24.04.2019 - 17:00 Uhr
NeusorgOberpfalz

Bäume vor Sonnenbrand schützen

Einen Crashkurs aus erster Hand für den richtigen Baum- und Strauchschnitt in den kommunalen Grünanlagen bekamen am Mittwoch die Gemeindearbeiter von Neusorg, Brand und Pullenreuth.

Uli Andern (Mitte) demonstrierte seinen "Schülern" auch den richtigen Umgang mit unterschiedlichen Gartengeräten.
von Ulla Britta BaumerProfil

Neusorg. (ubb) Gemeindearbeiter, die draußen in den Grünanlagen ihrer Kommune unterwegs sind, sind nicht zwangsläufig auch Profigärtner. Um ihren Leuten eine gute Grundlage in Gartenarbeit zu ermöglichen, haben sich die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg deshalb einen Profi ins Haus geholt. Bürgermeister Peter König begrüßte am Mitwoch herzlich im Vortragsraum des Rathauses als "Lehrmeister" Uli Andern. Der Neusorger ist freiberuflich unterwegs und hat unzählige Weiterbildungsseminare belegt. König stellte den staatlich geprüften Gartenfachberater zudem als Gesundheits-, Jugend- und Hauptwanderführer sowie als anerkannter Gästeführer im Tourismus vor. Uli Andern hat für seinen Vortrag über Pflege kommunaler Grünflächen den Schwerpunkt „Baum- und Sträucherpflege“ herausgepickt. Als Grund nannte große „Verfehlungen“ an Bäumen und Sträuchern, die ihm im Gemeindegebiet aufgefallen seien. Dies sei ihm ein großes Anliegen. „Was ich da sehen muss, tut mir in der Seele weh“, seufzte der passionierte Naturfreund. Der Fachmann verglich die Gartenarbeit mit dem Angeln. „Ein Angler muss auch erst einen Angelschein machen“, appellierte er für bessere Ausbildung im Grünpflegebereich. „Fangen wir bei Adam und Eva an“, ging es der Referent humorvoll an, was bis hin zum Vergleich eines Baumschnitts mit der Arbeit eines Schönheitschirurgens reichte. Bei den Vorarbeitern aus Neusorg, Brand und Pullenreuth fand er ein aufmerksames Publikum. Die Männer wollten von Uli Andern lernen und stellten viele Fragen. Andern erinnerte daran, dass Hochstämme bis in Nachbars Garten reichen können, was beim Pflanzen beachtet werden müsse. Zum richtigen Gießen meinte er, neu gepflanzte Bäume solle man regelrecht „ersäufen“, damit das Wasser die Wurzel erreiche. Anhand von Folien erläuterte Andern den richtigen Schnitt und zeigte, wie’s ausschaut bei falscher Behandlung. Nach innen wachsende Äste seien zu entfernen. „Zuwenig kann man gar nicht rausschneiden“, forderte Andern zu Mut beim Zuschnitt auf. Erfolg bringe der regelmäßige Schnitt. „Nicht radikal!“ Ein alter Zopf sei die Aussage, Bäume dürfe man nur im Frühjahr schneiden. „Das war früher, weil die Bauern nur dann Zeit hatten.“ Außer bei Kirschbäumen sei das auch später möglich. Weiter gab es Tipps zur Pflege der Gemeinde-Rosen sowie der Bekämpfung der Wühlmaus. Zum Düngen erklärte der Fachmann, Naturdünger wie Mist verbessere das Klima der Kleinlebewesen unter dem Baum, was zum besseren Wachstum führe. Komplizierter sei Blaukorn, hier könne man Fehler machen die zur Schädigung der Gewächse führten. Wichtig war es Andern, die Vorarbeiter über den „Sonnenbrand“ bei Bäumen aufzuklären. Hilfe böte die Versiegelung der Rinde mit einem speziellen Streichmittel. Die Gemeindearbeiter wollten unter anderem wissen, wie oft Bäume gegossen werden müssen bei heißen Sommern wie 2018. Uli Andern zeigte ihnen auch viele Gartengeräte, die etwas taugen und demonstrierte mit einem mitgebrachten Rosenzweig den Schrägschnitt. Nach dem Referat bekam Uli Andern viel Dank für seine Ratschläge, die er ehrenamtlich und kostenlos vermittelt habe.

Nicht jede Gartenschere sei eine gute Schere, sagte Andern und erklärte die Technik.
Zum Thema "Baum- und Strauchschnitt"zeigte Uli Andern einige praktische Hinweise am mitgebrachten Rosenzweig.
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