13.10.2019 - 14:34 Uhr
NeusorgOberpfalz

Bei Inge Posorski beginnt alles mit der Farbe des Tages

Zeichnen und Malen waren immer die Lieblingsbeschäftigungen von Inge Posorski. Über das Aquarell fand sie den Weg zu den Mischtechniken und schafft damit in ihren Werken expressionistische Nuancen.

Inge Posorski in ihrem Atelier. Hier verbringt sie Stunden und lässt ihrer Kreativität freien Lauf, ohne Grenzen, ohne Tabus.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Inge Posorskis Bilder waren bei Einzelausstellungen unter anderem im Sibyllenbad bei Neualbenreuth, im Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz, im Klinikum Weiden, in der Goldenen Galerie in Hirschau, im Landwirtschaftsamt Sulzbach-Rosenberg und auf Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß zu sehen.

Gemeinsam mit Künstlern des Oberpfälzer Kunstvereins (OKV), dem sie seit 2003 angehört präsentierte sie ihre Werke schon in Pilsen, beim Kunstforum Kirchenthumbach, bei den Nordgautagen in Tirschenreuth, Amberg und Neumarkt, am Neusiedler See/Österreich, bei der Futura 87 in Windischeschenbach, in Macerata in Italien, in der Tirschenreuther Partnerstadt La Ville du Bois bei Paris und im Haus der Musik in Klatovy (Klattau). Auch im Kunsthaus Waldsassen, dessen Verein die Künstlerin seit 2017 angehört, war sie bei den Gemeinschaftsausstellungen zu sehen. Das Logo der Gemeinde Neusorg stammt aus der Feder der 71-Jährigen.

Die gebürtige Marktredwitzerin ist in Harlachhammer aufgewachsen. Als sie neun Jahre war zog sie mit den Eltern nach Neusorg, besuchte dort die Grundschule und anschließend die Realschule in Kemnath. Als gelernte Bürokauffrau arbeitete sie in mehreren Firmen, die alle im weitesten Sinn mit Kunst zu tun haben. Drei Jahre davon in München. Ihr persönliches zweites Jahrzehnt verbrachte sie in Bremen, denn sie habe immer an der Nordseeküste leben wollen. Dort lernte sie auch ihren Ehemann Diethart kennen. Mit 30 Jahren ging sie zurück in die Heimat nach Neusorg und arbeitete dort lange bei der Gemeinde im Bürgermeister-Vorzimmer.

Viel Zeit im Atelier

Seit sie 60 ist, genießt sie den Ruhestand und verbringt viel Zeit in ihrem Atelier an der Forststraße. "Aquarell habe ich wesentlich in den VHS-Kursen mit dem Tirschenreuther Kunstmaler Heinz Hinrichsmeyer gelernt", sagt Posorski. Mehrere Jahre lang war sie Schülerin bei ihm und erinnert sich daran, dass er immer gesagt habe, "Moidla douts fei schöi mal´n."

Sie besuchte die Sommerakademie Beratzhausen, wo sie bei Professor Ion Stendl von der Kunsthochschule Bukarest ihre Aquarelltechniken weiter perfektionierte. Weitere Aquarell-Kurse belegte sie bei Andreas Mattern in Berlin, beim Jagdmaler Jörg Mangold in Pocking und an der Losert Akademie in Regensburg bei Edith Turnherr. Dort nahm sie auch an einem Workshop für Mischtechnik mit Renate Kobbe teil.

"Aquarell ist das Schwerste, was es gibt", sagt die Künstlerin, die daneben immer noch gerne zeichnet, mit Acryl malt und alle bevorzugten Malarten in Mischtechniken perfektioniert. Ob Porträt oder Landschaft, gemalt werde alles, was sie in irgendeiner Form anspreche, erklärt Posorski.

Rahmen inspirieren

Bildergalerie

Dabei habe sie sich anfangs mit Acryl recht schwer getan. Zwei Jahre habe es gedauert, bis sie sich getraut habe, das erste Bild mit dieser Technik zwischen ihren Aquarellen zu platzieren. Mit Erfolg. "Ich stehe auf außergewöhnliche Rahmen", verrät sie ihre Arbeitsweise. Kein Flohmarkt sei sicher vor ihr und da ginge es immer nur um eines - alte Bilderrahmen. Die schaue sie sich zu Hause genau an. Habe sie sie "durchschaut", male sie das Bild, das perfekt da hineinpasse.

Auch alte, eigene Gemälde - sie hat mehrere Schubläden voll davon - bekämen auf diese Art und Weise neues Leben eingehaucht. Kurzerhand gehe sie mit dem Messer an diese Werke heran, schneide den Bereich heraus, der von der Größe zu dem jeweiligen Rahmen passe. Auf diese Art und Weise seien schon einige Bilder aufgewertet worden. Finde sie keine passende Umrahmung für ihr Motiv, sei ihr Mann gefordert, der dann genau den Rahmen bauen muss, den sie ihm auftrage.

Titel mit Freundin

Ihre Malweise sei eher ungewöhnlich, gesteht sie. Ausgehend von der weißen Leinwand, platziere sie darauf den ersten Pinselstrich mit der "Lieblingsfarbe des Tages", die sie vorher zusammenmischt. Von da an entwickle sich dann fast automatisch eines zum anderen. Was sie zu ihren Werken inspiriert, kann Posorski nicht sagen. Vielleicht alte Geo-Magazine aus den 1950er Jahren, die sie ihr Eigen nennt, und auch Landschaften, die sie im Urlaub, derzeit meist an der Ostsee, faszinieren und die sie mit dem Smartphone fotografiert.

Eine Spezialität sind ihre Comiczeichnungen, etwa die Serie aus der Arche Noah, für die sie dann an endlos langen Nachmittagen mit Freundin Claudia lustige bis böse Titel sucht. So heiße dann ein Bild im tiefen Holzrahmen schon mal "Kreatief". Künftig wolle sie mehr Objekte machen, zum Beispiel aus alten Schuhspannern. Nicht die Bildhauerin, sondern eher die Patchworkerin, die aus den verschiedensten Dingen Neues zusammenstellt, will sie dabei sein. Hier gelte, "witzig muss es sein". Seit sechs Jahren lernt Posorski Tschechisch. Sie spielt Klavier, nur für sich, zum Zeitvertreib. Und sie liest, was ihr unter die Augen kommt. Bei südamerikanischen Rhythmen schmilzt sie geradezu dahin.

Inge Posorski ist eine vielseitige Künstlerin aus Neusorg.
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