Neusorg
16.02.2025 - 11:31 Uhr
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Zwischenlösung in Neusorg für Praxis des verstorbenen Dr. Karl Lang

Bereits bei der Trauerfeier für Dr. Karl Lang verkündete dessen Witwe Monika Gauder-Lang, dass dessen Neusorger Praxis weitergeführt werden soll. Mit Dr. Rüdiger Grebe hat sich jetzt eine – zumindest vorübergehende – Lösung ergeben.

In der Praxis des verstorbenen Dr. Karl Lang erhalten Patienten bis auf Weiteres nun von Dr. Rüdiger Grebe (hinten) ärztlichen Rat. Ihn unterstützen dabei Kerstin Burkhart, Monika Gauder-Lang und Birgit Pusch (von links). Bild: Rüdiger Grebe/exb
In der Praxis des verstorbenen Dr. Karl Lang erhalten Patienten bis auf Weiteres nun von Dr. Rüdiger Grebe (hinten) ärztlichen Rat. Ihn unterstützen dabei Kerstin Burkhart, Monika Gauder-Lang und Birgit Pusch (von links).

Der plötzliche Tod von Dr. Karl Lang vor drei Wochen hat in der Gemeinde Neusorg Trauer und Bestürzung ausgelöst. Zumindest bei seinen Patienten stellte sich damit aber auch die Frage, wer beziehungsweise wo sie nun künftig ärztlich ärztlich versorgt werden können. Langs Witwe Monika Gauder-Lang machte aber umgehend deutlich, dass die Praxis des verstorbenen Facharztes für Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde, Chirotherapie und Homöopathie weitergeführt werden soll. Seit einer Woche gibt es nun in der Luisenburgstraße zu den gewohnten Zeiten weiterhin Sprechstunden.

"Die Praxis ist wieder versorgt", versichert Dr. Rüdiger Grebe in einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Er wird allerdings nur vorübergehend die ärztliche Versorgung übernehmen, denn der Allgemeinmediziner ist selbst bereits 75 Jahre alt. "Ich mache das nur vorläufig", erklärt der gebürtige Saarländer, jedoch so lange, bis sich eine dauerhafte Nachfolge für Dr. Lang ergeben haben wird. Für die Praxis gebe es Interessenten, berichtet Dr. Grebe. Daher seien er und Monika Gauder-Lang zuversichtlich, dass diese weitergeführt werde. Darüber entscheide allerdings die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns.

Studienfreunde in Heidelberg

Doch wie und warum verschlägt es Rüdiger Grebe, der mittlerweile in Rheinland-Pfalz lebt, in die nördliche Oberpfalz? "Dr. Lang und ich waren Studienfreunde" in Heidelberg, erzählt der Mediziner. Und auch danach haben sich ihre Wege immer wieder gekreuzt. So seien sie zusammen an verschiedenen Kliniken tätig gewesen, unter anderem in Trier, wohin es den 75-Jährigen ebenfalls nach der Bundeswehr hin verschlagen hat. Während Karl Lang Hausarzt geworden und nach Neusorg gegangen ist, hat sich Rüdiger Grebe an der Mosel niedergelassen.

Die nördliche Oberpfalz, im Speziellen die Gemeinde Neusorg, ist ihm nicht fremd. "Ich war schön öfter hier", spricht er von mehreren Besuch bei der Familie Lang: "Ich kenne das alles hier." Angetan ist er auch von seinen Mitarbeiterinnen. Die beiden Vollzeitangestellten seien "nette junge Damen". Und überhaupt sei die "Praxis auf dem neuesten Stand, was das Wissen und die medizinischen Belange" angehe, schwärmt er.

Trotz seines Alterns und obwohl er seine eigene Praxis bereits 1996 aufgegeben hat, ist Rüdiger Grebe "noch voll mittendrin" in der Materie. Nachdem er aufgehört habe, selbst zu praktizieren, habe er beim Roten Kreuz gearbeitet, Vertretungen in Praxen und Kliniken sowie Nachtdienste übernommen. Er freut sich über seine neue Aufgabe in Neusorg: "Es macht Spaß, wieder was machen zu können." In der Fremde allerdings nur, weil er seit einigen Jahren Witwer sei und die Kinder schon erwachsen seien.

"Hängen am Tropf"

Froh, dass mit Rüdiger Grebe die "Praxis zumindest temporär gefüllt werden kann", ist auch Bürgermeister Peter König. Es sei Dr. Karl Langs Vermächtnis, dass die Praxis weitergeführt werde und Patienten wieder aufgenommen werden. Im Gespräch mit den in der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg verbliebenen Haus- beziehungsweise Allgemeinärzten, Dr. Jochen Geißler in Ebnath und Rolf Bollig in Neusorg, habe sich gezeigt, dass deren Praxen hinsichtlich der Kapazitäten "nicht in der Lage sind, (Dr. Langs) Patientenstamm zu übernehmen". Zwar sei man auf dem Papier überversorgt, doch nun habe man das Chaos gesehen, "wenn ein Arzt wegbricht", kritisiert der Rathauschef: "Wir hängen hier am Tropf." Er werde alles tun, um den Fortbestand des Arztsitzes zu gewährleisten, weshalb er seine Unterstützung für Monika Gauder-Lang zum Ausdruck gebracht habe.

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