16.05.2019 - 17:08 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Stolze Zeichen jeder Zunft

Jahrelang wurden sie stolz jeder Prozession vorangetragen, dann verschwinden sie von der Bildfläche. Das Schwarzachtaler Heimatmuseum rückt nun Zunftstandarten und Fahnentücher ins Licht der Aufmerksamkeit.

Bevor Museumsleiter Theo Männer (Mitte) eine Einführung zur Sonderausstellung „Kirchliche Fahnen“ gab, begrüßte er den Schirmherrn Franz Wilhelm (Dritter von rechts) mit Gattin Evi, Stadtpfarrer Stefan Wagner (Dritter von links) sowie Stadtrat Klaus Zeiser (Zweiter von links).
von Udo WeißProfil
Auf großes Interesse stießen die Exponate bei der Sonderausstellung im Heimatmuseum.
Die Gruppe „Klanghölzer“ umrahmte die Eröffnungsfeier musikalisch.

Vier Zunftstandarten und sieben Fahnen kirchlicher Vereine sind im Schwarzachtaler Heimatmuseum zu besichtigen. Zur Eröffnung der Sonderausstellung "Kirchliche Fahnen" begrüßte Museumsleiter Theo Männer viele Gäster aus Politik und Kultur, darunter Stadtpfarrer Stefan Wagner, stellvertretender Landrat Jakob Scharf, Stadtrat Klaus Zeiser in Vertretung von Bürgermeister Martin Birner, sowie den Schirmherrn und Sponsor Franz Wilhelm mit Gattin Evi.

Stadtpfarrer Wagner äußerte seine Freude über die Ausstellung. Die Geschichte der Fahne an sich sei viel älter als die der ausgestellten Exponate, sie würden schon im Alten Testament erwähnt, so der Pfarrer. Nicht immer dienten sie ruhmreichen Zwecken. "Wichtig ist dagegen die Fahne des Auferstandenen, die Siegesfahne", betonte der Geistliche.

Brauer, Bäcker Metzger

Das Panier des Pfalzgrafen Johann nahm Theo Männer als erstes der Exponate genauer in den Blick. Unter dieser Kriegsfahne, die als authentische Rekonstruktion im Museum zu bewundern ist, zogen die Oberpfälzer Streiter 1433 in die Schlacht gegen die Hussiten. Kirchenfahnen tauchten in Neunburg dagegen erst Jahrhunderte später wieder auf. 1840 kam die Idee auf, die bis dahin gängigen Zunftstäbe und Apostelfiguren durch neue Standarten zu ersetzen.

Alle großen Gewerbevereine schafften große Standarten an. Männer stellte die vier großen Zunftfahnen der Müller, der Brauer, der Bäcker und der Metzger aus den 1840er-Jahren vor, erklärte Technik und Motive. Als sie Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Mode gekommen waren, wanderten sie in Abstellkammern und später ins Museum. Da die Standarten stadtgeschichtlich und kunsthandwerklich wertvoll sind, wurden sie ausgestellt. Wegen ihrer Höhe von bis zu vier Metern blieb nur noch der Schlosssal, wo die Fahnen auch bis 1968 gezeigt wurden. Auch neuzeitliche, kirchliche Fahnen aus den 1920er und 1930er Jahren, die ausrangiert wurden, werden präsentiert. Georgsfahne, Prozessionsfahne, Marianische Fahne sowie Vereinsfahne des Müttervereins, der Marianischen Männer- und der und Marianischen Jungfrauen-Kongregation sind einige davon.

"Klanghölzer" musizieren

Bevor der Museumsleiter die Gäste zum Rundgang einlud, dankte er dem Schirmherrn für die Unterstützung, seinen Museumsmitarbeitern sowie Martin Schmid für die grafischen Arbeiten. Dank galt auch der Gruppe "Klanghölzer" mit ihrer Leiterin Christine Müller, die die Eröffnung musikalisch umrahmte.

Öffnungszeiten:

Museumstag am Sonntag

Am kommenden Sonntag ist „Internationaler Museumstag“ statt. Dann öffnet auch das Schwarzachtaler Heimatmuseum wieder für diese Saison seine Pforten. Der Eintritt ist am Sonntag frei. Museumsleiter Theo Männer bietet Führungen um 10, 14 und 16 Uhr an. Die allgemeinen Öffnungszeiten: Mittwoch von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr; Führungen auch nach Vereinbarung. Anfragen dazu in der Tourist-Information Neunburg vorm Wald, Telefon 09672/9208-421, E-Mail tourist-info.stadt[at]neunburg[dot]de.

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