06.07.2021 - 11:48 Uhr
NeusorgOberpfalz

SPD dankt Stützen in Kreisverband Tirschenreuth und Fraktion

Sie tragen teilweise seit Jahrzehnten Verantwortung in der SPD des Landkreises. Nun erhielten verdiente Kreisräte und Funktionsträger eine offizielle Würdigung.

Verdiente Mandatsträger verabschiedete der SPD-Kreisverband in Neusorg: (vorne von links) Rainer Fischer, Hannelore Bienlein-Holl, Udo Fürst und Sybille Bayer. Es dankten (hinten von links) MdB Uli Grötsch, Neusorgs Bürgermeister Peter König, Kreisvorsitzende Brigitte Scharf sowie deren Stellvertreter Uli Roth.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Ein ganzer Ehrungsreigen stand beim SPD-Kreisverband Tirschenreuth nach der langen Corona-Pause auf dem Programm. Neben dem langjährigen Kreisvorsitzenden Rainer Fischer wurden weitere Genossinnen und Genossen ausgezeichnet, die viele Jahre Verantwortung getragen haben. Die Ehrungen nahm Kreisvorsitzende Brigitte Scharf mit ihren Stellvertretern Uli Roth und Thomas Döhler sowie Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch vor.

Sie war die dienstälteste Frau im Kreistag. Hannelore Bienlein-Holl war 2020 nach insgesamt 37 Jahren Zugehörigkeit nicht mehr zur Wahl angetreten. Seit 1967 in der SPD, zog sie im Alter von 30 Jahren erstmals in den Kreistag ein, als erste Frau in diesem Gremium. „Dann folgten berufsbedingt einige Unterbrechungen“, stellte Roth fest und verwies darauf, dass Bienlein-Holl 1978 Geschäftsführerin der Bayern-SPD wurde und zweimal Landtagskandidatin war.

„Beim ersten Anlauf hast du 33 Prozent im Stimmkreis Tirschenreuth erreicht. Ein Wert, von dem wir heute nur noch träumen können“, so Roth. Unter anderem habe man damals auch Willy Brandt im Wahlkampf begrüßen dürfen. Geprägt gewesen sei das politische Wirken Bienlein-Holls von den Themen Gerechtigkeit, Korrektheit und dem Kampf dafür, mehr Frauen in die Politik zu bringen. „Du hast immer gesagt, Frauen seien politisch noch zu still. Du warst es nicht, dein Wort wurde gehört“, sagte Roth. Er erinnerte an weitere Ämter, die Bienlein-Holl in über fünf Jahrzehnten ausübte: Gemeinderätin in Pechbrunn, Beisitzerin im Unterbezirks-Vorstand und stellvertretende Vorsitzende, Schriftführerin im AsF-Vorstand und stellvertretende Vorsitzende, SPD-Kreisvorsitzende und stellvertretende Fraktionssprecherin. Zum sozialen Engagement gehören ihre Tätigkeit als Kreisvorsitzende und Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, der Impuls zur Gründung des Bunten AWO-Ladens und der Mitterteicher Tafel.

Gewürdigt wurde auch das Engagement von Sybille Bayer, die seit 35 Jahren SPD-Mitglied ist und 2020 aus dem Kreistag ausgeschieden war. Roth erinnerte an Bayers 13-jährige Tätigkeit als AsF-Kreisvorsitzende, verschiedene Tätigkeiten im Kreisvorstand und ihr Mandat als Gemeinderätin in Kulmain, das sie heute noch ausübt. Auch dem Ortsverein steht sie vor. „Ein großes Engagement gilt dem Erhalt von Natur, ihrer Schätze und unserer Heimat“, blickte Roth auf weitere ehrenamtliche Tätigkeiten Bayers.

Brigitte Scharf würdigte das Engagement des ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes Udo Fürst, der knapp fünf Jahre als Pressebeauftragter des Kreisverbandes tätig war. Auch für Kandidaturen auf der Kreistagsliste war der Fuchsmühler immer bereit gewesen, im Ortsverein fungierte er unter anderem als Schriftführer und Vorsitzender.

Ebenfalls gewürdigt wurden in Abwesenheit – sie waren entschuldigt wegen Urlaub beziehungsweise Krankheit – Günter König, Alfred Schuster und Peter Merkl. „Den persönlichen Dank holen wir nach“, kündigte Scharf an. Der ehemalige Neusorger Bürgermeister Günter König war seit 1997 im Kreisvorstand vertreten. 36 Jahre lang war er Mitglied des Kreistages. Von 2008 bis 2014 fungierte König außerdem als weiterer Stellvertreter des Landrates.

Auf 18 Jahre im Kreistag blickt der ehemalige Immenreuther Bürgermeister Peter Merkl zurück, der auch viele Jahre stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes war. Alfred Schuster, der 2008 für den Landtag kandidierte, war von 2008 bis 2020 im Kreistag vertreten. Im Kreisvorstand ist er weiterhin aktiv.

In seinem Grußwort stimmte MdB Uli Grötsch auf den Bundestagswahlkampf ein. Durch Corona und die Folgen sei Deutschland und auch die Nordoberpfalz getroffen worden. „Wäre aber die SPD nicht an der Regierung gewesen, wären wir nicht so gut durch die Krise gekommen“, betonte Grötsch mit Blick auf die Corona-Einschränkungen. Man möge sich gar nicht vorstellen, was eine schwarz-gelbe oder eine Jamaika-Koalition auf dem Rücken der Arbeitnehmer beschlossen hätte.

Die SPD habe immer noch Zeit, in den Wochen bis zur Wahl das Ruder herumzureißen. „Wir stehen beispielsweise für eine Klimapolitik, die die Menschen mitnimmt.“ Auch die Frage, wer die Kosten der Pandemie zahle, müsse man sich stellen. Das dürften seiner Ansicht nach nicht jene sein, die in die Arbeit gehen, um vom Verdienst leben zu können. Deswegen werde man sich natürlich mit den Themen Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und Spitzensteuersatz befassen müssen.

Rainer Fischer erhielt die höchste Auszeichnung der Bayern-SPD

Neusorg

„Du hast immer gesagt, Frauen seien politisch noch zu still. Du warst es nicht, dein Wort wurde gehört.“

Uli Roth über Hannelore Bienlein-Holl

 

 

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