18.02.2021 - 10:51 Uhr
NeusorgOberpfalz

Abschied mit großer Anteilnahme

Vor 20 Jahren verabschiedeten sich die letzten Mallersdorfer Schwestern aus Neusorg.

Mit bewegenden Worten wurden bei einem Stehempfang im Neusorger Pfarrsaal Schwester Goslina (von links) und Schwester Stefanie als letzte Ordensfrauen nach fast 50 Jahren ins Mutterhaus nach Mallersdorf verabschiedet. Zum Abschied durften sie sich in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen.
von Autor ÖTProfil

Von einem „Abschied voller Wehmut“ berichtete vor 20 Jahren der Neue Tag in Weiden, als am 18. Februar nach fast 50 Jahren das segensreiche Wirken der Mallersdorfer Schwestern in Neusorg zu Ende ging.

Mit einem Stehempfang im Pfarrsaal wurden damals die beiden letzten verbliebenen Ordensfrauen Goslina und Stefanie ins Mutterhaus nach Mallersdorf verabschiedet. Dabei erinnerte Norbert Leeb an den 10. September 1952. Dies war der Tag der Einweihung des neuen Pfarrheims mit Kindergarten, Schwesternwohnung und Pfarrsaal. Das Gebäude wurde damals in die Obhut der nur einen Tag vorher eingetroffenen Mallersdorfer Schwestern übergeben.

Langer Weg

Bis Ordensfrauen nach Neusorg kamen, war es jedoch ein weiter Weg. Pfarrer Michael Mulzer fragte beim Kloster Neumarkt an und bat den Regensburger Bischof, sich im Kloster Mallersdorf für Neusorg zu verwenden. Aber alles vergebens. Erst auf Pfarrer Mulzers persönliche Vorsprache und dessen Drängen und Bitten erhielt Neusorg eine Oberin, eine Kindergärtnerin und eine Schwester für die ambulante Krankenpflege zugesichert.

Die Schwestern Adelmuth, Caesarea, Bonita und Ethelberga waren Generationen von Neusorgern ein Begriff. Mit dem Rückruf der Ordensschwestern Goslina und Stefanie verließen vor zwei Jahrzehnten die letzten „Statthalter“ des Klosters Mallersdorf den Ort zwischen Kösseine und Steinwald.

Bei der Verabschiedung erinnerte der damalige Geistliche Hans Riedl an die Verdienste der Ordensfrauen und ihren gelebten Glauben. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Schraml überreichte den Klosterfrauen Bildtafeln mit Aufnahmen von den Gebäuden in Neusorg, die ihnen in den langen Jahren ihres Wirkens vertraut geworden waren.

Von einem herben Verlust für die Gemeinde sprach vor 20 Jahren Bürgermeister Günther König: Mit den Schwestern gehe auch ein Stück Neusorg. Fehlen werde auch das in den fast 50 Jahren vertraut gewordene Bild der Ordensfrauen bei den Gottesdiensten. Bevor sich die Schwestern damals in das Goldene Buch der Gemeinde Neusorg eintrugen, übergab ihnen das Gemeindeoberhaupt eine Uhr mit dem Gemeindewappen, einen Videofilm über Neusorg und Blumen.

Aus Fockenfeld verabschiedeten sich erst vergangenes Jahr die letzten Mallersdorfer Schwestern

Fockenfeld bei Konnersreuth

In die Schar der Abschied Nehmenden reihte sich auch die neue Kindergartenleiterin Andrea Stehbach ein. Sie rief in Erinnerung, wie sie sich mit Schwester Stefanie die Sorge um die Kinder geteilt hatte. Den fröhlichen und herzlichen Umgang und das Organisationstalent der scheidenden Kindergartenleiterin lobte Elternbeiratsvorsitzende Christine Etterer. Sie begrüßte es, dass es die Schwestern berufstätigen Müttern ermöglicht hatten, ihre Kinder schon vor 7 Uhr im Kinderhaus abzugeben. Namens der Eltern der Kindergartenkinder überreichte sie ein Buch, das sie mit ihren Sprösslingen gebastelt hatten, sowie Blumen und einen Korb mit Speisen und Getränken.

Sehr schmerzhaft

Das Schlusswort des von bewegenden Momenten geprägten Abschiednehmens hatte am 18. Februar 2001 Superior Hans Stauffer vom Kloster Mallersdorf. Er betonte, bei der Schließung von Schwesternstationen habe er selten eine solche Anteilnahme der Pfarrgemeinde wie in Neusorg erlebt. Der Geistliche dankte damals Pfarrer Hans Riedl und Bürgermeister Günther König für ihr Mitgefühl.

Diese Abberufung, so der Superior, sei auch für Generaloberin Schwester Marion sehr schmerzhaft. Stauffer erklärte, er sei traurig, dass keine Nachfolger für die ins Mutterhaus zurückgerufenen Schwestern zur Verfügung stehen. Dennoch blickte er mit großem Optimismus in die Zukunft und unterstrich, die Klosterfrauen hätten sich um Mallersdorf verdient gemacht.

 

 

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