26.05.2019 - 14:40 Uhr
NeusorgOberpfalz

Ausbau teurer, aber notwendig

Der Gemeinderat Neusorg hat sich intensiv mit der Entwurfsplanung Quellenstraße beschäftigt. Das Gremium machte zudem den ersten Schritt zur Erneuerung der Ortsdurchfahrt mit Gehweg in Weihermühle.

von Autor KKLProfil

Vor der Anerkennung der Entwurfsplanung Quellenstraße gebe es tiefere Überlegungen zur Straßenbauplanung, leitete Bürgermeister Peter König den ersten Punkt der knapp zweistündigen Sitzung ein. Anhand des Lageplanes erläuterte Albert Vollath vom Ingenieurbüro für Tiefbautechnik Wolf und Zwick in Marktredwitz, was bei diesem Straßenausbau wirtschaftlich sinnvoll sei. Die Gemeinde dürfe nicht nur die Investitionskosten sondern auch den -zeitraum sehen.

Ein von ihr beauftragter Baugrundbegutachter habe bereits 280 Meter der Straße und deren Untergrund untersucht. Erstaunlich ist laut Vollath die 16 bis 22 Zentimeter starke Asphaltschicht, 3 bis 5 Zentimeter seien gewöhnlich. Im Gegensatz zum Straßenbereich zeigten die Bilder des zwei Meter breiten Gehwegs mit Rissen und Querfugen einen Mangel an Tragfähigkeit.

Die Entwurfsplanung sieht den Ausbau des Bordsteins vor, der auf der gegenüberliegenden Seite der 5,5 Meter breiten Fahrbahn wieder eingebaut werden soll. Die Asphaltschicht und 10 Zentimeter Frostschutz sollen entfernt werden. Nach Verlegung aller Leitungen soll die Straße einen Asphaltaufbau von insgesamt 16 Zentimetern erhalten.

Seine Lösungsvorschläge würden zunächst höhere Investitionskosten bedeuten, seien aber dauerhaft, erklärte der Tiefbauingenieur. Ein teilweiser Ausbau sei eine Kompromisslösung, am Bild der Straße würde sich nichts ändern. Die Verlegung der Anschlüsse zu 13 Häusern verbessere den Zustand des Gehwegs nicht. Zu den Anschlüssen informierte der Bürgermeister, dass die SWW keine Nahwärmeverlegung plane. Es gebe keine Nachfrage seitens der Anlieger.

Neben den Kosten für den Einbau eines neuen Mischwasserkanals und einer Trinkwasserleitung stehen nun höhere Kosten als bei der Ausgangslage im Februar für die Straßenbaumaßnahme und den Gehwegausbau im Entwurf der Tiefbauingenieure. Für eine qualifizierte Instandhaltung müssten zusätzlich rund 131 000 Euro ausgegeben werden.

Zweiter Bürgermeister Günther Fütterer nannte den Anstieg um 44 000 eine Kostenexplosion. Den Vorschlag Vollaths sah er als technisch richtig an. Fütterer erwartet noch weitere Ausgaben, eventuell für einen Austausch der Straßenbeleuchtungskabel.

Vollaths Kollege Werner Erhart erläuterte kurz den Leitungsbau, der Anlass für den Straßenausbau ist. Diese seien in einem schlechten Zustand und hydraulisch überlastet. Insgesamt seien 52 Hausanschlüsse und auch Sinkkästen betroffen. Geplant sei, dass die Anlieger während der Bauzeit des Kanals und der Wasserleitung ihr Grundstück erreichen könne. Da nach der Leitungsverlegung die Straße zum Fleckerlteppich werde, wurde der Straßenausbau vorgestellt.

Bürgermeister Peter König will die Anlieger über das Projekt Quellenstraße in einer Versammlung am 26. Juni in der Rektor-Haindl-Aula informieren. Als Baubeginn ist der 15. Juli vorgesehen. In Riglasreuth könne der Baubeginn erst im September erfolgen, informierte Peter König. Die Gemeinde sei auf dem Weg, eine Förderung über 50 Prozent für den Leitungsbau zu bekommen. Die Mehrkosten von rund 130 000 Euro seien laut Bürgermeister schwierig aus dem Haushalt herauszuschneiden ohne andere Bereiche zu vernachlässigen. Er sehe aber mehrere Punkte die den Gemeindeetat entlasten werden. Somit sei der Straßenausbau finanzierbar.

