einer der Geschädigten konnte sich zu einem ortsansässigen Polizeibeamten flüchten, der weitere Fahndungsmaßnahmen einleitete. Vorangegangen war der Auseinandersetzung eine überlaute Feier, die die Angler der Polizei meldeten – die danach wiederum Rauschgift bei einem der Beschuldigten feststellte.

Besonders spektakulär war ein schwerer Raub in einer Tankstelle, der im August 2019 über die Bühne ging. Der maskierte Räuber, der mit einer Pistole bewaffnet war, aber nicht viel erbeutete, wurde sehr schnell dingfest gemacht; es handelte sich um einen 20-jähriger Neunburger (wir berichteten).

Ebenfalls dramatisch verlief ein Vorfall am 4. Juli letzten Jahres, der unter der Überschrift „Androhung der Selbstverbrennung“ in die Akten einging. Gegen 17 Uhr hatte an jenem Tag ein in Neunburg wohnhafter Mann aus einem osteuropäischen Staat das Bürogebäude der AOK-Geschäftsstelle in Neunburg betreten, um eine Geldleistung einzufordern. Nachdem ihm diese durch die Mitarbeiter verwehrt blieb, übergoss er sich mit einem mitgebrachten, vollen Benzinkanister, zog ein Feuerzeug und drohte damit, sich anzuzünden, sollte er auch weiterhin keine finanziellen Zuwendungen erhalten.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich neben dem Mann neun weitere Mitarbeiter der AOK im Gebäude. Durch die am Tatort eingetroffenen Beamten der PI Neunburg v.W., konnte der 59-jährige Pole durch minutenlanges Zureden letztendlich zur Aufgabe überredet und festgenommen werden. Anschließend wurde er aufgrund akuter Eigen- und Fremdgefährdung in das Bezirksklinikum Regensburg eingewiesen.

Anzahl der Straftaten für das Jahr 2019 nahezu unverändert zum Vorjahr

Neunburg vorm Wald
Menschen feiern gesittet:

Die Neunburger Polizei blickt in ihrem Jahresbericht auch auf größere Feste zurück. Meistens blieb es ruhig, auch wenn viele Menschen feierten. Beim Neunburger Altstadtfest Mitte August kam es lediglich in den frühen Morgenstunden zu einer verbalen Beleidigung gegen die eingesetzten Polizeibeamten. Eine entsprechende Anzeige gegen den jungen Mann wurde erstattet und letzten Endes mit einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro geahndet. Zu nennenswerten Sicherheitsstörungen kam es nicht. Beim Bürgerfest in Bodenwöhr Mitte Juli ereignete sich im Bereich des Schloßweges in Bodenwöhr zu einer Unfallflucht. Ein unbekanntes Fahrzeug hatte im Vorbeifahren einen geparkten Wagen gestreift und dabei einen Schaden von 800 Euro verursacht. In den frühen Abendstunden kam es des Weiteren zu einer Ruhestörung, ansonsten jedoch zu keinen besonderen Einsätzen. Auch das Seefest Bodenwöhr im August blieb im Jahr 2019 für die Neunburger Polizei ruhig. Die sogenannte Neunburger Wiesn im Mai 2019 blieb, wie auch im Vorjahr, erfreulich friedlich. Lediglich ein Autofahrer musste aufgrund vorangegangen Drogenkonsums aus dem Verkehr gezogen werden. Ein weiterer Mann weigerte sich zunächst, auf Bitten der Security-Firma das Wiesengelände zu verlassen, entfernte sich jedoch wenig später ohne weiteres Zutun.

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