22.08.2019 - 18:03 Uhr
NeusorgOberpfalz

Kirchensanierung ohne Grenzen

„Gemeinsamer Glaube kennt keine Grenzen“, philosophierte Peter König. Der Neusorger Bürgermeister spricht hier nicht über eine spirituelle, sondern eine handfeste Ebene.

Bürgermeisterin Rita Skalova aus der tschechischen Partnergemeinde Skalná dankte Pfarrer Hans Riedl mir einem Präsent für die gute grenzübergreifende Zusammenarbeit bei der Kirchenrenovierung.
von Autor ÖTProfil

Das gemeinsame Projekt der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit Freistaat Bayern – Tschechische Republik 2014 – 2020 fand beim Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde an Mariä Himmelfahrt seinen Abschluss. Zur Feier hieß das Gemeindeoberhaupt auch seine Kollegin Rita Skalova aus der tschechischen Partnergemeinde Skalná mit Vertretern willkommen. Am Weihetag der örtlichen Pfarrkirche Patrona Bavariae fanden auch die Sanierungsmaßnahmen des Projekts Nummer 92 des Europäischen Fonds ihre Vollendung. Dabei, so König, sollte einmal ein Blick zurück auf die Anfänge geworfen werden.

Am 23. Februar 2016 rief Skalnás Bürgermeisterin an, um am gleichen Nachmittag einen Gesprächstermin zu vereinbaren. In Neusorg angekommen, schilderte sie die Möglichkeit, die Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer – Pfarrkirche ohne Grenzen“ in ihrer Heimatgemeinde mit Fördermitteln der Europäischen Union zu sanieren.

Voraussetzung dafür war jedoch, ein Partnerprojekt mit einer europäischen Kommune. Dabei erinnerte sie sich an die 25-jährige Freundschaft mit Neusorg. Konkret, so Peter König, ging es darum, auch für das Gotteshaus Patrona Bavariae in Neusorg Sanierungsmaßnahmen zu beantragen, um ein gemeinsames Projekt im Sinne des Förderprogramms ins Leben zu rufen.

Sofort wurde Pfarrer Hans Riedl mit ins Boot geholt. Der Haken an der Sache war nur, so stellte sich heraus, die Anmeldung musste am nächsten Tag erfolgen. Federführender Antragsteller war die Pfarrgemeinde Skalná, Juniorpartner die Pfarrei Neusorg. Die beiden Kommunen mussten das Projekt im Sinne der grenzübergreifenden Zusammenarbeit begleiten.

Dies war geglückt und am 19. März 2017 konnte die feierliche Eröffnung des gemeinsamen Projekts gefeiert werden. Begegnungen zwischen den Kindergärten, der katholischen Kirchenchöre, Männergesangvereine, Seniorengruppen sowie der Ortsgeistlichen mit ihren Kirchenverwaltungen vertieften die länderübergreifende Freundschaft. Auch die gegenseitigen Besuche von Bürgermeisterin und Bürgermeister ließen beide Kommunen ein weiteres Stück zusammenwachsen.

Ebenso konnten sich die Fortschritte bei den Arbeiten an der Neusorger Pfarrkirche sehen lassen. Am Hochaltar und an den beiden Seitenaltären wurde der Holzwurmbefall bekämpft, defekte Deckenbalken im Kirchturm ausgetauscht, die gesamte Innenfassade und die Beleuchtung mit LED-Lichttechnik erneuert. Weiter wurde die Elektroinstallation in Teilen und die Heizelemente der Empore ausgetauscht. Auch eine neue Liednummern-Anzeige konnte installiert werden. Zudem fanden Arbeiten an der Außenanlage und der Außennische im südöstlichen Bereich der Kirche statt.

Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Sanierung des Neusorger Gotteshauses auf rund 150 000 Euro. 97 000 Euro wurden dafür aus dem Europäischen Fond bewilligt und die Diözese steuerte weitere 25 900 Euro bei. Mit dem Projekt Nummer 92 fand damit auch die deutsch-tschechischen Beziehung beider Orte Anerkennung durch die höchsten Instanzen.

Bürgermeister Peter König dankte hier seiner Kollegin Rita Skalova, aber auch den beiden Geistlichen Piotr Libner und Hans Riedl sowie Monika Schinner vom Neusorger Pfarrbüro. Sein Dank galt ebenso der Regierung der Oberpfalz für die wohlwollende Begleitung des Projekts und Sachbearbeiterin Kartin Bayer von der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg wie auch dem Architekturbüro Peter Kuchenreuther.

Neusorg. (öt) Das Projekt ist gelungen, stellte Bürgermeisterin Rita Skalova von der tschechischen Partnergemeinde Skalná beim feierlichen Abschluss der Kirchensanierungen in beiden Nachbarländern heraus. Das Gemeindeoberhaupt aus dem östlichen Nachbarland erklärte, die Pfarrei Skalná erhielt zur Realisierung der Kirchensanierung einen Zuschuss von rund 500 000 Euro. Dazu brachte die Pfarrgemeinde einen Eigenanteil von einer Million Kronen auf und die Stadt Skalná steuerte 1,5 Millionen Kronen bei.

Rita Skalova überbrachte auch die Grüße der Bürger der Partnergemeinde und von Pfarrer Libner. Ihr Dank galt vor allem der überaus schnellen Entscheidung für das gemeinsame Sanierungsprojekt. Letztlich sei alles geglückt.

Aufgrund der Förderung aus europäischen Mitteln konnte die Außenrenovierung des Gotteshauses von Skalá vorgenommen werden und die Kirche bildet wieder ein die Stadt dominierendes Gebäude. Die vielen gemeinsamen Veranstaltungen von Neusorg und Skalná hätten viele Leute zusammen und wieder in die Kirche gebracht. Sie dankte allen Beteiligten für die Unterstützung der Kirchensanierung.

In neuem Glanz erstrahlt die renovierte Kirche von Neusorgs tschechischer Partnerstadt Skalná.
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