18.05.2018 - 16:24 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Bayerisches Wasserkraftforum in der Schwarzachtalhalle: Auf Strom aus Wasser setzen

Von der neuesten Turbinentechnik bis hin zur Fischaufstiegsanlage: Eine Vielzahl an Aspekten rund um die Stromerzeugung aus Flüssen und Seen kommt beim Bayerischen Wasserkraftforum in der Schwarzachtalhalle aufs Tablett.

Am Kraftwerk Eixendorf II erläuterte Projektleiter Jochen Zehender (rechts) den Teilnehmern des Forums die Funktionsweise. Bilder: Mardanow (2)
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Mit Blick auf die Energiewende spielt der aus Wasser erzeugte Strom eine besondere Rolle. Von einer "bewährten, grundlastfähigen und CO2-freien Energiequelle" spricht Anne-Marie von Hassel, Verlegerin der Bayerischen Gemeindezeitung, bei der Eröffnung des sechsten Wasserkraftforums. Es wird durch die Gemeindezeitung als Informationsveranstaltung und Dialogplattform organisiert. Teilnehmer sind politische und kommunale Entscheidungsträger, Repräsentanten aus Wirtschaft und Verwaltung sowie Wasserkraftunternehmen.

Stromverluste abfedern

Ein spezieller Dank von Hassels galt der Neunburger Firma FEE für ihre Unterstützung im Vorfeld der Tagung. Deren Mitarbeiter Markus Breitschaft referierte später - zusammen mit Maximilian Rauch (RMD-Consult GmbH) - zum Thema "Kleinwasserkraft in Ost-Afrika" und schilderte ein Praxisbeispiel aus Ruanda. In ihren weiteren Worten brach die Rednerin eine Lanze für die bayerische Wasserkraft - diese könne mengenmäßig jene Stromverluste abfedern, die aus Schließung der Kernkraftquellen resultieren.

Für Bürgermeister Martin Birner war das Forum in Neunburg an der richtigen Adresse: Er verwies auf die Stromerzeugung im Eixendorfer Stausee, auf zahlreiche Kleinkraftwerke in privater Hand an der Schwarzach sowie das Erlebnisbad, das mit Flusswasserwärme geheizt wird. Rein rechnerisch könne sich die Stadt zu 100 Prozent aus regenerativen Energien selbst versorgen, berichtete der Bürgermeister.

Im Anschluss befassten sich sieben verschiedene Fachvorträge bis weit in den Nachmittag hinein mit aktuellen Aspekten zum Thema Wasserkraft. Unter anderem gab's Daten und Fakten rund um Wasserkraft im Alpenraum zu hören, Effizienzsteigerungen für eine Doppel-Francis-Turbine wurden erläutert, aber auch Finanzierungsmöglichkeiten für Wasserkraftwerke spielten eine Rolle, ebenso die Thematik "Ersatzlebensraum in Fischaufstiegsanlagen". In einer Podiumsdiskussion setzten sich der frühere Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl, Herfried Harreiter (Verbund Innkraftwerke GmbH), Josef Rampl von der Initiative "Wasserkraft - ja bitte" und Christoph Rapp (Stadtwerke München GmbH) mit Nutzungsinteressen rund um die Flüsse auseinander. Zum Abschluss des Forums gab Anne-Marie von Hassel den Teilnehmern noch eine Einschätzung des Weltklimarats mit auf den Weg: Danach würden bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft am wenigsten Treibhausgase erzeugt. Sie bat darum, dieser Energieform weiterhin den gebührenden Stellenwert einzuräumen.

Laichplatz geschaffen

Zum Abschluss wurden den Teilnehmern noch zwei Besichtigungen angeboten: Zum einen ging es in die Netzleitstelle des Bayernwerks am Bärnhof, wo das Bayernwerk sein 20 kV-Mittelspannungsnetz im ganzen Freistaat überwacht. Zum anderen erläuterten an der Wasserkraftanlage Eixendorf II bei Hillstett Projektleiter Jochen Zehender und Geschäftsführer Thomas Liepold (beide Mitarbeiter der Bayerischen Landeskraftwerke) den Betrieb. Mit Blick auf den See als Lebensraum sei dabei im Auslaufbereich des Kraftwerks ein Laichplatz angelegt worden - "bei den Fischen ist da richtig was los", so Zehenders Beobachtungen.

Die Wasserkraft ist in Bayern ein wesentlicher Faktor für die Energiewende.Hermann Steinmaßl, Landrat a.D.

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