07.10.2021 - 10:47 Uhr
NeusorgOberpfalz

Pfarrer Waleszczuk verlässt Neusorg und Pullenreuth

Überraschung in Neusorg-Pullenreuth: Pfarrer Dr. Josef Waleszczuk verlässt die Pfarreiengemeinschaft Ende des Jahres. Grund seien Verstöße gegen Verwaltungsvorschriften.

2018 feierte Pfarrer Josef Waleszczuk sein 25. Priesterjubiläum. Zum 1. Januar 2022 verlässt er die Pfarreien Neusorg und Pullenreuth.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

In einer E-Mail teilt die Pressestelle des Bistums Regensburg mit, dass Pfarrer Dr. Josef Waleszczuk die Pfarreien Neusorg und Pullenreuth zum 1. Januar 2022 verlassen wird. "Auf persönlichen Wunsch wird er zunächst eine Auszeit nehmen und mit Beginn des neuen Jahres auch nicht mehr im Pfarrhaus wohnen", schreibt Clemens Neck. Der Leiter der Presse- und Medienabteilung im Bistum Regensburg sagt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, dass der Geistliche bis dahin die Seelsorge ausführen wird.

"Signifikante Unregelmäßigkeiten"

Grund für den Weggang seien Verstöße gegen Verwaltungsvorschriften. Bei Sonderprüfungen im Sommer seien "signifikante Unregelmäßigkeiten" in den Haushalten der Kirchenstiftungen Neusorg und Pullenreuth festgestellt worden, wie Neck erklärt. "Deshalb ist Pfarrer Waleszczuk schon des Amtes als Kirchenverwaltungsvorstand enthoben worden." Seitdem dürfe er dieses auch nicht mehr ausüben. Pressesprecher Neck informiert in der Mitteilung, dass Waleszczuk seit dem Jahr 2000 Seelsorger der Pfarrei Pullenreuth und seit 2019 zusätzlich auch für Neusorg war. So weit er wisse, sagt Neck, habe Pfarrer Waleszczuk in den Gottesdiensten am Wochenende die Gläubigen bereits informiert.

Laut Pressemittelung werde das Bistum einen Nachfolger als Seelsorger zum 1. Januar 2022 einsetzen. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, ob zusätzlich zu einem Pfarrer auch wieder ein Ersatz für Kaplan Pfarrvikar Dr. Chinedu Paul Ezenwa, der nach knapp einem Jahr in Neusorg und Pullenreuth im August weitergezogen ist, in die Pfarreiengemeinschaft kommen werde, sagte Neck: "Die Stelle wird auf jeden Fall vernünftig besetzt werden." Welcher Seelsorger Neusorg und Pullenreuth betreuen wird, konnte er noch nicht sagen. In Neusorg gibt es laut Bistum 1282 Katholiken, in Pullenreuth sind es 1653.

Der Geistliche selbst sagt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, dass er lediglich um die Auszeit gebeten habe, er brauche Zeit zum Erholen. Schließlich sei er doppelt belastet mit der Seelsorge in den Pfarreien und seiner Lehrtätigkeit an der Universität Bayreuth. „Ich habe um eine Auszeit gebeten, die ist mir auch genehmigt worden. Ich bin einfach erschöpft und müde, ich bin auch nur ein Mensch.“ 21 Jahre – „das ist eine lange Zeit“ – sei er in Pullenreuth gewesen, vor kurzem sei dann auch noch die Pfarrei Neusorg dazugekommen. Am Sonntag habe er nach den Gottesdiensten die Gläubigen über seinen Weggang informiert.

„Ich bin sehr dankbar für die schöne Zeit im Steinwald, für die Menschen, die ich kennenlernen durfte“, sagt Pfarrer Waleszczuk. „Ich werde sie immer im Herzen behalten und bewahren.“ Auch die Oberpfalz sei ihm ans Herz gewachsen.

Zweifache Promotion

"Pfarrer PD Prof. DDr. Zb. Josef Waleszczuk stammt aus der Diözese Breslau", informiert die Pfarrei Pullenreuth auf ihrer Homepage. 1997 sei er nach Mainz gekommen, dort habe er über den Mainzer Bischof W.E. von Ketteler seine Promotion geschrieben. In der Diözese Mainz sei er zwei Jahre als Kaplan in Kelsterbach gewesen; es folgte ein Kaplansjahr in Bensheim a.d. Bergstraße. 2004 habe er im Fach Soziologie an der Universität Bayreuth promoviert, vier Jahre später im Fach christliche Sozialwissenschaften habilitiert.

2018 feierte Pfarrer Waleszczuk 25. Priesterjubiläum

Pullenreuth

„Auf persönlichen Wunsch wird er zunächst eine Auszeit nehmen und mit Beginn des neuen Jahres auch nicht mehr im Pfarrhaus wohnen.“

Clemens Neck, Pressesprecher des Bistums Regensburg, in der Mitteilung

„Ich habe um eine Auszeit gebeten, die ist mir auch genehmigt worden. Ich bin einfach erschöpft und müde, ich bin auch nur ein Mensch.“

Pfarrer Dr. Josef Waleszczuk

 

 

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