Aus der Reihe der Fraktionsvorsitzenden bestand für Fütterer (CSU) kein Zweifel über die Notwendigkeit des Straßenausbaus. Durch Umschichtungen und Mehreinnahmen im Gemeindehaushalt sah er die Maßnahme als machbar an. Für Dieter König (SPD) "schreit" die Quellenstraße mit dem Gehsteig nach einer Sanierung. Ernie Bühl (ÜWG) hofft, dass die Kosten nicht noch weiter steigen. Das Gremium nahm den Kostenvoranschlag des Ingenieurbüros für die Erneuerung des Kanals und der Wasserleitung mit Hausanschlüssen sowie den Neubau des Gehwegs einstimmig an.

Informationen:

Weihermühle: Für Radweg zu wenig Platz

Die Ortsdurchfahrt und der Gehweg im Ortsteil Weihermühle sind laut Bürgermeister Peter König kein neues Thema. Beide seien in den vergangenen fünf bis sechs Jahren bereits in der Dorferneuerung diskutiert worden. Neben der 75-prozentigen Förderung über die Dorferneuerung sei nach anderen Fördertöpfen geschaut worden.

Einen Radweg durch Weihermühle nannte König kontraproduktiv, weil zu wenig Platz dafür sei. Ein zwei Meter breiter Gehweg soll angelegt werden. Die Entwurfsplanung für den ersten Bauabschnitt sei bis zum 1. September bei der Regierung einzugeben. Die Gemeinde wolle das Optimale an Förderung herausholen.

Für Günther Fütterer (CSU) ist die Maßnahme tragbar bei 90 Prozent Zuschuss. Angesichts des Durchgangsverkehrs in Weihermühle erachte seine Fraktion einen Gehweg als notwendig. Auch Dieter König (SPD) befürwortete das Konzept für den Gehweg sowie den Anschluss an den Radweg nach Pullenreuth. Laut Ernie Bühl stimmt die ÜWG zu. Sie bedauerte, dass der Radweg nicht gebaut werden kann. Für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt und den Gehwegbau in Weihermühle soll die Gemeindeverwaltung Angebote einholen.

Hintergrund:

Umleitung „dilettantisch“

Zur Information gab Bürgermeister Peter König bekannt, dass aufgrund der Brückensanierung im Ortsteil Riglasreuth zwar die Maßnahme in der Tageszeitung angekündigt worden sei, er aber mit der Situation überrascht worden wäre. Die Umleitungsschilder seien zu Maßnahmenbeginn dilettantisch aufgestellt worden. Eine Fußgängerlenkung über die Brücke fehle. Fußgänger sollen über den Naabsteig zur Bushaltestelle gelangen und einen Umweg von 600 Metern in Kauf nehmen. Auch Richard Stock (ÜWG) nannte die Ausschilderung der Umleitungsstrecke eine Katastrophe. König erläuterte, dass die Baustelle eine Maßnahme des Landkreises sei. Eine solche gehe immer mit Einschränkungen einher, aber Umleitungen müssten ordentlich ausgeschildert werden. Die Gemeinde habe mit dieser Maßnahme und der Verkehrsregelung nichts zu tun.

Aus dem Gemeinderat:

Bahnhofwohnung liegt auf Eis

Schlechte Nachrichten hatte Bürgermeister Peter König zum Nachnutzungskonzept der Wohnung im Bauhof. „Mir blutet das Herz“, bedauerte er. Das Planungskonzept sei von Architekt Gerald Braun erstellt worden, es habe bereits Gespräche mit einer Mietfamilie gegeben. Der Wermutstropfen sei, dass durch den Abschreibungszeitraum keine Finanzierungslücke entstehe. Deshalb gebe es keine Förderung. Laut Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses seien die Sanierungskosten von rund 100 000 Euro ohne Förderung durch den Haushalt der Gemeinde nicht finanzierbar. Der Gemeinderat zog die Reißleine und wird die bisherige Planung in eine Schublade legen. „Die Regierung hilft uns an vielen Ecken und Enden, hier ist es leider nicht möglich, das müssen wir akzeptieren“, meinte König.

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