27.11.2019 - 10:19 Uhr
NeusorgOberpfalz

Respekt vor Lebensleistung der Vorfahren

Hans Enders stellt sein Buch "Schwarzenreuth - Geschichte und Geschichten" vor.

Autor Hans Enders (rechts) übergab bei seiner Buchvorstellung das erste Exemplar des Buches „Schwarzenreuth – Geschichte und Geschichten“ an Bürgermeister Peter König.
von Autor ÖTProfil

Im Zusammenhang mit der Festsitzung zum 70. Bestehen der Gemeinde Neusorg stellte Hans Enders aus Schwarzenreuth sein Buch mit dem Titel "Schwarzenreuth - Geschichte und Geschichten" vor.

Er sei von Mitbürgern darauf hingewiesen worden, dass alte Erzählungen und Geschehnisse immer mehr in Vergessenheit geraten. Dies habe er zum Anlass genommen, durch Befragung und Sammeln alter Informationen ein kleines Ringbuch zu erstellen. Daraus entstand nun ein Buch mit Text und Bildern mit einem Umfang von 158 Seiten.

Gerichtsverhandlungen

Dazu habe er ältere Schwarzenreuther Bürger befragt. Enders bekam Informationen von Rainer Schmidt aus Neusorg und von Bernd Thieser aus Brand. Der Inhalt des Buches ermögliche es, den Werdegang eines jeden Haushaltes zu verfolgen. Der Buchautor begann mit dem geschichtlichen Hintergrund und der ersten urkundlichen Erwähnung Schwarzenreuths 1061, als die Gegend zur Rodung freigegeben worden war.

Um das Jahr 1200 wurde "Swartzreuth" im Traditionskodex des Klosters Reichenbach erwähnt. 1355 erhielten die Brüder Hans und Arnold von Hirschberg den Gutskomplex. 1605 wurde das Schloss erbaut. 200 Jahre später wurden in einem Verzeichnis alle Handwerker in Schwarzenreuth genannt. Das Buch beschreibt auch die weitere Entwicklung der Besitzverhältnisse des Schlosses von Schwarzenreuth. Es streift ebenso im Ort einquartierte Soldaten, das Armenhaus und die Kalvarienbergkirche.

In einem weiteren Kapitel sind Gerichtsverhandlungen von Bürgern und der Krieg Napoleon Bonapartes mit der Einquartierung von Dragonern beschrieben. Auch sächsische Söldner beherbergte der Ort. Erinnert wird ferner an einen fürchterlichen Hagelschlag 1881, der Fenster und Dächer zerschlug. Aus jüngerer Zeit wird über den Maibaumklau berichtet.

Enders beschreibt in dem Buch ebenso Wolf Adam von Hirschberg, genannt "Zwergl": Diesem wurden mystische Fähigkeiten zugesprochen. Weiterer Inhalt behandelt zu Schwarzenreuth gehörende Denkmäler, Kreuze und Marterl.

Breiten Raum nimmt auch die Geschichte der 1889 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenreuth ein. Dabei geht es um den Bau des alten Feuerwehrhauses 1905 und um die Suche nach einem Grundstück für einen Nachfolgebau im Jahr 1969. Hier erwähnte der Autor die Gründung der Damenlöschgruppe als die erste im westlichen Landkreis Tirschenreuth.

Auch von einem Schulstreik sei Schwarzenreuth nicht verschont geblieben, erklärte Enders: Die Eltern wollten ihre Kinder nicht mehr in die Schule nach Neusorg schicken. Sie meldeten diese kurzerhand bei Verwandten in Ebnath an.

Ferner beschreibt das Buch den Versuch, nach Ebnath eingemeindet zu werden. Die Regierung der Oberpfalz habe dies jedoch abgelehnt.

Eigene Wählergemeinschaft

Für die Kommunalwahlen 1972 hätten die Schwarzenreuther und Schurbacher sogar eigens eine Wählergemeinschaft Schurbach-Schwarzenreuth ins Leben gerufen, weil sich die Bevölkerung von Neusorg benachteiligt fühlte. Ein weiteres Kapitel behandelt die Errichtung des Dorfplatzes und der Auferstehungskapelle. Auch das Feldlager 1504 mit Schlachtgetümmel, nachgestellt im Jahr 2004, und die historische Hochzeitsabrede ist aufgeführt.

In dem Buch erwähnt der Autor anhand von markanten Begebenheiten ebenso die Entwicklung von Neusorg und der Pfarrei Ebnath. Zum Ende seiner Ausführungen zollte Hans Enders den Vorfahren Respekt vor ihrer Lebensleistung, die mit einfachen Mitteln große Anstrengungen erbrachten. Für seinen Vortrag erhielt der Buchautor tosenden Applaus. Enders überreichte das erste Exemplar an Bürgermeister Peter König. Anschließend konnten auch die interessierten Gäste das Buch erwerben.

Hier der Bericht zum 70. Bestehen der Gemeinde Neusorg:

Neusorg
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