08.12.2019 - 10:07 Uhr
NeusorgOberpfalz

Gemeinde Nesuorg dreht an Gebühren

Während in der Gemeinde Neusorg die Gebühren für das Wasser um 7 Cent fallen, werden im gleichen Schritt die Abwassergebühren erhöht. Und das um 41 Cent.

Die Gemeinde Neusorg dreht an Gebühren.
von Oliver BecherProfil

Der Wasserverbrauch und die damit verbundene Gebührenberechnung wurden auf Basis der laufenden Kosten und der Bewirtschaftungskosten entsprechend berücksichtigt. So ergibt sich aus Lohn- und Bewirtschaftungskosten, Abschreibungen und den laufenden Kosten für 2019 eine Überdeckung. Bei den 648 gemeldeten Wasserzählern mit unterschiedlichen Nennflussmengen und der daraus resultierenden Grundgebühr ermittelt sich anhand des Wasserverbrauchs von 79 650 Kubikmetern eine neue Wassergebühr von 2,34 Euro je verbrauchten Kubikmeter Wasser in der Gemeinde.

Anders sieht es dafür im Bereich des Abwassers aus: Hier steigen die Gebühren merklich. Bei einer Nachkalkulation für 2018 wurde eine Kostenunterdeckung festgestellt. Ursächlich sind hier in erster Linie gestiegene Lohnkosten zu nennen. Insgesamt schlugen Ausgaben von 238 480 Euro zu Buche, die auch die Auszahlung von Überstunden enthalten. Hier wurde für die Zukunft eine personelle Vereinbarung mit der Möglichkeit des zeitnahen "Abfeierns" besprochen.

Kein Luxus

Auch Arbeiten und Vergaben, wie die Neugestaltung des Ablaufgrabens beim Absetzbecken oder wie das Räumen eines Pufferteiches beziehungsweise auch Kamerabefahrungen, sind hier mit eingerechnet. Was zu einer neuen Kanalgebühr von 2,91 Euro führt - eine Erhöhung von 41 Cent zum Vorjahr.

Bürgermeister Peter König stellte deutlich klar, dass der Verkauf von weniger Wasser auch ein entsprechendes Defizit in den Gesamtgrundkosten nach sich ziehe. Er sah auch die getätigten Maßnahmen in der Entsorgungsanlage sowie den allgemeinen Erhalt nicht als Luxus sondern als einfach notwendige Maßnahmen an. Die Reaktionen der Fraktionen fielen einmütig aus: Günther Fütterer (CSU) sah die Erhöhung als drastische Belastung für die Bürger. Hochgerechnet seien dies fast 50 Euro pro Haushalt. Die Kosten müssten gesenkt, der dauerhafte Betrieb kostengünstiger werden. Würde man die Maßnahmen ausblenden, sei dennoch eine Zunahme bei allgemein steigenden Kosten zu erwarten gewesen. Dabei nannte der Bürgermeister etwa Tarife und Strom, allein hier seien es 15 Cent gewesen. Erklärtes Ziel sei es für ihn, von den Nennwertgrößen auf eine niedrigere "Einwohner-Nennwerteinleitergröße" zu kommen. Damit würden auch Messungen an den Wochenenden nicht mehr zum Tragen kommen.

Dieter König (SPD) stellte fest, keiner könne über einen solchen Gebührenanstieg glücklich sein. Zu Fütterer gewandt meinte er, die Aussage "Gebühren zu drosseln" sei der falsche Weg angesichts getätigter Maßnahmen. Die Gebühr dabei zu senken wäre falsch, so König. Das Gemeindeoberhaupt brachte schlichtend den Einwand, dass nicht jede Maßnahme beitragsfähig sei, wie der Hauptsammler in der Quellen- zur Luisenburgstraße. Erni Bühl erachtete die Gebühren für nicht erfreulich, habe man damit doch die 5-Euro-Grenze geknackt. Im landkreisweiten Vergleich sei Neusorg längst nicht am günstigen. Für die Zukunft mahnte sie an, die Kosten im Bereich der Kläranlage zu senken, da hier sie deutlichste Erhöhung zu verzeichnen gewesen sei. Die Freien Wähler müssten dem leider zustimmen, meinte sie.

Einstimmig genehmigt

Gerhard Fröhlich sagte angesichts der Ergebnisse, dass zwar die Erhöhung nicht angenehm sei, doch errechne sich bei einem 40 Kubikmeterverbrauch als Durchschnitt eine Erhöhung von 1,10 Euro je Monat. Den Gebührenanpassungen stimmten die Gemeinderäte geschlossen zu, ebenso den jeweils daraus resultierenden Änderungen den Beitrags- und Gebührensatzungen für Wasser- und Abwasser.

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