10.06.2020 - 11:37 Uhr
NeusorgOberpfalz

Großprojekt mit Zusatzkosten

In der Sondersitzung des Gemeinderats Neusorg geht es um den Ausbau der Gemeindeverbinungsstraße Weihermühle-Lochau. Für die Bürger von Weihermühle ergeben sich dadurch weitreichende Änderungen.

Im Zuge des Ausbaus der Gemeindeverbindungsstraße Weihermühle–Lochau (Bauabschnitt II) werden auf einer Breite von sechs Metern die beiden Brückenbauwerke abgebrochen. Anstelle der Brücke (im Bildvordergrund) wird in Verbindung mit einer wasserbaulichen Veränderung ein Stahlbetondurchlass errichtet.
von Redaktion ONETZProfil

Als eine wegweisende, eine Jahrhundertbaumaßnahme bezeichnete Bürgermeister Peter König den geplanten Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Weihermühle–Lochau, Bauabschnitt II. Entgegen der im September vergangenen Jahres vorgestellten ersten Entwurfsplanung ergab sich zwischenzeitlich eine Reihe von Zusatzmaßnahmen. Diese schlagen auch bei den geschätzten Gesamtkosten in Höhe von etwa 2,4 Millionen Euro zu Buche. Der Eigenanteil der Kommune wurde mit rund 700 000 Euro beziffert.

In einer Sondersitzung des Gemeinderates im Pfarrsaal wurde die Entwurfsplanung der Tiefbaumaßnahme von drei Ingenieurbüros im Umfang und mit einer Fülle von Details vorgestellt. Gut zwei Dutzend Bürger bekundeten mit ihrer Anwesenheit ihr Interesse am bevorstehenden Großprojekt. Zurückblickend erinnerte der Rathauschef an die im September 2019 vorgestellte Entwurfsplanung. Zwischenzeitlich ergab sich jedoch eine Reihe von Zusatzmaßnahmen, so dass das Projekt „eine neue Tragweite bekommen hat“, erklärte der Bürgermeister.

Abbruch von Brückenbauwerken

Die Gemeindeverbindungsstraße wird mit einer Breite von sechs Metern mit einem zwei Meter breiten Gehweg ausgebaut. Zu den gravierendsten Zusatzmaßnahmen gehört der Abbruch der zwei Brückenbauwerke, die durch einen Stahlbetondurchlass ersetzt werden. Ursprünglich waren zwei Wellblechdurchlässe vorgesehen. Nachdem es mit dem Stahlbetondurchlass nur noch eine Brücke geben wird, bezeichnete dies der Bürgermeister als einen Blick in die Zukunft und ergänzte, dass sich der Brückenunterhaltungsaufwand deutlich reduzieren werde. Mit dem neuen Stahlbetondurchlass einhergehend erfolgt eine wasserbauliche Veränderung: Der Füllbach wird umgeleitet. Details dazu erläuterte Dipl.-Ing. Markus Münchmeier vom Ingenieurbüro Münchmeier – Eigner GmbH in Erbendorf. Mit dieser wasserbaulichen Veränderung werde gleichzeitig eine Verbesserung des Gewässers erreicht, verdeutlichte er.

Zu der Gewässerumlegung informierte der Rathauschef, dass sich die Grundstückseigentümer und Gewässereigner gegenüber dem Vorhaben aufgeschlossen zeigten, und verband dies mit den Worten des Dankes. Den Stahlbetondurchlass stellte in seiner baulichen Ausführung Dipl.-Ing. Rudolf Macht vom Büro "Sigma Ingenieure" in Marktredwitz vor. Nicht minder umfangreich waren die Erläuterungen bezüglich des Straßenbaus durch Dipl.-Ing. Albert Vollath vom Ingenieurbüro für Tiefbautechnik Wolf und Zwick in Marktredwitz. Demnach erfolgt der Straßenausbau bis zur Gemeindegrenze der Nachbarkommune Pullenreuth bei Lochau. Ergänzend berichtete Bürgermeister König, dass die Gemeinde Pullenreuth daran anschließend einen Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße ins Auge gefasst hat.

Problematisch gestaltete es sich, eine Lösung für eine Baustellenumfahrung während der Bauphase zu finden. Letztlich ergab sich, dass zwischen Weihermühle und Lochau eine solche geschaffen werden müsse. Wegen der geringen Fahrbahnbreite einer Teilstrecke von Weihermühle in Richtung Staatsstraße 2177 wird nach den Worten Vollaths der Verkehr mit einer Ampelschaltung gesteuert. Die finale Frage der Entwurfsplanung war das geschätzte Kostenvolumen dieses Tiefbauprojektes. Die Gesamtsumme dieser Maßnahme bezifferte Vollath auf etwa 2,4 Millionen Euro, sie gliedert sich auf in rund 2 Millionen Euro an Herstellungs- und knapp 400 000 Euro für Baunebenkosten.

"Kostensteigerung tut weh"

Nach den Worten von Bürgermeister König hatte die Regierung der Oberpfalz ursprünglich einen Fördersatz von 90 Prozent in Aussicht gestellt. Zwischenzeitlich wurde der auf 80 Prozent reduziert, so dass sich der Anteil der Kommune an der Tiefbaumaßnahme um 400 000 Euro erhöht. Damit summierte sich der Eigenanteil der Gemeinde auf rund 700 000 Euro. Das Gemeindeoberhaupt plädierte dahingehend, jetzt den guten Fördersatz zu nutzen und „die Tiefbaumaßnahme auf dem schnellsten Weg zu realisieren“. Zum einstimmigen Beschluss zur Anerkennung der Entwurfsplanung brachte Günther Fütterer als CSU-Fraktionssprecher zum Ausdruck, die Maßnahme sei ein großer Eingriff in den Ortsteil Weihermühle, der zugleich aufgewertet werde, und ein Gewinn für die Zukunft und dass alle Bürger davon profitierten. Nach seinen Worten sollte trotz einer Verschuldung der Kommune die Maßnahme durchgeführt werden.

Als „ein gelungenes Konstrukt“, trotz hohen finanziellen Aufwands der Kommune, bezeichnete SPD-Fraktionssprecher Robert König die Entwurfsplanung. Für ihn galt, „nicht jammern, sondern das Vorhaben zielstrebig vorantreiben“. Die Bürger von Weihermühle müssten mit der bevorstehenden Tiefbaumaßnahme eine enorme Belastung ertragen, meinte ÜWG-Fraktionssprecherin Erni Bühl. Für sie sei die Renaturierung des Bauchlaufs eine gute Maßnahme. Mit Blick auf das Gesamtkostenvolumen verhehlte sie nicht: „Die immense Kostensteigerung tut sehr weh“.

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