Obst- und Gartenbauverein Neusorg sorgt für ordentlich Saft

Neusorg
30.09.2022 - 12:15 Uhr

Die Apfelernte ist in diesem Jahr reichlich. Doch was tun mit dem ganzen Obst? Kuchen, Strudel, Marmelade sind nur einige Ideen, was man aus den Äpfeln zaubern kann. Der Obst- und Gartenbauverein Neusorg bietet eine weitere Möglichkeit.

Gesunde Ernährung mit biologisch einwandfreien Lebensmitteln ist in der heutigen Zeit angesagt. Obstsäfte hergestellt aus den Früchten des eigenen Gartens sind hier sehr willkommen. Nachdem immer mehr professionelle Keltereien ihren Betrieb einstellen, erfährt der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Neusorg in Zeiten gesundheitsbewusster Ernährung eine ungeahnte Zufuhr an zu mostenden Äpfeln. Dabei werden Früchte aus dem Bereich von Erbendorf bis Warmensteinach und Kemnath bis Höchstädt angekarrt, um ein natürliches Erzeugnis mit nach Hause nehmen zu können.

10 000 Liter pro Jahr

Und der Obst- und Gartenbauverein hat Erfahrung bei der Verarbeitung des Obstes. Wie bei einem der vergangenen Mosttermine vom Leiter des Mostteams, Gerald Sacher, zu erfahren war, verarbeitet der OGV Neusorg bereits seit rund vier Jahrzehnten Äpfel zu Saft. Im Jahr werden rund 10 000 Liter Saft gekeltert.

In Gruppen zu jeweils sechs bis sieben Helfern arbeitet das insgesamt 23 Gartenfreunde zählende Mostteam je nach Obstaufkommen an den rund 15 Arbeitseinsätzen jeweils sieben bis neun Stunden.

Gemeinsam tragen sie die je Mosttermin angelieferten Mengen von rund zwei Tonnen Äpfeln in die Räumlichkeiten und füllen sie dann mittels Körben in den Trichter des angebauten Schredders an die von den Arbeitern liebevoll als „Flora“ bezeichnete Obstpresse. Schlechte Äpfel werden zuvor aussortiert. Das zerkleinerte Obst wird dann in einer Wanne aufgefangen. Auf Sauberkeit und die Reinigung der Behältnisse wird bei der Verarbeitung sehr geachtet.

Nach dem Zerkleinern lagern die Helfer die Apfelschnitzel auf einer Platte der Zuführungsschiene der Obstpresse. Eingepackt in Presstücher und abgedeckt mit Zwischenplatten werden diese dort in mehreren Lagen gestapelt. Dann werden sie über den Stempel der Obstpresse geschoben. Langsam fährt der Stempel von unten in die Höhe und presst den erwünschten Apfelsaft aus den zerkleinerten Obstteilen. Dieser wird in einer Wanne aufgefangen, in einem größeren Behälter gesammelt und dann mittels Pumpe und Schlauch in den Pasteurisierapparat gepumpt.

Eineinhalb Jahre haltbar

Mit einer Temperatur von 82 Grad Celsius machen die Gartenfreunde den Apfelsaft damit für etwa 18 Monate haltbar. Diesen füllen sie anschließend in verschließbare Fünf-Liter-Bags für die Obstanlieferer. Damit ist sichergestellt, dass jeder Gartler auch nur das eigene biologische Produkt seines Gartens erhält. Aber auch der übriggebliebene Trester wird nicht einfach weggekippt: Jäger verwenden ihn gerne als Winterfutter für das Wild.

Pressleiter Gerald Sacher und OGV-Vorsitzender Oliver Becher dankten hier besonders der ehemaligen Metzgerei Prechtl: Die stellt nämlich die Räumlichkeiten zur Verfügung. Nachdem im Vereinskeller des Obst- und Gartenbauvereins derzeit Umbaumaßnahmen erledigt werden, hätte ansonsten dieses Jahr das Obstpressen entfallen müssen.

Der OGV Neusorg mostet bereits seit über 30 Jahren. 2018 wurde der Vereinskeller neu hergerichtet und in diesem Zusammenhang auch ein Erhitzer mit Zubehör erworben, wie es im Internet auf der Seite des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege in Bayern heißt. Demnach nutzen seitdem circa 95 Prozent das völlig chemiefreie Bag-in-Box-System. Nach jedem Mostvorgang werde das Zubehör gereinigt, "sodass sichergestellt ist, dass jeder Obstlieferant ausschließlich Saft aus seinen eigenen Produkten erhält".

Info:

Die Vereinskelterei Mosterei des OGV Neusorg

  • Obstarten: Äpfel, Birnen, Quitten, Weintrauben
  • Angebote: Pressen und Erhitzen mit anschließender Abfüllung in Bag in Box (fünf Liter); für Vereinsmitglieder und Nichtmitglieder
  • Anlieferung: am Vorabend des Presstages bzw. morgens am Presstag; Obst mit Name und Telefonnummer versehen im Vereinsgarten abstellen; Behältnisse für die Beutel sollten mitgebracht werden
  • Presstage: während der Apfelsaison üblicherweise jeden Freitag, bei größeren Mengen auch Sondertermine
  • Anmeldung und Terminvereinbarung bei Gerald Sacher, Telefon 09234 / 97177 oder 0176 / 578 332 98, E-Mail Gerald.Sacher[at]t-online[dot]de
  • Quelle: www.streuobst-in-bayern.de
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